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  • Mantra

    Mantra ist ein Medium zur Ausdehnung des Bewusstseins und zur Freisetzung von Energie. Das Mantra sollte eigesetzt werden um zu erwachen, rein zu werden oder besser gesagt, um Energieblockaden im Leben aufzulösen.

    Mantra muss mit Bhakti, mit Konzentration und Hingabe, geübt werden, damit der Aspirant eins mit dem Mantra wird und in ihm die höhere Wirklichkeit erwecken kann.

    Mantra ist ein Teil deiner Seele, ein Teil deines Verstandes, ein Teil deines höheren Geistes. Der Zweck des Mantras ist es, die Gesamtheit deines Geistes zu durchdringen.

    Mantra ist nicht der Name einer bestimmten Gottheit, vielmehr ist es eine machtvolle Klangschwingung. Je öfter du diese Schwingung erzeugst, umso stärker wird ihre Kraft und umso grösser die Wellenlänge.

    Stelle dir einen See vor, der ruhig und still da liegt, und dann wirfst du einen Kieselstein hinein. Dieser wird kreisförmige Wellenbewegungen erzeugen. Wenn du einen größeren Stein ins Wasser wirfst, wird er größere Wellen und weitere Kreisbewegungen erzeugen. Genau dasselbe geschieht auch im Ozean des Geistes.

    Du tust so viele, offensichtlich sinnlose Dinge im Leben. Warum also nicht fünf zusätzliche Minuten mit dem Mantra üben verbringen?

    Das Original findest du im Yoga Magazin vom Juni 2020 auf der Website der Bihar School of Yoga.

  • Korrekte Atmung

    Hinweis vom SYF Übersetzer-Team: Während den 20 Jahren, in denen Swami Satyananda Saraswati die Bihar School of Yoga in Munger aufbaute, reiste er auch unermüdlich um den Globus um Yoga zu verbreiten. Während unzähligen Vorträgen und Unterweisungen sprach er zu allgemeinen Themen des spirituellen Lebens und vermittelte Einsichten in die ursprünglichen Philosophien und Wissenschaften des Yoga, des Tantra und der Veden. Die folgenden Zitate stammen aus Satsangs dieser Zeit, während denen er auf direkte Fragen von Schülern, in seiner unnachahmlich, spontanen Art, antwortete. Sie werden mit freundlicher Genehmigung des Yogamagazines übersetzt und veröffentlicht.

    Folgende Zitate findest du im Yoga Magazin vom Juni 2020.

    Was ist mit korrekter Atmung gemeint?
    Swami Satyananda: Die meisten Menschen atmen falsch, denn sie nutzen nur einen kleinen Teil ihrer Lungenkapazität. Die Atmung ist dann oberflächlich und führt dem Körper den für die gute Gesundheit notwenigen Sauerstoff und Prana nicht ausreichend zu. Die ersten Übungen, die den Pranayama Schülern gelehrt werden, sind vorbereitende Techniken, die zu einem korrekten Atemverhalten führen. Darüber hinaus tragen sie dazu bei, die Achtsamkeit auf den Atemvorgang zu konzentrieren, der normalerweise unbeachtet bleibt. Obwohl das Erlernen eine gewisse Dauer beansprucht, ist es möglich, den Atemvorgang unter bewusste Kontrolle zu bringen. Sobald die Atmung korrigiert ist, fühlt man sich deutlich besser. Beim Einatmen sollte sich der Bauch ausdehnen und beim Ausatmen sollte sich der Bauch zusammenziehen. Kontraktion und Ausdehnung des Bauches sollten mit dem Atemprozess synchronisiert werden. Das ist auch bei allen Tieren zu beobachten. Schau einem Hund oder einer Katze oder irgendeinem anderen Tier zu. Der Atem ist sowohl kräftig als auch subtil. Der kräftige Atem ist spürbar und der subtile Atem kann nicht wahrgenommen werden. Wenn der Atem subtil wird, verbessert er die Qualität der Achtsamkeit. Die Ein- und Ausatmung sollte gleichmäßig sein. Sie sollte weder zu stark oder zu schwach noch unterbrochen oder unregelmässig sein.

