Author: admin

  • Selbstakzeptanz

    Swami Satyananda: „Akzeptiere dich selbst. Sei dir bewusst, dass deine Handlungen das Ergebnis deiner mentalen Beschaffenheit sind. Mach dir deshalb keine Sorgen über deine Schwächen und Probleme. Akzeptiere deine Grenzen und spüre gleichzeitig das Bedürfnis, den Geist von seinen Konflikten zu befreien. Es ist unsere Unfähigkeit, uns selbst zu akzeptieren, die so viel Kummer und Leid im Leben verursacht.”

     

    Fragen für das spirituelle Tagebuch
    • Wie stark war deine Selbstakzeptanz heute? Bestimme einen Wert von 1-10.
    • Gab es eine Situation, in der du dich verurteilt hast oder unzufrieden mit dir warst?
    • Welche Gefühle erlebst du, wenn du an diese Situation zurückdenkst?
    • Bestimmt haben sich in der Situation auch positive Qualitäten von dir gezeigt? Benenne alle, die du erkennen kannst.
    • Kannst du diese Qualitäten wertschätzen und sie in den Vordergrund stellen?
    • Mache einen Sankalpa, dich auf deine positiven Qualitäten zu konzentrieren.

    Erinnere dich an Swami Satyanandas Worte: “Die Leitsätze, die wir formuliert haben, sind nicht belehrend gemeint. Sie sind ein Mittel zum Zweck. Um es nochmals zu betonen, es sind Vorschläge, mit denen du beginnen kannst, deine Einstellung zu Lebenssituationen bewusst zu ändern. Sie dienen dazu, dass du dich ausreichend entspannen kannst, um schließlich durch Meditationsübungen in deinen Geist einzutauchen und die tieferen, negativen Aspekte deiner mentalen Natur aufzulösen.

    Die Leitsätze sollen nicht deinen Lebensstil ändern und wir raten dir davon ab, dass du sie dir ständig aufzwingst. Erinnere dich einfach in deinem Alltag an sie. Ihre Anwesenheit wird dich von innen heraus, sozusagen aus deinen unterbewussten “Einstellungszentren”, unterstützen.”

     

    Quelle: Das Buch ‘A Systematic Course in the Ancient Tantric Techniques of Yoga and Kriya’  findest du auf satyamyogaprasad.net – der Artikel ‘Die Wissenschaft und Kunst der Entspannung’ beginnt ab Seite 29 und der Artikel ‘Die Grundursache von Anspannung’ ab Seite 58.

  • Im Jetzt

    Swami Satyananda: “Versuche, im Jetzt zu leben. Lebe nicht in der Vergangenheit, indem du dich über das sorgst, was bereits geschehen ist, oder indem du angenehme Erlebnisse aus der Vergangenheit noch einmal durchlebst. Nimm die Zukunft nicht vorweg. Pläne können gemacht werden, aber sehe die Planung als Teil des gegenwärtigen Moments und nicht als Teil der Zukunft. Versuche jeden Moment, jeden gegenwärtigen Augenblick, so intensiv wie nur möglich zu leben, indem du deine volle Aufmerksamkeit dem Jetzt widmest. Auf diese Weise wirst du beginnen, in vollen Zügen zu leben. Was auch immer du tust, von der Morgentoilette bis zum Essen, vom Bodenwischen bis zum Geldverdienen, versuche nicht daran zu denken, wann die Tätigkeit beendet sein wird. Genieße jede deiner Beschäftigungen zu dem Zeitpunkt, in dem du sie ausführst. Versuche die Tatsache zu genießen, dass du existierst und dass in jeder deiner Handlungen ein Ausdruck deiner Existenz liegt.”

    Fragen für das spirituelle Tagebuch
    • Wie gut konnte ich heute gegenwärtig – im Jetzt – sein? Bestimme einen Wert 1-10.
    • Wie erfahre ich mich und mein Leben, wenn ich vollkommen gegenwärtig bin?
    • Was, wer oder welche Situationen lenkten mich vom gegenwärtigen Moment ab?
    • Konnte ich meinen Zustand akzeptieren, wenn ich vom Jetzt abgelenkt wurde?
    • Erinnere dich an drei Momente, in denen du gelacht hast.

