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  • Akzeptanz

    Achte auf die Warnglocke

    Akzeptanz bedeutet, dass du mit der Idee, der Umgebung, denjenigen Gedanken und mit allem, was dir Wachstum ermöglicht, eins wirst. Nicht-Akzeptanz bedeutet das Gegenteil. Sie nimmt dir die Unterstützung für dein Wachstum. Akzeptanz schafft die Grundlage für Wachstum.

    Toleranz lässt dich deine Individualität anerkennen. Das Anerkennen von Individualität führt zu Trennung, zwei bleiben zwei. Durch Akzeptanz werden die beiden getrennten Individualitäten eins.

    Wann immer es Unfrieden gab, lag es an mangelnder Toleranz und an Nicht-Akzeptanz. Es ist ein klarer Hinweis, dass Toleranz und Akzeptanz zu Harmonie führen. In Harmonie gibt es bessere Möglichkeiten und Chancen für Menschen, sich auf ihr Wachstum, ihren Fortschritt und ihre Entwicklung zu konzentrieren. Im Streit ist es schwierig, dein Gleichgewicht zu finden, da du an vielen Fronten für deine geistige, ideologische, wirtschaftliche oder sonstige Befriedigung kämpfst.

    Eine heitere und fröhliche Stimmung ist ein Zeichen für Akzeptanz. Im Zustand der Nicht-Akzeptanz gibt es keine Zuneigung und keine Lebensfreude. Die Menschen beobachten und überwachen sich nur gegenseitig. In der Nicht-Akzeptanz herrscht Trennung und fehlende Teilnahme – in Akzeptanz entsteht vollkommene Verschmelzung.

    Darum ist es so wichtig, die Starrheit des Geistes und sein Wesen zu beobachten. Wann immer du in einer Situation erkennst, dass Intoleranz und Nicht-Akzeptanz aufkommen, sollte in deinem Verstand eine Warnglocke klingeln, die dir sagt: „Ich bin auf dem falschen Weg, ich bin auf dem falschen Weg.“

    — 8. November 2015, Ganga Darshan, Munger

    Das Original findest du im Yoga Magazin vom August 2016.

  • Jenseits des Körpers

    Im Hatha Yoga sind sieben Bhumikas, Bedingungen oder Ebenen definiert. Die erste ist Shodhanam, was Reinigung oder Entgiftung bedeutet. Welche Übung auch immer du machst, selbst wenn es Pawanmuktasana ist, das erste Ergebnis ist Entgiftung und Reinigung. Egal, ob es sich um das Üben von Asana oder um Shatkarma handelt, es führt zuerst zur Reinigung der Körpersysteme und zum Ausgleich der drei Wirkprinzipien: Pitta, Kapha und Vata – Galle, Schleim und Gas.

    Nach Reinigung und Gleichgewicht kommt die zweite Bedingung: Sthairyam, Stille. In den Yoga Sutras wird Sthairyam als Sthiram Sukham Asanam dargestellt. Stille des Körpers bedeutet, dass du in der Lage bist, die Bewegung und Aktivität der Sinne zu meistern. Die Beherrschung der Sinnesaktivitäten führt zur Stille. Solange die Sinnesaktivitäten hyperaktiv sind, wirst du keine Stille erfahren. Selbst wenn du deine Augen schliesst, können sich deine Augäpfel noch immer rasch bewegen, so dass du unruhig, verwirrt und definitiv nicht fokussiert bist. Jede Aktivität der Sinnesorgane unterbricht den Zustand der Stille und des Gleichgewichts, der sowohl physisch als auch psychologisch ist.

    Die dritte Bedingung ist Drirhata, Festigkeit. Wir haben die Übung durchgeführt, bei der du dir vorstellst auf einem Dreieck zu sitzen und dann den Körper in eine Pyramide einhüllst. Zu diesem Zeitpunkt wurdest du unbeweglich. Der Körper war still und fest. Kein einziger Körperteil bewegte sich und du fühltest dich wohl in diesem Zustand. Beständigkeit bedeutet ein unveränderlicher Zustand des Wohlbefindens: absolutes und totales Wohlbefinden, keine Ablenkung oder Störung jeglicher Art.

    Die vierte Bedingung ist Dhairyam, Geduld. Aus Beständigkeit entsteht Geduld. Hier findet ein Übergang statt vom Körper zum Geist, denn Geduld ist eine Eigenschaft des Geistes, während Beständigkeit eine Eigenschaft der Sinne ist. Wenn der Geist ruhig ist, besteht Geduld. Der aufgewühlte Geist ist ungeduldig. Geduld ist ein Zustand und eine Bedingung des Geistes. In diesem Zustand wirst du durch nichts gestört und bist in der Lage, ganz bequem darin zu verweilen.

    Es fällt den Menschen schwer, einen friedvollen und ruhigen Geist zu ertragen. Obwohl alle nach Frieden streben, kann niemand damit umgehen. Geduld ist ein Zustand, der sich im Geist einstellt, wenn es keine Ablenkung durch sinnliche Aktivitäten, durch die Karmendriyas und Jnanendriyas, gibt. Dieser Zustand beeinflusst den Geist und er wird ruhig und friedvoll. Sobald die Sinne und der Geist still und ruhig werden, wird die fünfte Stufe Laghavam oder Leichtigkeit des Körpers, erfahren.

    Sobald die Sinne und der Geist still und ruhig werden, wird die fünfte Stufe Laghavam oder Leichtigkeit des Körpers, erfahren.