    Warum lehrt Yoga das richtige Atemverhalten?
    Swami Satyananda: Bevor Yoga Schüler Pranayama erlernen, müssen sie ein Feingefühl für den Atemvorgang entwickeln und die Muskeln im Lungenraum neu trainieren, so dass sich ihre vitale Kraft steigert und sie auf Pranayama vorbereitet sind. Rhythmisches, tiefes und langsames Atmen stimuliert einen ruhigen und zufriedenen Geisteszustand. Gleichzeitig entspringt diesem Zustand ein langes, rhythmisches Atemmuster. Unregelmäßiges Atmen stört die Gehirnrhythmen und führt zu physischen, emotionalen und mentalen Blockaden. Diese wiederum verursachen innere Konflikte, eine unausgeglichene Persönlichkeit, bringen die Lebensweise durcheinander und führen zu Krankheiten. Pranayama sorgt für regelmäßige Atemmuster, unterbricht den erwähnten Negativzyklus und kehrt den schwächenden Prozess um. Dies geschieht mit der gewonnenen Kontrolle über den Atem und führt zur Wiederherstellung der natürlichen, entspannten Rhythmen von Körper und Geist.

    Was sind die körperlichen Vorteile einer tiefen und langsamen Atmung?
    Swami Satyananda: Tiefes Atmen ermöglicht eine maximale Sauerstoffaufnahme bei jedem Atemzug, und die langsame Atmung ermöglicht einen optimalen Sauerstoff-Kohlendioxid-Austausch. Es braucht eine gewisse Zeit, damit Sauerstoff von den Lungen in das Blut und Kohlendioxid aus dem Blut in die Lungen gelangen kann, von wo es dann in die Luft ausgestoßen wird. Bei rascher Atmung wird der optimale Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid in den Lungen nicht erreicht. Ist die Atmung langsam, dann kann der optimale Austausch stattfinden. Deshalb ist das Zusammenspiel von Tiefe und Geschwindigkeit der Atmung so bedeutend.

    Warum ist die Wissenschaft des Atmens so wichtig für das Wohlbefinden?
    Swami Satyananda: Pranayama hat eine zweifache Wirkung. Er hilft, das physische System rein und in gutem Zustand zu halten und sowohl die mentalen als auch die emotionalen Aspekte des menschlichen Wesens zu kontrollieren, zu regulieren und zu lenken. Pranayama beinhaltet kontrolliertes, rhythmisches und regelmäßiges Atmen. Prana ist die grobstoffliche Manifestation der subtilen, universellen, kosmischen Kraft im physischen Körper. Es ist diese kosmische Energie, die allen fühlenden Wesen Leben schenkt. Pranayama ist die Technik der Erhaltung und Verteilung dieser Lebenskraft. Beim Einatmen wird Sauerstoff aufgenommen und beim Ausatmen wird Kohlendioxid ausgestossen. Die Sauerstoffanreicherung des Systems macht den Körper rein, leicht und aktiv. Solange die Wissenschaft des Atmens nicht richtig verstanden und korrekt geübt wird, besteht die Wahrscheinlichkeit einer Unausgewogenheit beim Atmen, die zu verschiedenen Arten von mentalen und emotionalen Konflikten und zu Impulsivität führen kann. Die Welt mit ihren unzähligen Freuden und Leiden hat einen heftigen Einfluss auf das Individuum, und oft gelingt es nicht, einen praktischen Weg zu finden, sich an das Leben anzupassen. Die Wirkungen von Prana auf den Menschen und die Wechselbeziehung zwischen Geist und Körper werden im Yoga vollständig erkannt und verstanden.