    Erinnere dich an Swami Satyanandas Worte: “Die Leitsätze, die wir formuliert haben, sind nicht belehrend gemeint. Sie sind ein Mittel zum Zweck. Um es nochmals zu betonen, es sind Vorschläge, mit denen du beginnen kannst, deine Einstellung zu Lebenssituationen bewusst zu ändern. Sie dienen dazu, dass du dich ausreichend entspannen kannst, um schließlich durch Meditationsübungen in deinen Geist einzutauchen und die tieferen, negativen Aspekte deiner mentalen Natur aufzulösen.

    Die Leitsätze sollen nicht deinen Lebensstil ändern und wir raten dir davon ab, dass du sie dir ständig aufzwingst. Erinnere dich einfach in deinem Alltag an sie. Ihre Anwesenheit wird dich von innen heraus, sozusagen aus deinen unterbewussten “Einstellungszentren”, unterstützen.”

     

    Quelle: Das Buch ‘A Systematic Course in the Ancient Tantric Techniques of Yoga and Kriya’  findest du auf satyamyogaprasad.net – der Artikel ‘Die Wissenschaft und Kunst der Entspannung’ beginnt ab Seite 29 und der Artikel ‘Die Grundursache von Anspannung’ ab Seite 58.

     

     

  • Offenheit

    Swami Satyananda: Versuche anderen Menschen gegenüber offener zu sein. Gib deinen wahren Gefühlen so oft wie möglich Ausdruck. Wenn wir versuchen, etwas zu sein, was wir nicht sind, und wenn wir versuchen, andere zu beeindrucken und unsere inneren Gefühle vor anderen zu verbergen, dann erleben wir umgehend mentale Spannung und Entfremdung. Dies verstärkt tendenziell unser Empfinden von “ich gegen den Rest der Welt”. Denke daran, selbst die unsensibelste Person kann bis zu einem gewissen Grad erkennen, wenn du versuchst etwas zu verbergen. Auch dann wenn du dein schlechtes Gewissen versteckst, denn auch sie könnte ein ähnlich schlechtes Gewissen zu verbergen versuchen.

    Fragen für das spirituelle Tagebuch
    • Konnte ich meinen Gefühlen heute Ausdruck verleihen? Bestimme einen Wert 1-10.
    • In welchen Momenten trage ich eine Maske und stelle ein falsches Bild meines Innenlebens dar?
    • Bei welchen Gefühlen gelingt es mir einfach sie zu zeigen?
    • Welche Gefühle bereiten mir Schwierigkeiten sie auszudrücken?
    • Mit welchen Menschen fällt es mir leicht meine Gefühle zu teilen?
    • Wie fühle ich mich, wenn ich meine Gefühle/Emotionen mit Anderen geteilt habe?
    • Spüre ich es auf körperlicher Ebene, wenn ich meinen Gefühlen/Emotionen keinen Ausdruck verleihen kann?
    • Setze dich einen Moment still hin, schliesse die Augen und erinnere dich an eine Situation, in der du deine Gefühle nicht kommunizieren konntest. Stelle dir dann so real wie möglich vor, wie du in derselben Situation, mit vollem Selbstvertrauen deinem Gefühl Ausdruck verleihst.

    Erinnere dich an Swami Satyanandas Worte: “Die Leitsätze, die wir formuliert haben, sind nicht belehrend gemeint. Sie sind ein Mittel zum Zweck. Um es nochmals zu betonen, es sind Vorschläge, mit denen du beginnen kannst, deine Einstellung zu Lebenssituationen bewusst zu ändern. Sie dienen dazu, dass du dich ausreichend entspannen kannst, um schließlich durch Meditationsübungen in deinen Geist einzutauchen und die tieferen, negativen Aspekte deiner mentalen Natur aufzulösen.

    Die Leitsätze sollen nicht deinen Lebensstil ändern und wir raten dir davon ab, dass du sie dir ständig aufzwingst. Erinnere dich einfach in deinem Alltag an sie. Ihre Anwesenheit wird dich von innen heraus, sozusagen aus deinen unterbewussten “Einstellungszentren”, unterstützen.”