    In alten Zeiten gingen Mönche auf Reispapier, um ihre Konzentrationsfähigkeit und die Kontrolle über ihre Sinne zu testen. Wenn sie ohne einen Abdruck zu hinterlassen darüber gehen konnten, wurde davon ausgegangen, dass sie die Sinne beherrschten und die Leichtigkeit des Körpers erlangt hatten. Dies ist eine der Prüfungen in den Shaolin Kampfkünsten, denn die Kontrolle des Pranas macht den Körper leicht. Je fokussierter du bist, desto leichter wird dein Körper.

    Laghavam oder Leichtigkeit des Körpers wird als natürliches Ergebnis der Harmonie zwischen den Sinnen und dem mentalen Verhalten betrachtet. Die Aktivität der Sinne steht für die pranische Aktivität und die Geduld für die mentale Aktivität. Leichtigkeit wird also erfahren, wenn mentale Aktivität und pranische Aktivität im Gleichgewicht sind.

    Aus der Leichtigkeit entsteht Pratyaksham. Es ist der Zustand, in dem es dir gelingt, dich damit zu identifizieren, was du erfährst. In der Morgenklasse wurdest du gebeten wahrzunehmen, wie bewusst du in jeder der fünf Komponenten der Asana Übung warst. Wenn du deine Bewusstheit in jeder Komponente hundertprozentig entwickelst, ist das Pratyaksham: vollständige Absorption und Identifikation mit dem, was du tust und erlebst. Du wirst eins mit der Bewegung, du wirst eins mit der Erfahrung von Prana, du wirst eins mit dem Atem, du wirst eins mit der Visualisierung, du wirst eins mit dem Chakra, du wirst eins mit dem Mantra. Dieser Klang schwingt in dir – er ist nicht nur eine mentale Wiederholung, er wird zu einer lebendigen Erfahrung. Visualisierung, Atem, Prana, sie alle werden zu lebendigen Erfahrungen. Es kann geschehen und wird geschehen, wenn du dir Zeit gibst. Pratyaksham bedeutet also, eine Erfahrung zu leben.

    Pratyaksham führt zur siebten Bedingung, Nirlipta, einem Zustand der mentalen Unbeteiligtheit. Du bist nicht involviert, du bist einfach die beobachtende Person, Drashta. Du bist nicht Bhokta, der Genießer oder die Erfahrende. Sobald du fähig bist, deine eigenen Erfahrungen zu beobachten, wirst du Nirlipta. Du kultivierst die Fähigkeit zu sehen, die beobachtende Person zu werden.

    Diese sieben Zustände oder Bedingungen müssen sich mit der Übung von körperlichem Yoga entwickeln. Sobald sie gemeistert sind, gehst du zum mentalen Yoga über. Ob es Shatkarma, Asana, Pranayama, Mudra, Bandha oder irgendeine andere körperliche Übung ist, sie wird dich durch diese sieben Zustände führen, was den Fortschritt in deinem Sadhana anzeigt. Sie repräsentieren das Ergebnis der körperlichen Übung. Wenn du Shatkarma ausführst, erlangst du Shodhanam, wenn du Asana und Pranayama übst, werden Sthairyam und Dhairyam erreicht. Wenn du Pranayama perfektionierst, erfährst du Laghavam. Auf diese Weise wird dich jede Übung zu einem Zustand führen und auf eine weitere Ebene bringen, denn das ist Ziel und Zweck der Übung.

    Yama und Niyama
    Während du die körperliche Übung ausführst, gibt es noch einen weiteren Aspekt, den du berücksichtigen solltest: die mentale Bewusstheit, die Einstellung oder den Zustand, den du schaffst, um den Fortschritt deines Sadhanas zu unterstützen. Die Übung ist körperlich und die innere Haltung ist mental. Diese Haltung wurde als Yama und Niyama bezeichnet.

    Yama und Niyama wurden als Ethik, Moral und Disziplinen des Yoga ins Deutsche übersetzt. Damit wird man ihrer Bedeutung nicht gerecht. Yama bedeutet „aufrechterhalten“, einen Zustand aufrechterhalten, den du erlangt hast. Wenn du einen Zustand erlangt hast und ihn aufrechterhältst erlebst du ein Yama. Es ist ein Zeichen dafür, dass du einen negativen Zustand durchlaufen hast und zu etwas Positivem geworden bist. Yama bedeutet also, das Positive im Auge zu behalten, die Erfahrung des Positiven im Leben zu werden.

    Es gibt zwei Felder, auf denen du dich bewegst. Das eine ist das Feld der Positivität, der Hoffnung und der Freude. Das andere ist das Feld der Negativität, der Verzweiflung und des Leidens. Es ist deine Wahl, in welchem Feld du dich bewegen willst. Die dem Leben innewohnende Tendenz ist, sich dem Negativen zuzuwenden, während du auf das Positive hoffst und danach strebst. Während du auf das Positive hoffst und danach strebst, sind alle Antworten und Reaktionen in deinem Alltag negativ eingefärbt. Deine Aggression, dein Ärger, deine Frustration, deine Gier, dein Ego sind negativ gefärbt. Und das ist es, was du lebst. Es zeigt, dass dich die natürliche Anziehungskraft im Leben in Richtung des dunkleren Feldes bewegt.

