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  • 9. Non-Irritability – Fehlen von Reizbarkeit

    Synonyme: Unerschütterlichkeit, Abgeklärtheit, Fassung, innere Stabilität, Geduld
    Symbolik: Ein lächelnder Teddybär

    Unerschütterlichkeit ist eine Entwicklung, die der Beständigkeit (ITY 8) folgen sollte. Arbeiten wir beständig auf unser Ziel hin, ist es wichtig, dass wir flexibel bleiben und uns nicht irritieren lassen, wenn die Dinge nicht nach unseren Vorstellungen geschehen. Wir müssen erkennen und akzeptieren, dass das Leben seine eigenen Wege kennt und versuchen, uns dem Fluss der Geschehnisse anzuvertrauen und hinzugeben.

    Eine essentielle Komponente damit Reizbarkeit nicht entsteht, ist Ahimsa (Verzicht auf Gewalt). Erfahren wir im Inneren Zustände von Irritation, Aggression und Wut, müssen wir fähig sein, einen Schritt zurück zu stehen um nicht unbesonnen auf störende Lebensumstände zu reagieren. Dies beinhaltet, dass wir uns bemühen, in Konfliktsituationen die Meinungen und Beweggründe anderer zu verstehen und auf sie einzugehen.

    Unerschütterlichkeit ist die Fähigkeit, auch in widrigen Situation, die unsere Ausgeglichenheit herausfordern, die eigenen negativen Emotionen zu beobachten und zu zügeln. Wir versuchen unsere eignen Anteile an der Situation zu erkennen und bemühen uns aufrichtig um Harmonie und gegenseitiges Verständnis.

    Swami Niranjanananda sagt hierzu: „Fehlen von Reizbarkeit bedeutet, dass wir uns nicht aufregen oder reizen lassen, sondern Geduld und Toleranz kultivieren, nicht nur im Bezug zu anderen, sondern auch im Bezug zu uns selbst.“

    Fragen für das spirituelle Tagebuch:

    • Definiere eine Situation, in der du dich vor Kurzem aufgeregt hast.
    • Wie rasch konnte ich die negativen Gefühle wieder loslassen?
    • Was war mein persönlicher Anteil, dass die Situation zu Spannung/Konflikt führte?
    • Mit welcher inneren Haltung oder positiven Qualität hätte ich reagieren können, um die Situation zu entschärfen?
    • Was hätte das für mich und meinen inneren Zustand bedeutet?
    • Wie hätten die anderen involvierten Personen die Situation erlebt?

    Literaturempfehlung: Swami Sivananda’s 18 ITIES & the Practice of Pratyahara von Swami Sivamurti Saraswati

  • 10. Adaptability – Anpassungsfähigkeit

    Synonyme: Flexibilität, Vielseitigkeit, Unkompliziertheit, Hinnahmebereitschaft
    Symbolik: Ein Fluss mit vielen Windungen

    Anpassungsfähigkeit heisst, dass wir offen sind für Neues und fähig sind, auf nicht-alltägliche Situationen flexibel zu reagieren. Als Basis dazu dienen die innere Stabilität und Geduld, die sich in Verbindung mit fehlender Reizbarkeit (ITY 9) entwickelt und gefestigt haben.

    Wenn wir mit einer unerwarteten Situationen konfrontiert werden und uns verschließen oder quer stellen, hemmen wir unser Wachstum und nehmen uns die Chance, Neues zu lernen. Können wir uns jedoch öffnen und mit Verständnis auf das Ungewohnte eingehen, erhalten wir die Möglichkeit, neue Erkenntnisse und Erfahrungen zu machen und unseren Horizont zu erweitern.

    Swami Niranjanananda sagt hierzu: „Wenn du in einem Boot sitzt, das von mächtigen Wellen durchgeschaukelt wird, musst du den Körper an das Schwanken des Boots anpassen. Wenn du steif dasitzt, kannst du hinfallen. Genauso sollte Anpassung und Ausgleich in jeder Situation stattfinden. Yoga bedeutet, in jeder Situation Gleichgewicht zu finden.“

    Fragen für das spirituelle Tagebuch:

    • Gab es heute (oder kürzlich) eine für mich ungewohnte Situation?
    • Was war meine innere Reaktion?
    • Konnte ich mich auf das Ungewohnte flexibel einlassen?
    • Habe ich mein inneres Gleichgewicht finden können?
    • Was hätte ich tun können, um mehr Ausgleich und Harmonie zu schaffen?
    • Konnte ich die Situation als Chance nehmen, Neues zu lernen?
    • Was war das Neue, das ich aus dieser Situation lernen konnte?