     

    Quelle: Das Buch ‘A Systematic Course in the Ancient Tantric Techniques of Yoga and Kriya’  findest du auf satyamyogaprasad.net – der Artikel ‘Die Wissenschaft und Kunst der Entspannung’ beginnt ab Seite 29 und der Artikel ‘Die Grundursache von Anspannung’ ab Seite 58.

  • Die Essenz des Yoga

    Der Geist wird von sechs Eigenschaften beeinflusst: Eine davon ist Kama, Lust und Begierde.

    Wir alle kennen Begierde. Dann Krodha, Aggression oder Wut; Lobha, Gier; Moha,
    Verblendung – wir alle haben sie, genauso wie Mada, Ego oder Stolz und Matsarya, Eifersucht.
    Diese sechs Eigenschaften definieren das Verhalten des Geistes in unser aller Leben. Die
    Menschen reden von Anspannung, Stress und Ängsten und versuchen damit klar zu kommen.
    Sie beschäftigen sich jedoch nicht mit den Ursachen, die den Anspannungen, dem Stress und
    den Ängsten zugrundeliegen.

    Dieses Szenario ist aus der Schulmedizin bekannt: Wenn Menschen unter Bluthochdruck
    leiden, werden Tabletten eingenommen, um den Blutdruck zu senken. Die Ursache des
    Bluthochdrucks wird dabei jedoch nicht behandelt. Gegen Diabetes werden Tabletten oder
    Insulinspritzen verabreicht, um das Insulin im Körper zu erhöhen. Es wird jedoch nichts
    unternommen, um das Ungleichgewicht im Körper zu beseitigen, so dass dieser Insulin wieder
    selbst produzieren kann. An diesem Punkt ist Yoga am wirksamsten, da es dem Körper
    ermöglicht, wieder gesund zu werden.

    Das gleiche Prinzip lässt sich auf den Geist übertragen. Wenn wir von Stress oder Anspannung
    sprechen, wo liegt denn die Ursache dafür begraben? Wenn unsere sehnlichsten Wünsche
    unerfüllt bleiben, ist dies eine Ursache für Stress. Wir verbinden Stress entweder mit der Arbeit,
    der Familie, dem sozialen Umfeld oder der sozialen Situation, in der wir uns befinden. Es
    handelt sich hierbei jedoch nur um die Trigger, welche diese Eigenschaften des Geistes
    hervorbringen.

    Unzufriedenheit entsteht, wenn unsere Wünsche oder Erwartungen nicht erfüllt werden und
    dies erzeugt Stress. Unzufriedenheit entsteht, wenn wir nicht in der Lage sind, mit unseren
    Aggressionen umzugehen und das wiederum wird zur Ursache für Ängste und Anspannungen.
    Wenn wir uns also die Frage nach der Ursache von Stress und Anspannung stellen, so
    entdecken wir, dass diese ihren Ursprung in einer der sechs Tendenzen unseres Geistes
    haben.

    Wenn wir Erwachsenen oder Kindern Yoga unterrichten, beschränken wir uns nicht einzig auf
    die physische Ebene. Der Unterricht ermöglicht ihnen auch Selbstbeobachtung und erlaubt
    ihnen, ihre unkontrollierten und ungelenken Reaktionen und Erwiderungen besser zu
    bewältigen. Sobald sie diese Erfahrung machen, erleben sie die Befreiung von der direkten
    Wirkung und dem direkten Einfluss dieser mentalen Verhaltensweisen und entdecken ihren
    eigenen Frieden und ihre kreativen Kräfte.

    Es ist nicht die Körperhaltung, welche das Wesen des Menschen verändert; es ist nicht die
    mentale Übung, welche die Natur eines Menschen verändert. Es ist das Gewahrwerden
    gegenüber unserer Umwelt und gegenüber unseren Verhaltensweisen in unterschiedlichen
    Lebenssituationen. Die Essenz des Yoga liegt darin, dem Menschen die Fähigkeit zu verleihen,
    auf adäquate, harmonische, konstruktive und positive Art und Weise zu handeln, selbst unter
    destruktiven und negativen Umständen.