    Deine Richtung muss sich ändern. Du musst dich mit dem helleren, strahlenden und positiven Feld verbinden. Das ist der Punkt, an dem die innere Haltung ins Spiel kommt. Mit Hilfe der Bewusstheit kannst du das Negative deiner Einstellung in etwas Positives umwandeln und eine andere innere Haltung schaffen. Das ist das Pratipaksha Bhavana, welches Swami Sivananda verkündete. Pratipaksha Bhavana ist nichts anderes als die Kultivierung verschiedener Yamas, also positiver Eigenschaften im Leben. Yamas sind nicht nur diejenigen, welche in den Yoga Sutras erwähnt werden. Yamas sind all jene Qualitäten, die das kreative und positive Du zum Vorschein bringen. Swami Sivananda zeigte dies auf, als er sagte: „Verwandle stets das Negative in das Positive, einen schlechten Gedanken in einen positiven Gedanken.“ Doch es ist schwierig. Der Geist strebt immer nach dem Negativen und den Nachteilen, er sucht nicht nach dem Positiven und Optimistischen. Die größte Herausforderung im Yoga ist der Umgang mit dem Geist.

    Raja Yoga klingt sehr schön, aber hat er bei dir funktioniert? Du meditierst schon so lange. Hat sich in deinem Leben etwas verbessert? Du musst evaluieren, was mit dir geschehen ist, was du durch deine Übung gewonnen hast.

    In der physischen Dimension von Yoga gibt es zwanzig Yamas und zwanzig Niyamas. Es sind Gedankenmuster, welche die Reaktionen des Geistes verbessern. Wenn du einer dieser Ideen bis zu ihrem Ende folgst, wird sie das Wesen des Geistes verwandeln. Wenn du ein schmutziges Tuch zusammen mit Waschpulver in die Waschmaschine gibst, ist das Tuch nach einiger Zeit sauber. Genauso kann „die Seife von Positivität“ den Geist allmählich von negativem Schmutz befreien. Und dann kann sich schliesslich der strahlende Geist zeigen. Das ist das Ergebnis von Yama und Niyama. Yamas fördern die Bewusstheit für deine Reaktionen und ob du positiv, konstruktiv und kreativ reagierst oder nicht. Es ist die Feinabstimmung des Geistes durch die Kultivierung von Gedanken, Samskaras und Ideen, die positiv und erhebend sind.

    Niyamas sind Bedingungen, die den Lebensstil regulieren und eine gewisse Ordnung, ein System, eine Abfolge und ein Fortschreiten in deine Routine bringen. So wird die Feinabstimmung der täglichen Routine durch dein Üben dazu führen, die sieben Zustände und Bedingungen zu erlangen und die Feinabstimmung der inneren Haltung wird das menschliche Wesen verbessern.

    — Veröffentlicht in: „Progressive Yoga Vidya Training, Serie 5, Yoga Vidya verstehen“
    Das Original findest du im Yoga Magazin vom August 2021.

  • Jenseits des Geistes

    Können Sie erklären, was unser letztendliches Ziel ist?

    Seit vielen tausend Jahren versuchen Weise die Antwort auf die Frage zu finden, warum wir geboren wurden. Ist es nur ein biologischer Zufall? Ist es Gottes Wille oder sind wir ein Produkt der Natur im Laufe der Evolution? Letztendlich glaube ich nicht, dass sie zu einem Ergebnis gekommen sind. Niemand konnte eine endgültige Antwort geben. Religionen, Philosophien, Mystik, Okkultismus, magische Wissenschaften, dialektischer Materialismus – wie du weisst, kamen sie alle auf ihre eigenen Schlüsse. Es gibt keine endgültige Antwort.

    Ich glaube jedoch, dass Ziel und Zweck der Inkarnation und der Geburt des Menschen darin bestehen, dass die Natur den höheren Geist in ihm erweckt. Der Mensch von heute ist nicht die Krönung der Schöpfung. Wir sind nicht das letzte Kapitel von dem, was die Natur erschafft. Nach uns wird eine andere Rasse kommen. Ich will nicht behaupten, dass sie nur einen Fuss oder vier Finger haben werden, oder dass sie kleiner oder grösser, schwarz oder weiss sein werden. Aber was ihre äußeren Merkmale angeht, werden sie schöner sein. Wir sind körperlich nicht schön. Unsere Augen, unsere Wangen und unsere Nase stehen in keinem Verhältnis zueinander, deshalb sind wir nicht schön. Sie werden schöne Menschen sein und sie werden auf der intuitiven Ebene, aus dem höchsten Geist heraus agieren.

    Glauben Sie, dass wir nach einem höheren Geist streben?

    Ich habe noch keine endgültigen Antworten gefunden, aber so viel weiss ich: Der nächste Schritt für den Menschen sind Entdeckung im Bereiche des Geistigen. In diesem Jahrhundert hat er Materie in Form von Chemikalien und Elementen entdeckt und viele Wunder vollbracht, wie die Erfindung von Radios und Computern. Der nächste Bereich der Entdeckung wird der Geist sein. Der Mensch war in der Lage, tief in die Materie einzudringen, sie zu analysieren, zu teilen, zu spalten und dann die Energie freizusetzen – egal um welche Energie es sich handelt, ob elektrische Energie, Kernenergie oder thermonukleare Energie. Auf die gleiche Weise wird der Mensch in Zukunft in der Lage sein, den Geist zu analysieren, die Welle des Bewusstseins in uns, die wir nicht sehen können, von der wir aber wissen, dass wir sie haben. Allem voran, weil wir denken und traurig und glücklich sein können. Dieser Geist muss erfasst werden. Er muss entdeckt werden. Die Entdeckung des Geistes ist das ultimative Ziel von Yoga – dass dies auch das Ziel des menschlichen Lebens ist, will ich nicht behaupten. Yoga kann uns helfen, den gesamten Geist zu entdecken. Darüber hinaus muss meiner Meinung nach ein anderer Weg gefunden werden.