    Literaturempfehlung: Swami Sivananda’s 18 ITIES & the Practice of Pratyahara von Swami Sivamurti Saraswati

  • Klassischer Yoga

    Schon immer gab es unterschiedliche Herangehensweisen an den Yoga. Manche Exponenten nannten ihr System traditionellen Yoga, wissenschaftlichen Yoga, ganzheitlichen Yoga und so weiter. Swami Sivananda nannte seinen Yoga „Integralen Yoga“, der alle Aspekte für ein homogenes Wachstum der menschlichen Natur, von Körper, Geist, Gefühlen und Seele, umfasst. Sri Swami Satyananda nannte seinen Yoga ebenfalls „Integralen Yoga“ aber mit einem stärkeren Miteinbeziehen von wissenschaftlichen Erfahrungen und Experimenten.

    Zur Zeit von Swami Sivananda und Swami Satyananda waren solche Bezeichnungen notwendig. Als Swami Sivananda vor 50 Jahren Yoga lehrte, hatten die Menschen kein Konzept davon was Yoga war. Er entschloss sich, Yoga aus seinem mystischen Umfeld heraus in eine Umgebung zu bringen, die den Menschen seiner Zeit entsprach. Swami Satyananda führte dieses Konzept einen Schritt weiter. Um die Gültigkeit wertvoller yogischer Traditionen zu bestätigen, hob er den Wert von wissenschaftlicher Forschung hervor.

    Wissenschaft
    Der Begriff „klassischer Yoga“ beschreibt eine Kombination aus traditionellem und wissen-schaftlichem Yoga. Tradition und Wissenschaft rufen in der heutigen Lebensumwelt verschie-dene Vorstellungen hervor. Die heutige Wissenschaft ist definitiv nicht in der Lage, alle Behauptungen des Yogas zu bestätigen. Um diese Behauptungen zu interpretieren reichen die wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht aus. Die Wissenschaft kann den feinstofflichen Prana nicht messen, nicht einmal mit Kirlianfotografie. Sie kann elektrische Strahlungen messen, die positiven und negativen Energiefelder des Körper, aber es gibt keine Instrumente, um subtile Energiezustände zu messen.

    Die Wissenschaft kann Kundalini oder Chakras nicht messen. Es wurden Versuche gemacht und sie waren auch nicht nutzlos. Allerdings haben sie nur einen Bruchteil des gesamten Bereiches erfasst. Der Wissenschaft fehlen die Ausrüstung und der Grad an Erkenntnis, um mit Yoga zu experimentieren. Man kann mit Pranayama experimentieren, weil er sich mit der Atmung befasst oder mit Asanas, weil sie die Funktion und Leistung der inneren Körperorgane und -systeme stimulieren, verändern und beeinflussen. Mit bestimmten Instrumenten kann man die Muskelspannung, den Atem, Puls, Blutdruck oder die Gehirnwellen messen.

    Dennoch wird es schwer sein, die Errungenschaften der Yogis in Bezug auf Mudras und Bandhas zu messen oder zu bestätigen, da diese die subtilen Energiefelder stimulieren. Es wird schwierig sein mit den Bewusstseinszuständen von Meditation und Samadhi zu experi-mentieren. Die moderne Psychologie ist nicht einmal in der Lage, das Bewusstsein klar zu definieren oder was die Funktionen, Attribute und Erfahrungen des Unbewussten sind.

    Klassischer Yoga
    Vor diesem Hintergrund muss sich eine Synthese zwischen traditionellem und wissenschaft-lichem Yoga entwickeln. Diese Synthese stellt den klassischen Yoga dar, indem es Konzepte, Theorien und Prinzipien hinter den Yogatechniken, Erfahrungsbereiche, Natur und Persön-lichkeit als gegeben miteinbezieht. Es wird einige Zeit beanspruchen, die Wahrheit in diesen Konzepten wissenschaftlich zu erkennen. In der Zwischenzeit soll versucht werden, mit welchem wissenschaftlichen Wissen auch immer, die traditionelle Sprache und Konzepte zu verstehen, und sie in moderner Sprache auszudrücken. So viel kann man im Moment tun. Daher wird das System, das an der Bihar School of Yoga gelehrt wird, klassischer Yoga genannt und repräsentiert Tradition und Wissenschaft.