    Wie beeinflusst die Art des Atmens die Lebenserwartung?
    Swami Satyananda: Nicht nur die Lebensqualität wird durch den Atem beeinflusst, auch die Lebensdauer ist vom Atemrhythmus abhängig. Die Yogis und Rishis des Altertums studierten die Natur sehr genau. Sie stellten fest, dass Tiere mit einer langsamen Atemfrequenz, wie Pythons, Elefanten und Schildkröten eine lange Lebensdauer haben, während Tiere mit schnellem Atemrhythmus, wie Vögel, Hunde und Hasen nur wenige Jahre leben. Sie schlussfolgerten anhand dieser Beobachtungen, dass das langsame Atmen für ein langes Leben essenziell sei. Demzufolge haben Menschen, die kurz und schnell atmen, höchstwahrscheinlich eine kürzere Lebensdauer als solche, die langsam und tief atmen. Auf physischer Ebene lässt sich das durch die enge Verbindung von Atmung und Herz erklären. Eine tiefe Atemfrequenz erhält das Herz stark, besser genährt und trägt zu einem längeren Leben bei. Tiefes Atmen erhöht auch die Aufnahme von Energie durch Pranamaya Kosha und das steigert die dynamische Kraft, die Vitalität und das allgemeine Wohlbefinden.

    Aus der “Conversations on the Science of Yoga” Serie – Hatha Yoga Book 7, Hatha Yoga and Health

  • Eine positive Einstellung bewahren

    Versuche die Kraft zu entwickeln, alle schädlichen oder unerwünschten Einflüssen von dir abzuwehren, indem du dich selbst positiv stimmst. Auf diese Weise wirst du empfänglich für alle höheren, inneren Impulse der Seele und für alle höheren Kräfte und Einflüsse von außen. Mach dir selbst folgenden Vorsatz: «Ich verhalte mich allen irdischen Dingen gegenüber positiv und bin empfänglich für alle höheren Einflüsse.» Indem du diese Haltung immer wieder bewusst einnimmst, wird sie bald zur Gewohnheit.

    Im Verstand gibt es sowohl Zweifel als auch das Reale. Wenn ein Zweifel aufkommt, ob es Gott gibt oder nicht, ob die Selbstverwirklichung gelingen wird oder nicht, sollte er durch Affirmationen wie die folgende beseitigt werden: «Ich werde mit Bestimmtheit erfolgreich sein. Daran besteht kein Zweifel.» Autosuggestion besteht aus kraftvollen Beteuerungen. Die Formulierung, «ich werde in jeder Hinsicht jeden Tag besser und besser», wird dir Gesundheit und Erfolg bescheren. Wiederhole dies mental während dem Tag. Beschäftige dich ständig damit. Du wirst zu dem werden, was du denkst. Der Geist hat die Fähigkeit, aus dem Himmel die Hölle zu machen und aus der Hölle den Himmel. Er ist die Ursache von Himmel und Hölle, von Befreiung und Gefangenschaft. Möge Gott dir die Kraft geben, deinen Geist zu erobern und ewigen Frieden und ewige Glückseligkeit zu genießen!

    Du findest das Original auf: http://www.yogamag.net/archives/2016/bfeb16/prat.shtml 

  • 2. Regularity – Regelmässigkeit

    Synonyme: Gleichmäßigkeit, Ebenmass, Ordnung, Regularität, Systematik
    Symbolbild: Der Rhythmus von Tag und Nacht, den Gezeiten im Meer und den Jahreszeiten

    Regelmäßigkeit bedeutet, dass wir im Alltag wissen, wann was ansteht und es auch dann erledigen. Wir sind beständig und ausgeglichen in unseren Aktivitäten, denn wir wissen, wann für uns der ideale Zeitpunkt ist morgens aufzustehen und abends schlafen zu gehen. Das Gleiche gilt für das Essen, das Sadhana, die mentalen und körperlichen Aktivitäten etc. Als Basis dient uns die tägliche Routine, die wir durch ein ausgewogenes Zeitmanagement aufrechterhalten. Wir schaffen uns damit Freiräume und erhalten Energie, die wir positiv nutzen können.