    Sie meinen, wir schöpfen unser Potenzial nicht voll aus?

    Es muss etwas jenseits von Yoga geben. Es ist zu früh, um Yoga aufzugeben, sich gegen Yoga auszusprechen oder auf die Grenzen von Yoga hinzuweisen. Es ist zu früh dazu und du solltest es nicht tun, aber es gibt einen Zeitpunkt im Leben eines Menschen, an dem er Yoga nicht mehr braucht, weil der Zweck von Yoga darin besteht, ihn an einen Punkt zu bringen, an dem er mit dem Geist umgehen kann. Danach tritt Yoga in den Hintergrund. Etwas anderes muss kommen. Dieses Andere könnte ein anderer Swami sein, der vielleicht in hundert, zweihundert oder dreihundert Jahren kommt. Es ist zu früh, darüber zu sprechen und es ist nicht notwendig zu denken, dass du es wüsstest.

     

    Das Original findest du im Yoga Magazin vom Dezember 2025.

  • Einführung

    Hari Om
    In den vergangenen drei Jahren, haben wir jeweils zu Beginn eines Monates eine Tugend (ITY) von Swami Sivananda, zusammen mit Fragen für das spirituelle Tagebuch, vorgestellt. Neu möchten wir uns den Leitsätzen widmen, die Swami Satyananda in seinem Klassiker ‘A Systematic Course in the Ancient Tantric Techniques of Yoga and Kriya’ definierte. Die Leitsätze dienen dazu, mentale Muster, die zu Konflikten und Verspannungen führen, mit positiven Einstellungen auszugleichen.

    Die Wissenschaft und Kunst der Entspannung
    Im ersten Kapitel des Buches (Thema 5) erklärt Swami Satyananda die yogische Sicht über Entspannung:

    „Entspannung ist eine Kunst, für die es verschiedene Übungengibt, die man erlernen und nutzen kann, um Geist und Körper zu entspannen und dem Leben einen Ausdruck des Wohlbefindens zu verleihen. Entspannung ist aber auch eine Wissenschaft, weil sie auf soliden wissenschaftlichen Fakten basiert.
    […]
    Entspannung ist im Leben von uns allen unentbehrlich. Mit Entspannung ist gemeint, Spannungen im Körper und Geist für eine bestimmte Dauer loszulassen um vollständige Erholung und Regeneration zu erlangen. Dies ist eigentlich die Aufgabe des Schlafes, aber wegen des spannungsgeladenen Lebens, das die meisten Menschen während des Tages führen, kann der Schlaf seine Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen. Viele Menschen können sich selbst im Schlaf nicht entspannen – sie fahren fort, sich Sorgen zu machen und zu versuchen, ihre Probleme zu lösen. Dies führt nicht zur Erholung, die Körper und Geist benötigen. Sie wachen am Morgen auf, sind immer noch erschöpft und bleiben es auch während des Tages. Es ist ein heimtückischer Kreislauf – weil sie am Abend, immer wieder mit den angehäuften Spannungen des Tages und der Erschöpfung der vergangenen Nächte mit unzureichendem Schlaf, zu Bett gehen. Es ist kein Wunder, dass viele Menschen am Wochenende einen grossen Teil ihrer Zeit schlafend verbringen – sie benötigen es. Aus diesem Grund sollte der moderne Mensch systematische Techniken nutzen können, die Entspannung herbeiführen. Schlaf ist immer noch notwendig, aber er muss mit Techniken ergänzt werden, die schnell und wirksam Sorgen und Stress beseitigen.“

    Wir alle kennen diese Techniken, es sind Yoga Nidra und Shavasana gemeint. Viele von uns führen sie regelmässig aus, vielleicht sogar täglich, und trotzdem erleben wir immer noch Verspannungen und die daraus resultierenden negativen Symptome in Körper und Geist. Swami Satyananda erklärt im selben Artikel weiter:

    „Nun haben wir aber ein Problem. Während der beschriebenen Entspannungsübung hast du Stille erfahren und deinen Körper ausgeruht. Aber zehn Minuten später triffst du jemanden, den du überhaupt nicht magst. Deine Ruhe und dein Wohlbefinden lösen sich umgehend auf. Adrenalin wird ausgeschüttet. Du wirst wieder zu deinem verzerrten „normalen“ Selbst: depressiv, zornig, aggressiv und angespannt. Dein Geist ist darauf programmiert, in dieser Art und Weise zu reagieren. Du hast keine andere Wahl, als wütend zu werden, wenn du diese Person triffst.
    […]
    Die Grundursache für Verspannungen liegt in unserem falschen Denken über unsere Mitmenschen und unsere Umgebung. Unsere Art zu denken harmoniert nicht mit unserem äusseren Umfeld. Dies resultiert in Interessenkonflikten zwischen uns und anderen Personen. Unser Innenleben stimmt nicht mit unserem tatsächlichen Existenzmuster überein. In anderen Worten: Wir leben wie ein Fisch ausserhalb des Wassers, ständig kämpfen wir gegen unsere Umgebung, anstatt mit dem Leben zu verschmelzen und zu fliessen.
    […]
    Normalerweise kann ein Individuum nur beschränkt Einfluss auf seine Umgebung nehmen, daher muss die Veränderung, die Harmonie bringt, von innen kommen. Namentlich in der inneren Einstellung zum Leben und zu anderen Personen. Wenn du friedlich mit deiner Umgebung koexistierst und dich nicht länger absonderst, dann lösen sich Verspannungen auf, du beginnst dich zu entspannen.“