    Du findest das Original auf: http://biharyoga.net/yoga-magazine-english-june-2013.php

  • Robin Caratsch

    Robin Caratsch

    Robin lernte erste Asana Übungen in ihrer Jugend und praktiziert seit 2016 die integrale Lehre von Swami Satyananda Saraswati, welche es ihr ermöglichen eine fundierte und ganzheitliche Yoga Übungspraxis in ihren Alltag zu integrieren.

    Sie vertieft ihr Yoga Studium laufend und freut sich, dieses Wissen mit anderen teilen zu dürfen. Besuchte Ausbildungen bei Samatvam Yogaschule:

    – Modul 3 Satyananda Yoga Nidra®
    – Modul 1 Therapeutische Asanas PMA 1–3
    – Modul 2 Pranayama & Meditation

  • 11. Humility – Ergebenheit

    Synonyme: Bescheidenheit, Demut, Ehrfurcht, Anspruchslosigkeit, Genügsamkeit
    Symbolik: Ein zarter Grashalm, der sich im Wind bewegt.

    Ergebenheit ist der Ausdruck unserer Bemühungen, uns anzupassen, flexibel zu sein und anderen mit Rücksicht und Respekt zu begegnen. Sobald wir auf ehrliche und spontane Art die unterschiedlichen Lebenssituationen und Beweggründe anderer Menschen versuchen zu verstehen, erwacht Bescheidenheit und Demut auf natürliche Weise.

    Authentische Ergebenheit ist die Quelle grosser Kraft und innerer Stärke. Sie entwickelt sich aus der Dankbarkeit für all das, was uns das Leben beschert. Ist es uns möglich diese Dankbarkeit aufrechtzuerhalten, lösen sich Arroganz und Überheblichkeit auf. Es entsteht ein selbstverständliches Bedürfnis zu dienen und andere auf ihrem Weg zu unterstützen.

    Swami Niranjanananda sagt hierzu: „Der Schlüssel zu Ergebenheit ist Rücksicht. Sind wir fähig Rücksicht zu entwickeln, drücken wir eine natürliche Haltung des Respekts aus, die in aufrichtige Ergebenheit mündet.“

    Fragen für das spirituelle Tagebuch:

    • Von welchen Menschen habe ich heute Rücksicht und Verständnis erlebt?
    • Wie war meine Erfahrung damit?
    • Welchen Menschen konnte ich mit Rücksicht und Verständnis begegnen?
    • Konnte ich die positiven Qualitäten anderer Menschen in den Vodergrund stellen?
    • In welchen Bereichen meines Lebens würde ich gerne tiefere Dankbarkeit entwickeln?
    • Welche Aspekte meines Lebens habe ich heute besonders wertgeschätzt?

    Literaturempfehlung: Swami Sivananda’s 18 ITIES & the Practice of Pratyahara von Swami Sivamurti Saraswati

  • 12. Tenacity – Beharrlichkeit

    Synonyme: Standhaftigkeit, Ausdauer, Hartnäckigkeit, Unentwegtheit
    Symbolik: Stetes Wasser, das den Stein höhlt

    Beharrlichkeit zeigt sich, wenn wir auch bei schwindender Kraft und gegen Wiederstände kämpfend, ausdauernd Schritt für Schritt auf unser Ziel zugehen. Wir lassen uns nicht entmutigenden und von überwältigenden Hinternissen die Überzeugung nehmen. Wir wissen, dass wir alles erreichen können, was wir uns wohl-überlegt und ernsthaft vornehmen. Beharrlichkeit bedingt aber auch, dass wir für die Folgen unserer Entscheidungen einstehen und Verantwortung übernehmen.

    Wir erkennen, dass uns jedes Ereignis eine Chance bietet zu wachsen und uns zu entwickeln. Kombiniert mit Klugheit, kann Ausdauer und Standhaftigkeit Berge versetzen. Wie oft geschieht es, dass uns die Zuversicht zu velassen scheint, wenn unerwartet grosse Hinternisse auftauchen? Und wie oft sind wir trotz allen widrigen Umstanden schliesslich erfolgreich, wenn es uns gelingt hartnäckig zu bleiben und nicht aufzugeben!