    Regelmäßigkeit fördert Willenskraft und gibt uns Struktur in Phasen von Wandel und Veränderungen. Wir erhalten den nötigen Rückhalt um Herausforderungen bewusst und offen zu begegnen.

    Swami Niranjanananda sagt hierzu: „Regelmäßigkeit zeugt für einen positiven und stabilen Geist. Wir sind unbeständig, wenn der Geist unstabil ist. Wenn wir den Geist sich selbst überlassen und ihm erlauben sich wie ein wilder Affe aufzuführen, setzt Unregelmäßigkeit ein. Führen wir ihn aber in Richtung Stabilität und Beständigkeit, entsteht Regelmäßigkeit.“

    Fragen für das spirituelle Tagebuch:

    • Wann war es mir heute möglich meine Routine aufrechtzuerhalten und was half mir dabei?
    • Wann fällt es mir schwer einer geregelten Tagesstruktur zu folgen?
    • Mit welchen Maßnahmen kann ich mein Time Management verfeinern?
    • Konnte ich mir heute Zeit für mich selbst nehmen?
    • Wie hat sich das auf mein Wohlbefinden ausgewirkt?

    Literaturempfehlung: Swami Sivananda’s 18 ITIES & the Practice of Pratyahara von Swami Sivamurti Saraswati

  • 3. Absence of Vanity – Fehlende Eitelkeit

    Synonyme: Bescheidenheit, Verzicht auf Hochmut, Überheblichkeit und Arroganz
    Symbolbild: Ein Schäfer bei seiner Arbeit

    Wir sind frei von Eitelkeit, wenn wir uns trotz Erfolg nicht in den Vordergrund drängen und keine Form von Überheblichkeit und Arroganz entwickeln. Wir geben mit unseren Fähigkeiten nicht an, sondern setzen sie unprätentiös zum Wohle aller ein.

    Eitelkeit entwickelt sich, wenn wir zu stark mit unserem Erscheinungsbild und dem was andere von uns denken, beschäftigt sind. Dem können wir entgegenwirken, wenn wir alle Mitmenschen auf Augenhöhe respektieren und kein falsches Bild von uns präsentieren. Wir verhalten uns authentisch in Handlung und Sprache und versuchen nicht andere zu beeindrucken oder unsere Schwächen zu kaschieren.

    Swami Niranjanananda sagt hierzu: „Kannst du natürlich sein? Wenn du natürlich sein kannst, hast du Eitelkeit überwunden. Sobald du versuchst als zu selbstsicher oder nicht selbstbewusst genug zu erscheinen, gibst du der Eitelkeit nach. Bescheidenheit ist das Gegenmittel zu Eitelkeit. Wenn es dir gelingt, in allen Situationen bescheiden zu bleiben, wirst du Eitelkeit überwinden.“

    Fragen für das spirituelle Tagebuch:

    • Wann ist es mir heute gelungen authentisch und bescheiden zu sein?
    • Welche Situationen oder Menschen haben mich dazu verführt ein verzerrtes Bild von mir darzustellen?
    • Was war die treibende Kraft für mein Verhalten?
    • Wie würde ich in einer vergleichbaren, zukünftigen Situation handeln?

    Literaturempfehlung: Swami Sivananda’s 18 ITIES & the Practice of Pratyahara von Swami Sivamurti Saraswati

  • 4. Sincerity – Ernsthaftigkeit

    Synonyme: Echtheit, Seriosität, Sachlichkeit, Würde, Vertrauenswürdigkeit, Authentizität
    Symbolik: Ein großer alter Eichenbaum

    Ernsthaftigkeit bedeutet, dass unsere Motive, unser Fühlen und Denken mit dem, was wir sagen und wie wir handeln, im Einklang stehen. Wir sind echt, wenn unser äußeres Erscheinen mit unserem inneren Bestreben übereinstimmt. Dazu gehört auch, dass wir Abmachungen und Versprechen einhalten.