    Die Grundursache von Anspannung
    Im zweiten Kapitel des Buches (Thema 7) stellt Swami Satyananda eine Methode vor, um Denkmuster zu ändern und die innere Einstellung zu Lebenssituationen ins Positive zu wandeln, mit dem Ziel, längerfristig dauerhaftere Entspannung und Gleichmut im Leben zu erreichen. Er beschreibt sie wie folgt:

    „Es ist eine Methode, die auf den ersten Blick wie ein moralischer Kodex oder eine Belehrung erscheint. Sie ist jedoch nur ein Mittel zum Zweck. Es ist ein Werkzeug, um etwas dauerhaftere Entspannung in das Leben eines Menschen zu bringen, so dass er schließlich damit beginnen kann, die innere Dimension seines Geistes zu erforschen und die eigentliche Ursache von Anspannung aufzulösen.
    […]
    Die formulierten Leitsätze sind nicht belehrend gemeint. Sie sind ein Mittel zum Zweck. Um es nochmals zu betonen, es sind Vorschläge, mit denen du beginnen kannst, deine Einstellung zu Lebenssituationen bewusst zu ändern. Sie dienen dazu, dass du dich ausreichend entspannen kannst, um schließlich durch Meditationsübungen in deinen Geist einzutauchen und die tieferen, negativen Aspekte deiner mentalen Natur aufzulösen. Die Leitsätze sollen nicht deinen Lebensstil ändern, und wir raten dir davon ab, dass du sie dir ständig aufzwingst. Erinnere dich einfach in deinem Alltag an sie. Ihre Anwesenheit wird dich von innen, sozusagen aus deinen unterbewussten “Einstellungszentren”, unterstützen.“

    Diese Leitsätze, zusammen mit Fragen für das spirituelle Tagebuch, werden wir euch Schritt für Schritt in den kommenden Monaten vorstellen.

    Februar – Leitsatz 1
    „Bemühe dich, andere Menschen vollständig zu akzeptieren. Versuche, sie nicht hauptsächlich als Objekte für deine eigenen Vorteile zu benutzen. Versuche, andere so zu akzeptieren wie sie sind, da auch sie entsprechend ihrer mentalen Konditionierung handeln. Was du siehst, ist nur eine äußere Manifestation ihres mentalen Programms. In dieser Hinsicht sind sie nicht anders als du selbst, es unterscheidet sich lediglich die Programmierung. Du bist dir jetzt deiner Abhängigkeit von deiner mentalen Konditionierung bewusst, und sie haben es vielleicht noch nicht wahrgenommen. Wenn du die Anderen besser akzeptieren kannst, dann werden wiederum sie beginnen, dich zu akzeptieren. Lache über dich selbst, über dein Verhalten und über deine Eskapaden.“

    Fragen für das spirituelle Tagebuch
    • Wie stark war heute deine Akzeptanz gegenüber anderen Menschen? Bestimme einen Wert von 1-10.
    • Gab es eine bestimmte Situation mit einem Menschen, welche dich negativ, gereizt oder wütend gemacht hat?
    • Bestimme das genaue Gefühl, das du erlebst, wenn du an diese Situation zurückdenkst.
    • Was fällt dir als erstes ein, wenn du wieder an diesen Menschen denkst?
    • Zähle nun von diesem Menschen alle positiven Qualitäten auf, die dir einfallen.
    • Zum Abschluss kannst du einen Sankalpa machen, dich von nun an auf die positiven Qualitäten dieses Menschen zu konzentrieren.

     

    Quelle: Das Buch ‘A Systematic Course in the Ancient Tantric Techniques of Yoga and Kriya’  findest du auf satyamyogaprasad.net – der Artikel ‘Die Wissenschaft und Kunst der Entspannung’ beginnt ab Seite 29 und der Artikel ‘Die Grundursache von Anspannung’ ab Seite 58.

  • In Andere hineinversetzen

    Swami Satyananda: “Versuche dich in die Lage der Anderen zu versetzen. Anstatt blind gemäß deiner Programmierung zu reagieren, versuche den Standpunkt der anderen Person zu verstehen. Es kann beispielsweise sein, dass du wütend wirst, wenn eine Person die Tür nicht schließt. Anstatt dich der Emotion von Wut hinzugeben, frage dich, warum sie die Tür offengelassen hat. Vielleicht war sie in Eile. Vielleicht war sie gedankenverloren. Vielleicht ist es Teil ihrer mentalen Programmierung, Türen stets offen zu lassen. Vielleicht ist sie in einem Haus aufgewachsen, das gar keine Türen hatte. Sei dir auch bewusst, dass es deine Programmierung ist, wütend zu werden, wenn jemand die Tür offenlässt. Erkenne wie du vollkommen automatisch reagierst. Versuche, dein Reagieren anzupassen, dass Türen, die offen gelassen werden, nicht zu emotionalen Verstimmungen führen. Wende dies auch auf andere Situationen in deinem Leben an.”