    Swami Sivananda sagte hierzu: „Beharrlichkeit ist der natürliche Freund von Beständigkeit; sobald du dein Ziel festgelegt und deinen Weg gewählt hast, bleibe dabei. Geh niemals Kompromisse ein, wenn es um deine grundsätzlichen Prinzipen geht. Sage zu dir selbst: Ich kann mein Leben aufgeben, aber ich werden nicht von meinem Weg abweichen. Ich werde meine Versprechen niemals brechen.“

    Fragen für das spirituelle Tagebuch:

    • Wie oft war ich mir heute meinem Sankalpa bewusst?
    • Welche Situationen machten es mir schwierig meinen Prinzipien treu zu bleiben?
    • Habe ich schon ähnlich Situationen erlebt, in welchen es mir schliesslich gelungen ist, Zweifel zu überwinden?
    • Erkenne ich bereits Wirkungen meines Sankalpas?
    • Kann ich diese Fortschritte mit Dankbarkeit wertschätzen?

    Literaturempfehlung: Swami Sivananda’s 18 ITIES & the Practice of Pratyahara von Swami Sivamurti Saraswati

  • 13. Integrity – Integrität

    Synonyme: Rechtschaffenheit, Unbescholtenheit, Anstand, Ehrenhaftigkeit
    Symbolik: Ein traditioneller Schuhmacher bei seiner Arbeit

    Integrität bedeutet, dass wir die verschiedenen Aspekte unserer Persönlichkeit in ein harmonisches Gleichgewicht bringen und diese Harmonie durch unsere Handlungen und das, was wir sagen, ausdrücken. Wir sind fähig, auf Lebenssituationen mit Positivität und Kreativität einzugehen.

    Angebrachtes, wohl überlegtes und ernsthaftes Handeln ist essentieller Bestandteil von Integrität. Wir konzentrieren uns auf unsere Ziele, ohne das grosse Ganze aus den Augen zu verlieren oder die Bedürfnisse unserer Mitmenschen zu vernachlässigen. Integrität bedingt, dass wir ehrlich sind und ein rechtschaffendes Leben führen.

    Swami Satyananda sagte hierzu: „Kreativität bedeutet, dass man sein Bestes gibt, und das ist nur möglich mit Selbstdisziplin. Disziplin bedeutet nicht Härte. Es bedeutet ein mitfühlendes Leben der Integration. Yoga ist ein System von Techniken, um die Turbulenzen des Geist zu beruhigen, ihn zu leiten und seine Ausdauer zu pflegen. Bemühe dich aus diesem Grund um eine ganzheitliche Persönlichkeit.“

    Fragen für das spirituelle Tagebuch:

    • Welche äußeren Umstände haben meine innere Harmonie gefördert?
    • Welchen Situationen haben meine innere Harmonie herausgefordert?
    • Wann und wie war es mir möglich, Positivität in meinen Handlungen auszudrücken?
    • In welchen Alltagssituationen könnte ich kreativer/positiver sein? Auf welche Art?
    • Wann ist es mir gelungen, mit Bedacht und Ernsthaftigkeit zu handeln?
    • Was war das Ergebnis davon?

    Literaturempfehlung: Swami Sivananda’s 18 ITIES & the Practice of Pratyahara von Swami Sivamurti Saraswati

  • 14. Nobility – Edelmut

    Synonyme: Würde, Feinheit, Eleganz, Anmut, innere Grösse, Selbstlosigkeit, Humanität, Güte

    Ein nobler Mensch kann verzeihen und schlechte Erfahrungen loslassen. Er hat es nicht nötig Schwächen zu verbergen und kann Fehler zugeben. Erhabenheit entwickelt sich durch unsere Bemühung, die wertvollen menschlichen Qualitäten auszuprägen und eine integre Persönlichkeit zu entwickeln.

    Für diesen Prozess ist das spirituelle Tagebuch ein essentieller Begleiter. Regelmässig die vergangenen Ereignisse zu reflektieren und zu ergründen, wie das eigene Streben und Handeln zu mehr Harmonie und Kreativität führen kann, ist ein kraftvolles Werkzeug auf dem Weg zu einer freien, integren Persönlichkeit.

    Wer aus Edelmut und Wahrhaftigkeit heraus denkt, spricht und handelt, wird für andere Menschen zum Vorbild. Damit entsteht eine grosse Verantwortung, denn andere werden dieser Art zu Leben folgen.

    Das Zitat von Marianne Williamson drückt dies kraftvoll aus: „Unsere grösste Angst ist nicht, unzulänglich zu sein. Unsere tiefste Angst ist, grenzenlos kraftvoll zu sein. Es ist unser Licht, welches uns erschreckt, nicht unsere Dunkelheit.“ Erhabenheit ist die Bewusstheit, dass diese Kraft und dieses Licht Geschenke Gottes sind, um damit andere Menschen zu unterstützen, ein besseres Leben zu führen.