     

    Du findest das Original im Yogamag

  • Wie man Tugenden entwickelt

    Über den Geist – dessen Geheimnisse und wie man ihn beherrscht
    Untersuche deinen Charakter gründlich. Wähle einen herausstehenden Aspekt, den du als
    Schwäche empfindest. Finde dann das Gegenteil dieser Schwäche. Sagen wir, du leidest unter
    Gereiztheit. Das Gegenteil von Gereiztheit ist Geduld. Versuche nun diese Qualität, durch das
    Meditieren über die allgemeine Tugend von Geduld, zu entwickeln.

    Setze dich regelmässig, jeden Morgen um 4 Uhr früh, für eine halbe Stunde in einen abge
    legenen Raum, in Padmasana oder Siddhasana und beginne über Geduld nachzusinnen.
    Reflektiere deren Wert und wie man Geduld übt, wenn man provoziert wird. Nimm dir jeden Tag
    einen Aspekt vor, am nächsten Tag einen anderen. Entwickle dabei eine gleichmütige und stete
    Art des Denkens und rufe den Geist jeweils zurück, wenn er beginnt wegzudriften.
    Stelle dich dir mit perfekter Geduld vor, wie ein Vorbild für Geduld und beende dann die
    Meditation mit Entschluss: “Diese Geduld ist mein wahres Selbst, ich fühle und lebe sie ab dem
    heutigen Tag.”

    Zunächst wird sich für einige Tage wahrscheinlich keine Veränderung zeigen. Du wirst dich
    weiterhin gereizt fühlen und mit Gereiztheit reagieren. Fahre nichtsdestotrotz stetig mit dem
    morgendlichen Üben fort. In Momenten, in denen du gereizt etwas äußerst, wird ein Gedanke
    ungefragt in deinem Geist auftauchen: ”Ich hätte mich in Geduld üben sollen.” Fahre weiter fort
    mit dem Üben.

    Schon bald wird der Gedanke an Geduld zusammen mit dem gereizten Impuls auftauchen und
    dein Ausdruck, die äussere Manifestation, wird überprüft. Fahre weiterhin mit dem Üben fort.
    Der Impuls, der dich reizt und ärgert, wird von Mal zu Mal schwächer und schwächer bis zu
    dem Punkt, an dem du feststellst, dass die Gereiztheit verschwunden ist und Geduld deine
    normale Haltung gegenüber Ärgernissen geworden ist.

    Auf diese Art und Weise kannst du eine Vielzahl von Tugenden wie zum Beispiel Mitgefühl,
    Selbstbeherrschung, Reinheit, Demut, Wohlwollen, Gutherzigkeit und Grosszügigkeit
    entwickeln.

     

    Du findest das Original im Yogamag

     

  • Sankalpa und Yogatherapie

    „Während der Yoga Nidra Übung wird ein Vorsatz oder Sankalpa verinnerlicht. Es sollte etwas
    sein, das von enormer Wichtigkeit für dich ist. Vorsätze werden in Form von kurzen Sätzen im
    Unterbewusstsein verankert, wie zum Beispiel „Ich entschließe mich, mit dem Rauchen
    aufzuhören“. Im Zustand der Yoga Nidra-Passivität ist diese Autosuggestion sehr kraftvoll.
    Solche Vorsätze können dein ganzes Leben verändern. Sie werden sich zweifellos erfüllen,
    wenn du deinen Vorsatz mit genügend Überzeugung wiederholst. Mit dieser Methode kannst
    du alte Gewohnheiten ändern und gewisse geistige Erkrankungen besiegen. Sankalpas
    können eine spirituelle Zielsetzung haben wie zum Beispiel „Ich werde achtsamer werden“.
    Dein Sankalpa oder Vorsatz sollte während der Übung mehrmals wiederholt werden.“

    Swami Satyananda Saraswati

    Ein Sankalpa oder Vorsatz ist eine Affirmation, die du machst, um eine Schwäche zu
    überwinden, die deinen Körper, deine Leistung und dein Leben beeinträchtigt und um die nach
    deiner Ansicht nötige Kraft zu entwickeln, das innere Gleichgewicht herzustellen. Bilde anstatt
    nur zu sagen „Ich werde … aufgeben“, einen zusätzlichen Denkanstoß wie „Ich entwickle …“
    oder „Ich drücke meine positive Natur aus“. Auf diese Weise kannst du den Sankalpa
    entsprechend deiner Wahl und deinen Wünschen gestalten. Behandle das Thema als wäre es
    bereits verwirklicht. Sei dem, was du erreichen möchtest, einen Schritt voraus.