    Fragen für das spirituelle Tagebuch

    • War ich mir heute meiner Reaktionen auf äussere Einflüsse bewusst? Bestimme einen Wert von 1-10.
    • Hat ein anderer Mensch durch seine Handlungen negative Reaktionen in mir ausgelöst?
    • Beschreibe diese Reaktion und ergründe, wodurch sie genau ausgelöst wurde (z. Bsp. Glaubenssätze, Gefühle der Benachteiligung, Unverständnis etc.).
    • Versuche dich in die andere Person hinein zu versetzen und zu erkennen, wieso sie in dieser Situation so gehandelt hat und wie sie selbst die Situation erlebt haben mag?
    • Gelingt es dir, beide Seiten (deine eigene und die des Mitmenschen) in Frieden und mit einem guten Gefühl coexistieren zu lassen?

    Erinnere dich an Swami Satyanandas Worte: “Die Leitsätze, die wir formuliert haben, sind nicht belehrend gemeint. Sie sind ein Mittel zum Zweck. Um es nochmals zu betonen, es sind Vorschläge, mit denen du beginnen kannst, deine Einstellung zu Lebenssituationen bewusst zu ändern. Sie dienen dazu, dass du dich ausreichend entspannen kannst, um schließlich durch Meditationsübungen in deinen Geist einzutauchen und die tieferen, negativen Aspekte deiner mentalen Natur aufzulösen.

    Die Leitsätze sollen nicht deinen Lebensstil ändern und wir raten dir davon ab, dass du sie dir ständig aufzwingst. Erinnere dich einfach in deinem Alltag an sie. Ihre Anwesenheit wird dich von innen heraus, sozusagen aus deinen unterbewussten “Einstellungszentren”, unterstützen.”

     

    Quelle: Das Buch ‘A Systematic Course in the Ancient Tantric Techniques of Yoga and Kriya’  findest du auf satyamyogaprasad.net – der Artikel ‘Die Wissenschaft und Kunst der Entspannung’ beginnt ab Seite 29 und der Artikel ‘Die Grundursache von Anspannung’ ab Seite 58.

  • Schwierige Situationen

    Swami Satyananda: “Stelle dich schwierigen Situationen. Normalerweise gestalten wir unser Leben so, dass wir mit Menschen, die wir nicht mögen, so wenig wie möglich zu tun haben. Wir versuchen ständig, uns mit Menschen und Situationen zu verbinden, die mit unserer emotionalen Programmierung übereinstimmen. Auf diese Weise leben wir immerfort entsprechend unserer individuellen Vorurteile. Sehe und behandle schwierige Situationen und Feinde als deine größten Lehrer. Sie können uns am deutlichsten zeigen, wie unser mentales Programm funktioniert. Es sind unsere Feinde, die unsere emotionalen Konflikte und Vorurteile an die Oberfläche bringen. Die wenigsten von uns sind sich ihrer Programmierung und Konditionierung wirklich bewusst. Wenn wir sie erkennen, können wir beginnen, damit zu arbeiten.”

     

    Fragen für das spirituelle Tagebuch

    • Konnte ich heute meinen Mitmenschen verständnisvoll und gelassen begegnen? Bestimme einen Wert von 1-10.
    • Haben sich mir Vorurteile gegenüber einem bestimmten Menschen gezeigt?
    • Benenne diese Vorurteile und versuche zu erkennen, woher sie stammen (Erziehung, vorangegangene Erfahrungen, Glaubenssätze etc.).
    • Mit welcher inneren Haltung könnte ich diesem Menschen in Zukunft begegnen, um den Konflikt zu überwinden?
    • Was könnte eine praktische Massnahme (ein klärendes Gespräch, eine verzeihende Geste etc.) sein, um die Beziehung zu diesem Menschen harmonischer werden zu lassen?
    • Nimm dir einen Moment Zeit und setze dich ruhig hin. Erinnere dich nochmals an die schwierige Situation und den darin involvierten Menschen. Nutze nun deine Vorstellungskraft und verändere diese Situation in deinem Geiste so, dass du diesem Mitmenschen mit Freundlichkeit, Gelasseheit und Verständnis begegnest. Betrachte all die unterschiedlichen Empfindungen, die du dabei erlebst.

    Erinnere dich an Swami Satyanandas Worte: “Die Leitsätze, die wir formuliert haben, sind nicht belehrend gemeint. Sie sind ein Mittel zum Zweck. Um es nochmals zu betonen, es sind Vorschläge, mit denen du beginnen kannst, deine Einstellung zu Lebenssituationen bewusst zu ändern. Sie dienen dazu, dass du dich ausreichend entspannen kannst, um schließlich durch Meditationsübungen in deinen Geist einzutauchen und die tieferen, negativen Aspekte deiner mentalen Natur aufzulösen.

    Die Leitsätze sollen nicht deinen Lebensstil ändern und wir raten dir davon ab, dass du sie dir ständig aufzwingst. Erinnere dich einfach in deinem Alltag an sie. Ihre Anwesenheit wird dich von innen heraus, sozusagen aus deinen unterbewussten “Einstellungszentren”, unterstützen.”

     

    Quelle: Das Buch ‘A Systematic Course in the Ancient Tantric Techniques of Yoga and Kriya’  findest du auf satyamyogaprasad.net – der Artikel ‘Die Wissenschaft und Kunst der Entspannung’ beginnt ab Seite 29 und der Artikel ‘Die Grundursache von Anspannung’ ab Seite 58.