    Stimmen unsere Motive mit dem, was wir versuchen darzustellen, nicht überein, meldet sich unser Gewissen und wir erleben Schuldgefühle und innere Konflikte. Leben und handeln wir hingegen ernsthaft und echt, fördern wir das Vertrauen in uns selbst. Das Resultat ist Vertrauen in unsere Mitmenschen, unsere Umgebung und unseren Lebensweg.

    Swami Niranjanananda sagt hierzu: „Ernsthaftigkeit ist ein wichtiges Sadhana und eine Haltung, die kultiviert werden muss. Frage dich: „Bin ich wahr zu mir selbst?“ Dies ist keine oberflächliche Frage. Ernsthaftigkeit benötigt Reinheit und Unschuld des Herzens. Es ist ein Ausdruck der bedingungslosen Existenz, Shiva, SELBST, Bewusstsein.“

    Fragen für das spirituelle Tagebuch:

    • In welchen Situationen habe ich heute ernsthaft und echt gesprochen und gehandelt?
    • Welche Situationen verführten mich dazu, mich zu verstellen?
    • Bei welchen Menschen verstecke ich mich hinter einer Maske?
    • Welche Masken sind das?
    • Was ist mein „Vorteil“ wenn ich diese Masken aufsetze?
    • Bennene eine reale, immer wiederkehrende Situation, in der du dich in Zukunft echter und ernsthafter verhalten möchtest.

    Literaturempfehlung: Swami Sivananda’s 18 ITIES & the Practice of Pratyahara von Swami Sivamurti Saraswati

  • 5. Simplicity – Schlichtheit

    Synonyme: Klarheit, Anspruchslosigkeit, Nüchternheit, Einfachheit
    Symbolik: Gänseblümchen auf einer Wiese

    Durch Ernsthaftigkeit und Echtheit entwickelt sich Schlichtheit. Wir beginnen zu verstehen, dass wir vieles angehäuft haben und uns daran festhalten, obwohl wir es nicht benötigen. Dieses Überfülltsein verkompliziert unser Leben und macht es unübersichtlich. Wir tendieren dazu, uns in Nebensächlichkeiten zu vergessen und verlieren den Kontakt zu unserer wahren Natur.

    Schlichtheit bedeutet, dass wir überflüssige Gegenstände, aber auch Beziehungen, Gewohnheiten und Verhaltensmuster loslassen. Wir befreien uns von unnötigem Ballast und vereinfachen unseren Lebensstil und -ausdruck. Dies hat eine kraftvolle Wirkung auf unseren Geist und die Sinneswahrnehmungen. Sie sind weniger zerstreut und der Geist wird ruhig und zentriert.

    Swami Sivananda sagt hierzu: „Sei schlicht. Sei einfach in deiner Sprache. Verdreh keine Worte oder Gesprächsthemen. Sei klar. Vermeide Diplomatie, Überheblichkeit und Unehrlichkeit. Sei schlicht in deiner Bekleidung. Iss einfache Speisen. Spricht normal, in kurzen Sätzen.“

    Fragen für das spirituelle Tagebuch:

    • Welches Verhalten hat mir heute meinen Alltag verkompliziert?
    • Wie möchte ich mich in Zukunft in ähnlichen Situationen verhalten?
    • Wie würde sich das auf mein Leben auswirken?
    • Welche Dinge benötige ich nicht mehr und kann sie weggeben oder entsorgen?
    • Definiere eine Beziehung, in der du unnötig emotional verstrickt bist.
    • Wer hat aus dieser Beziehung einen Nutzen?
    • Was wäre die Folge, wenn du diesen Mensch loslassen würdest?