    Durch den Sankalpa nimmt die Empfindsamkeit und das Potential des Geistes zu. Er steigert
    die Willenskraft. Zu Beginn leitet er dich durch die Form der positiven Suggestion in die
    psychische Dimension, wo der Geist sensibilisiert wird und die Fähigkeiten des Geistes eine
    starke Kraft haben. In den anfänglichen Stadien wird der Sankalpa benutzt, die geistigen
    Energien zu bündeln und in den späteren Stadien wird psychische Energie aufgebaut.
    Zunächst scheint es eine Form von Autosuggestion zu sein, er bereitet jedoch die Grundlage
    vor, damit sich Harmonie in dir ausdrücken kann und stärkt die Fähigkeiten des Geistes.

    Sankalpa ist die Fähigkeit, die Willenskraft zu nutzen und die Kräfte im Körper-Geist zu
    harmonisieren. Diese Kräfte werden normalerweise durch innere Konflikte oder Verwirrung oder
    durch die verschiedenen äusseren Anforderungen und Verantwortlichkeiten des Lebens
    zerstreut. Der Sankalpa ist ein Werkzeug, um die Energie, den Prana, die Lebenskraft zu
    bündeln, damit sie wie ein Laserstrahl wird.

    Der Sankalpa ist eine der wichtigsten Techniken im Yoga. Er sollte jedes Mal, wenn du deine
    Yoga-Praxis beginnst, angewendet werden und nicht nur während Yoga Nidra. Die Übung von
    Yoga Nidra ermöglicht dem Sankalpa tief in die Psyche zu sinken. Wenn wir uns jedoch
    während den anderen Yogaübungen oder im täglichen Leben an den Sankalpa erinnern, hilft er
    uns, mit einem tieferen Sinn für Richtung und Absicht verbunden und geerdet zu bleiben.
    Wenn wir krank sind oder leiden, kann ein Sankalpa von besonderem Nutzen sein, denn dann
    fällt es uns oft schwer uns zu erinnern, was wir tun und weshalb wir es tun. Zudem kann der
    Therapieprozess schwierig sein, und der Weg, der zur Heilung führt, ist manchmal nicht direkt.
    Wir nutzen den Sankalpa, um uns daran zu erinnern, was wir erreichen wollen.

    Der Sankalpa ist ein Weg, um unsere Aufmerksamkeit auf einen Punkt in der Zukunft zu
    fokussieren. Es ist eine auf die Zukunft ausgerichtete Technik, damit wir mit dem Blick auf das
    Licht am Ende des Tunnels durch schwere Zeiten gehen können. Wir sind alle auf der einen
    oder anderen Ebene in Therapie. Yoga Therapie ist nur die Anwendung von Yoga unter
    medizinischen Rahmenbedingungen. Aber wir alle versuchen uns zu heilen und
    umfangreichere Ganzheit zu erfahren, und wir alle haben einen Sankalpa, sogar wenn wir uns
    dessen nicht bewusst sind.

    Stufen von Sankalpas
    Es gibt verschiedene Ebenen von Sankalpas oder Vorsätzen. Es gibt einen Hauptsankalpa, den
    wir alle besitzen, und zwar den Ursprungssankalpa. Er ist das ursprüngliche Verlangen oder
    eben der Ursprungssankalpa unseres Wesens. Der menschliche Geist funktioniert haupt
    sächlich über Verlangen. Das Wort „Verlangen“ bezieht sich hier nicht nur auf emotionales
    Verlangen, sondern eher auf Verlangen als motivierende Kraft, die danach strebt, die grund
    sätzlichen Bedürfnisse menschlicher Existenz zu befriedigen. Dies beinhaltet das Verlangen zu
    atmen, zu schlafen und zu essen. Unter diesen Bedürfnissen verborgen liegt der Grund,
    weshalb wir existieren. Dieses Grundverlangen ist vollkommen an unser Dharma, unsere
    Bestimmung, angeglichen. Es ist sehr, schwer dieses Grundbedürfnis zu erkennen. Wenn es
    sich zeigt, ist das ein großer Segen.