  • Das Potential anderer

    Swami Satyananda: “Denke daran, dass jeder Mensch das Potenzial hat, höhere Ebenen von Bewusstheit zu erlangen. Die gegenwärtige Verhaltensweise eines Menschen gegenüber seiner Umwelt oder dir, wird durch mentale Programme bestimmt. Seine gegenwärtige Lebensweise ist vorübergehend und wird sich ändern und harmonischer werden, sobald er beginnt, sich selbst und seinen Geist zu verstehen. Jeder von uns hat unausgeschöpftes Potential, welches nur darauf wartet, sich zu entfalten. Versuche, dieses Potenzial in allen Menschen zu sehen, egal wie schwierig es auch sein mag.”

    Fragen für das spirituelle Tagebuch

    • Konnte ich heute meinen Mitmenschen urteilsfrei begegnen? Bestimme einen Wert 1-10.
    • In welchen Momenten haben sich Vorurteile gezeigt?
    • Bei welchen Menschen fiel es mir schwer, ihnen unvoreingenommen zu begegnen?
    • Benenne die Vorurteile, die sich gezeigt haben und versuche zu erkennen, woher sie stammen.
    • In welchen Situationen gelingt es mir spontan und offen auf meine Umgebung zuzugehen? Was zeichnet diese Situationen aus?
    • Setze dich für einen Moment ruhig hin und erinnere dich nochmals an eine Situation, in der sich dir Vorurteile gegenüber einem Mitmenschen gezeigt haben. Nutze nun deine Vorstellungskraft und verändere diese Situation in deinem Geiste, so dass du diesem Mitmenschen mit der inneren Haltung von Offenheit, Herzlichkeit und Spontanität begegnest. Betrachte die Empfindungen, die du dabei erlebst.

    Erinnere dich an Swami Satyanandas Worte: “Die Leitsätze, die wir formuliert haben, sind nicht belehrend gemeint. Sie sind ein Mittel zum Zweck. Um es nochmals zu betonen, es sind Vorschläge, mit denen du beginnen kannst, deine Einstellung zu Lebenssituationen bewusst zu ändern. Sie dienen dazu, dass du dich ausreichend entspannen kannst, um schließlich durch Meditationsübungen in deinen Geist einzutauchen und die tieferen, negativen Aspekte deiner mentalen Natur aufzulösen.

    Die Leitsätze sollen nicht deinen Lebensstil ändern und wir raten dir davon ab, dass du sie dir ständig aufzwingst. Erinnere dich einfach in deinem Alltag an sie. Ihre Anwesenheit wird dich von innen heraus, sozusagen aus deinen unterbewussten “Einstellungszentren”, unterstützen.”

     

    Quelle: Das Buch ‘A Systematic Course in the Ancient Tantric Techniques of Yoga and Kriya’  findest du auf satyamyogaprasad.net – der Artikel ‘Die Wissenschaft und Kunst der Entspannung’ beginnt ab Seite 29 und der Artikel ‘Die Grundursache von Anspannung’ ab Seite 58.

  • Identifikation loslassen

    Swami Satyananda: “Identifiziere dich nicht vollständig mit deinen Handlungen, deinem Körper oder deinem Verstand. Auch wenn du versuchst, deinen Verstand zu verändern, ist er nur ein Teil von dir. Er ist nicht dein Bewusstsein, der Beobachter, der alle Ereignisse sieht, die in deinem Leben geschehen. Die meisten von uns identifizieren sich vollständig mit dem Verstand und dem Körper. Wir ignorieren das Bewusstsein, das hinter all dem, was wir tun, liegt. Klären wir unseren Geist und Körper, beginnen wir dieses zugrundeliegende Bewusstsein zu erkennen und uns mit ihm zu identifizieren.”

     

    Fragen für das spirituelle Tagebuch
    • Wie gut ist es mir heute gelungen, ein neutraler Beobachter zu sein? Bestimme einen Wert 1-10.
    • In welchen Bereichen meines Alltags gelingt es mir einfacher, wertfrei zu beobachten?
    • Wie wirkt sich die Beobachter Haltung auf mein mentales/emotionales Befinden aus?
    • Setze dich einen Moment hin, schliesse die Augen und erinnere dich an einen Moment, in dem du Frieden und Stille erfahren hast. Lass diese Stimmung nochmals lebendig werden, bis sie dein ganzes Wesen einnimmt.

    Erinnere dich an Swami Satyanandas Worte: “Die Leitsätze, die wir formuliert haben, sind nicht belehrend gemeint. Sie sind ein Mittel zum Zweck. Um es nochmals zu betonen, es sind Vorschläge, mit denen du beginnen kannst, deine Einstellung zu Lebenssituationen bewusst zu ändern. Sie dienen dazu, dass du dich ausreichend entspannen kannst, um schließlich durch Meditationsübungen in deinen Geist einzutauchen und die tieferen, negativen Aspekte deiner mentalen Natur aufzulösen.

    Die Leitsätze sollen nicht deinen Lebensstil ändern und wir raten dir davon ab, dass du sie dir ständig aufzwingst. Erinnere dich einfach in deinem Alltag an sie. Ihre Anwesenheit wird dich von innen heraus, sozusagen aus deinen unterbewussten “Einstellungszentren”, unterstützen.”