    Literaturempfehlung: Swami Sivananda’s 18 ITIES & the Practice of Pratyahara von Swami Sivamurti Saraswati

  • 6. Veracity – Aufrichtigkeit

    Synonyme: Wahrhaftigkeit, Redlichkeit, Ehrlichkeit, Lauterkeit, Offenheit
    Symbolik: Großmutters Apfelkuchen, ein ehrlicher Handschlag

    Aufrichtigkeit bedeutet, dass wir uns nach der Wahrheit richten. Wir stehen zu dem, was wir sagen und erfüllen, was wir versprechen. Sind wir unsicher, ob wir unser Wort halten können, kommunizieren wir das ehrlich und klar. Wir verzichten darauf, uns zu verstellen oder einen falschen Eindruck zu erwecken. Wir verdrehen keine Fakten um an unsere Ziele zu gelangen, oder andere Menschen von unseren Ansichten und Vorhaben zu überzeugen.

    Wenn wir uns ehrlich und direkt ausdrücken beachten wir gleichzeitig, dass unsere Worte niemanden verletzen. Wahrhaftigkeit darf keine Entschuldigung dafür sein, anderen Menschen Schmerz zuzufügen. Wird Aufrichtigkeit auf hoher Stufe gelebt, ist Ahimsa, die Gewaltlosigkeit, ein integraler Bestandteil.

    Wahre Aufrichtigkeit beinhaltet, dass wir die Meinungen und Empfindungen anderer Menschen akzeptieren und respektieren. Wir sind uns bewusst, dass unser Empfinden der Wahrheit nicht mit dem übereinstimmen muss, was ein anderer Mensch denkt und fühlt. Aufrichtigkeit ist eine persönliche Angelegenheit. Sie ist dann erfüllt, wenn Handeln und Sprechen mit dem individuellen, persönlichen Gewissen übereinstimmen.

    Swami Niranjanananda sagt hierzu: „Wahrheit ist Diplomatie. Keine verdrehte oder politische Diplomatie, sondern eine Diplomatie, die aus dem Verständnis entsteht, wie unsere Worte den Geist einer anderen Person beeinflussen können.“

    Fragen für das spirituelle Tagebuch:

    • Wann bin ich heute für meine Wahrheit eingestanden?
    • Gegenüber welchen Menschen war ich unehrlich? Was waren die Gründe dafür?
    • Wann und wie gelingt es mir, die Wahrheit auf sanfte und fürsorgliche Weise auszudrücken?
    • Wann verletzte ich Menschen in dem ich zu kompromisslos kommunizierte? Was sind die Folgen?
    • Wie kann ich gewaltfrei kommunizieren, ohne mein Empfinden für die Wahrheit zu verdrängen?

    Literaturempfehlung: Swami Sivananda’s 18 ITIES & the Practice of Pratyahara von Swami Sivamurti Saraswati

  • 7. Equanimity – Gleichmut

    Synonyme: Ausgeglichenheit, Gefasstheit, Seelenruhe, Harmonie
    Symbolik: Ein japanischer Garten

    Gleichmut bedeutet, dass wir auch in Extremsituationen gefasst und ruhig bleiben. Wir können inneres Gleichgewicht aufrecht erhalten, unabhängig von Erfolg oder Versagen, Gewinn oder Verlust sowie Freude oder Schmerz. Gegensätze haben keinen Einfluss auf die innere Harmonie einer ausgeglichenen Persönlichkeit.

    Mit gleichmütigem Geist gelingt es uns den Alltag so zu meistern, dass wir unsere Mitmenschen unterstützen können ohne unsere eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen. Wir sind fähig, das Wohl anderer Menschen in unseren Lebensplan miteinzubeziehen und gleichzeitig wissen wir, was wir für unser eigenes Glück benötigen.