    Fragen für das spirituelle Tagebuch:

    • Wann traue ich mich nicht, meine Fähigkeiten zu zeigen?
    • In welchen Bereichen meines Lebens fühle ich mich befangen?
    • Welche einschränkenden Verhaltensmuster würde ich gerne durchbrechen?
    • Was würde sich dadurch in meinem Leben ändern?
    • Wann und wie gelingt es mir am besten anderen Menschen zu verzeihen?
    • Was kann ich tun, um meine Mitmenschen mehr zu unterstützen?

    Literaturempfehlung: Swami Sivananda’s 18 ITIES & the Practice of Pratyahara von Swami Sivamurti Saraswati

  • 15. Magnanimity – Großherzigkeit

    Synonyme: Großmut, Menschenliebe, Wohlwollen, Uneigennützigkeit, Altruismus

    Ein grossherziger Menschen erfasst den Wesenskern seines Gegenübers und kann sich auf die Stärken seiner Mitmenschen konzentrieren. Dadurch ist er fähig, sie in ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten. Seine ausgeprägten noblen, menschlichen Qualitäten erlauben es ihm, seine persönlichen Interessen, zum Wohle seiner Mitmenschen, spontan hinten anzustellen.

    Diese Qualität sehen wir in den Meistern der spirituellen Traditionen. Durch die eigene Selbstverwirklichung erkennen sie im Gegenüber den positiven Wesenskern und wissen intuitiv, welcher Weg und welche Methoden sich für die Entfaltung ihrer Schüler eignen.

    Swami Satyananda sagte hierzu: „Um deinen Geburtstag zu feiern, musst du dich an eines erinnern: Du bist als Mensch geboren, um die Höhen und die Weiten des Bewusstseins zu erkennen und die Grossherzigkeit deiner Seele in dir.“

    Fragen für das spirituelle Tagebuch:

    • Bei welchen Menschen fällt es mir leicht, mich auf das Positive zu konzentrieren?
    • Wann und bei wem gelingt es mir weniger gut das Positive zu anerkennen?
    • War ich mir heute meiner Stärken bewusst und konnte ich sie einsetzen?
    • Wie kann ich meinen Stärken und positiven Qualitäten vermehrt Ausdruck verleihen?
    • Habe ich meine Bedürfnisse über die meiner Mitmenschen gestellt?
    • Wo unterstütze ich andere Menschen, ohne im Gegenzug etwas dafür zu erwarten?

    Literaturempfehlung: Swami Sivananda’s 18 ITIES & the Practice of Pratyahara von Swami Sivamurti Saraswati

  • 16. Charity – Wohltätigkeit

    Synonyme: Barmherzigkeit, Nächstenliebe, Nachsicht, Karitas, Erbarmen, Hilfsbereitschaft
    Symbolik: Swami Sivananda verteilt Medikamente an Bedürftige

    Wohltätigkeit ist das spontane Ergebnis, wenn wir realisieren, dass wir alle unsere Errungenschaften, unseren Reichtum und unsere Erkenntnisse der Unterstützung anderer Menschen, unserer Lehrer und dem Segen Gottes verdanken.

    Geben und Dienen sollten zu spontanen und bedingungslosen Handlungen werden. Sie folgen der Erkenntnis, dass alles, was wir im Leben erhalten, dafür da ist, unsere Mitmenschen zu unterstützen und sie zu fördern.

    Dazu braucht es keinen finanziellen Reichtum. Wahre Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft zeigt sich nicht nur durch Almosen oder materielle Unterstützung. Das Zuwenden von Aufmerksamkeit, jemandem mit Rat und Tat in einer schweren Lebenssituation beizustehen oder auch nach einem Konflikt großzügig zu verzeihen, sind die wirklich wertvollen Aspekte von Barmherzigkeit.

    Fragen für das spirituelle Tagebuch:

    • Von welchen Menschen habe ich heute Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft erfahren?
    • Konnte ich das anerkennen und Dankbarkeit ausdrücken?
    • Gegenüber welchen Menschen habe ich heute mit Großzügigkeit gehandelt?
    • Bei wem fehlte mir die Nachsicht und aus welchem Grund?
    • Wie kann ich meine Haltung diesem Menschen gegenüber ändern?
    • War ich mir heute meines Reichtums und Gottes Segen bewusst?

    Literaturempfehlung: Swami Sivananda’s 18 ITIES & the Practice of Pratyahara von Swami Sivamurti Saraswati