     

    Quelle: Das Buch ‘A Systematic Course in the Ancient Tantric Techniques of Yoga and Kriya’  findest du auf satyamyogaprasad.net – der Artikel ‘Die Wissenschaft und Kunst der Entspannung’ beginnt ab Seite 29 und der Artikel ‘Die Grundursache von Anspannung’ ab Seite 58.

  • Bedürfnisse

    Swami Satyananda: “Erkenne deine größten Bedürfnisse, Anhaftungen, Wünsche usw. Sei so kritisch, wie nur möglich. Eine gute Methode, um deine Anhaftungen zu entdecken, ist es, die Ursache deines momentanen Ärgers oder deiner momentanen Unzufriedenheit bis zur Quelle zurückzuverfolgen. Dort wirst du die emotionale und mentale Einstellung finden, die zur Störung geführt hat. Achte besonders darauf, wie du auf Menschen reagierst, die du nicht magst oder mit denen du nicht zurechtkommst. Diese Personen werden dir helfen, deine emotionalen Blockaden zu erkennen und eventuell sogar sie aufzulösen. Betrachte die ganze Welt und jeden darin als deinen Lehrer.”

    Fragen für das spirituelle Tagebuch
    • Habe ich heute Ärger, Irritation oder Enttäuschung erlebt?
    • Wenn ja, beschreibe die Situation in wenigen Stichworten.
    • Gab es in dieser Situation Erwartungen, Bedürfnisse und Anhaftungen von mir?
    • Was wäre geschehen, hätte ich meine Erwartungen und Anhaftungen losgelassen?
    • Zähle drei erhebende Tatsachen oder erfüllende Momente des heutigen Tages auf.

    Erinnere dich an Swami Satyanandas Worte: “Die Leitsätze, die wir formuliert haben, sind nicht belehrend gemeint. Sie sind ein Mittel zum Zweck. Um es nochmals zu betonen, es sind Vorschläge, mit denen du beginnen kannst, deine Einstellung zu Lebenssituationen bewusst zu ändern. Sie dienen dazu, dass du dich ausreichend entspannen kannst, um schließlich durch Meditationsübungen in deinen Geist einzutauchen und die tieferen, negativen Aspekte deiner mentalen Natur aufzulösen.

    Die Leitsätze sollen nicht deinen Lebensstil ändern und wir raten dir davon ab, dass du sie dir ständig aufzwingst. Erinnere dich einfach in deinem Alltag an sie. Ihre Anwesenheit wird dich von innen heraus, sozusagen aus deinen unterbewussten “Einstellungszentren”, unterstützen.”

     

    Quelle: Das Buch ‘A Systematic Course in the Ancient Tantric Techniques of Yoga and Kriya’  findest du auf satyamyogaprasad.net – der Artikel ‘Die Wissenschaft und Kunst der Entspannung’ beginnt ab Seite 29 und der Artikel ‘Die Grundursache von Anspannung’ ab Seite 58.

  • Gewohnheiten beobachten

    Swami Satyananda: „Beobachte deine gewohnheitsmäßigen Reaktionen – sowohl in Bezug auf die Menschen um dich herum als auch auf deine Umgebung. Beobachte, wie deine Anhaftung an die äußeren Umstände zu so viel Unzufriedenheit führen kann. Versuche dein Bedürfnis, Glück in äußeren Dingen zu finden, zu reduzieren. Das bedeutet nicht, dass du äußeren Reizen nicht folgen sollst, denn das würde zu einer Unterdrückung führen. Die bringt mehr Schaden als Nutzen. Führe dein Leben so weiter, wie bis anhin. Aber wenn du etwas möchtest und es nicht bekommst, dann akzeptiere es mit einem Achselzucken und mit einem Gefühl der Losgelöstheit.”

     

    Fragen für das spirituelle Tagebuch
    • Haben sich mir heute Erwartungen (an mich oder mein Umfeld) gezeigt?
    • Wenn ja, benenne sie oder beschreibe sie mit 2-3 Stichworten.
    • Sind durch diese Erwartungen Spannungen entstanden?
    • Konnte ich die Erwartungen wieder loslassen?
    • Konnte ich mich mit einem inneren Gefühl der Zufriedenheit verbinden?

    Erinnere dich an Swami Satyanandas Worte: “Die Leitsätze, die wir formuliert haben, sind nicht belehrend gemeint. Sie sind ein Mittel zum Zweck. Um es nochmals zu betonen, es sind Vorschläge, mit denen du beginnen kannst, deine Einstellung zu Lebenssituationen bewusst zu ändern. Sie dienen dazu, dass du dich ausreichend entspannen kannst, um schließlich durch Meditationsübungen in deinen Geist einzutauchen und die tieferen, negativen Aspekte deiner mentalen Natur aufzulösen.

    Die Leitsätze sollen nicht deinen Lebensstil ändern und wir raten dir davon ab, dass du sie dir ständig aufzwingst. Erinnere dich einfach in deinem Alltag an sie. Ihre Anwesenheit wird dich von innen heraus, sozusagen aus deinen unterbewussten “Einstellungszentren”, unterstützen.”

     

    Quelle: Das Buch ‘A Systematic Course in the Ancient Tantric Techniques of Yoga and Kriya’  findest du auf satyamyogaprasad.net – der Artikel ‘Die Wissenschaft und Kunst der Entspannung’ beginnt ab Seite 29 und der Artikel ‘Die Grundursache von Anspannung’ ab Seite 58.