    In Gleichmut ist unser inneres Wesen aufmerksam beobachtend, ruhig und verständnisvoll. Wir erkennen, welche Handlungen in welcher Situation angebracht sind und welche nicht, wann wir uns einbringen müssen und wann es sich anbietet abzuwarten oder loszulassen, wann wir Stellung beziehen sollten und wann es nötig ist sich zurückzuziehen.

    Swami Satyananda sagt hierzu: „Das Innerste unserer Persönlichkeit ist voller Licht, voller Wissen, voller Frieden und voller Glückseligkeit. Diejenigen, die wissen, wie man dort hingelangt, wenn auch nur für ein paar Sekunden täglich, sind fähig, Frieden, Stille, Ausgeglichenheit und Stärke im Leben aufrechtzuerhalten.“

    Fragen für das spirituelle Tagebuch:

    • Wie harmonisch war mein Alltag?
    • In welcher Situation gelang es mir nicht, ausgeglichen zu sein?
    • Wie habe ich mit meinem Verhalten dazu beigetragen, dass die Situation zu Unruhe oder Konflikt geführt hat?
    • Was hätte ich tun können, um Ausgleich zu schaffen?
    • Wie rasch gelang es mir die Situation und den inneren Zustand der Unruhe loszulassen?

    Literaturempfehlung: Swami Sivananda’s 18 ITIES & the Practice of Pratyahara von Swami Sivamurti Saraswati

  • 8. Fixity – Beständigkeit

    Synonyme: Zielstrebigkeit, Entschiedenheit, Stetigkeit, Verlässlichkeit, Festigkeit
    Symbolik: Eine auf der Lauer liegende Katze

    Durch Ausgeglichenheit (ITY 7) entwickelt sich Beständigkeit. Sind wir ausgeglichen, wird der Geist stabil und wir sind fähig, uns auf unsere Ziele und unsere Vision zu konzentrieren. Dadurch erlauben wir unserem Potential, sich zu entfalten.

    Sind wir hingegen unbeständig, fällt es uns schwer, die Achtsamkeit zu bündeln und dadurch zerstreuen wir unsere kreativen Kräfte. Folgen wir beständig und konzentriert unseren Absichten und Zielen, entwickelt sich Achtsamkeit und leitet uns in die gewünschte Richtung.

    Beständigkeit bedeutet, dass wir einem Entschluss folgen und vermeiden, den wechselhaften und zweifelnden Tendenzen des Geistes nachzugeben. Wir sind uns unserem Sankalpa (Sanskrit: Entschluss, Vorsatz, Lebensziel) fortdauernd bewusst und bemühen uns aktiv um seine vollständige Entfaltung und Verwirklichung.

    Swami Niranjanananda sagt hierzu: „Beständigkeit ist Stabilität, Konstanz und Konzentration. Es ist eine Haltung der totalen Identifikation und Verschmelzung mit dem Objekt der Kontemplation. Yoga gibt dir ein Ziel und du musst dich mit ihm identifizieren. Wenn du hingegen alles rund um dieses Ziel herum betrachtest, wird deine Achtsamkeit rasch zerstreut und abgelenkt. Bist du aber vollkommen auf das Ziel fokussiert, dann löst sich der Rest der Welt auf, und nur du und das Ziel bleiben bestehen.“

    Fragen für das spirituelle Tagebuch:

    • Wieviel Zeit und Energie habe ich heute dafür eingesetzt, mich auf meine Ziel zu konzentrieren?
    • Wieviel Zeit habe ich ungenutzt vorbeiziehen?
    • Wie treu war ich meinem Sankalpa heute?
    • In welchen Situationen habe ich meinen Sankalpa vernachlässigt?
    • Wie hat sich das ausgewirkt?
    • Was kann ich tun, um in Zukunft meine Zeit und Energie effizienter für meine Ziele zu nutzen?

    Literaturempfehlung: Swami Sivananda’s 18 ITIES & the Practice of Pratyahara von Swami Sivamurti Saraswati