    Der Schlüssel, um den Sankalpa erfolgreich nutzen zu können ist, den Sankalpa, den wir
    während den Yoga Übungen machen, auf den Ursprungssankalpa unseres Wesens auszu
    richten. In einem gesunden Geist sind all unsere Bedürfnisse mit unserem Grundverlangen
    verbunden. Unsere vielen bewussten Bedürfnisse sind oft ein Versuch unseres Unterbe
    wusstseins, uns zum wesentlichen, ursprünglichen Drang, der uns als Individuum motiviert,
    zurückzubringen, und das kann für uns alle unterschiedliche Formen annehmen. Um dieses
    Grundverlangen zu definieren, müssen wir die Wahrheit unseres eigenen Seins finden. Dies
    nimmt verschiedene Formen an. Es kann Erleuchtung sein, Stärke, Liebe, oder es kann Wissen
    sein. Es kann sehr unterschiedlich sein. Manchmal ist der Sankalpa auf ein spirituelles Ziel
    ausgerichtet. Manchmal ist es ein eher psychologisches Ziel und manchmal eher ein
    weltliches. Wenn wir also bewusst einen Sankalpa wählen, müssen wir ihn auf etwas
    ausrichten, das wir wirklich wollen.

    Die Wiederholung des Sankalpas im Yoga ermöglicht uns, etwas Zeit in Kontemplation zu
    verbringen und zu versuchen, uns auf das einzustellen, was wir im Leben wirklich erreichen
    möchten, was uns tiefe Befriedigung und Erfüllung geben wird. Es ist eine grundlegende
    Übung, weil es ein Fundament für alles andere bildet. Um Befriedigung und Zufriedenheit zu
    erlangen, was die Basis für Gesundheit ist, müssen wir uns unserem innersten Ziel, unserem
    Dharma, unserer wahren Natur und dem, was wir im Leben erreichen möchten, bewusst
    werden.

    Einen Sankalpa finden
    Einen Sankalpa zu finden ist nicht einfach. Es benötigt Geduld, einen Sankalpa zu finden, der
    wirklich zu uns passt. Einige Menschen finden ihn früher, andere sind sich unklar. Einige
    möchten viele Dinge zusammen bringen, wie „Ich sollte stärker, liebevoller, weiser und reicher
    werden und einen netten Partner haben“ und vieles mehr. Diese Art von Sankalpa kann zu
    mehr Verwirrung führen. Das Wichtigste beim Formulieren des Sankalpas ist Einfachheit. Je
    einfacher er ist, desto mehr ist er in Harmonie mit der Wahrheit, nach der wir streben. Ich sage
    das aus persönlicher Erfahrung. Mein Sankalpa wurde mit der Zeit so groß, dass ich vergaß um
    was es sich handelte. War Stärke vor Liebe oder Liebe vor Stärke? Ich wurde noch verwirrter
    als ich vorher schon war. Also machte ich einen Sankalpa dafür einen guten Sankalpa zu
    finden. Es brauchte ein paar Jahre, um dies zu erreichen.

    Wenn wir uns mit einer Krankheit auseinander setzen müssen, ist es oft sehr einfach, einen
    Sankalpa zu finden, wie zum Beispiel „Ich werde gesünder“. In diesen Sankalpa miteinbezogen
    ist die Tatsache, dass wenn ich dieses Ziel erreichen will, ich sofort damit anfangen muss,
    etwas für meine Gesundheit zu tun. Es ist auch ein “unlimitierter“ Sankalpa, weil er einfach
    bedeutet, dass wir gesünder und gesünder werden, und es gibt keine Begrenzung dafür, wie
    gesund wir werden könnten. Schlussendlich kommt ein guter Sankalpa auf das zurück, was
    uns wirklich wichtig ist, und wenn wir es erreichen, werden wir zugleich auch alles andere
    erreichen. Das ist der endgültig heilende Sankalpa. Einen Weg, dieses grundsätzliche Ziel zu
    erreichen ist es, kleine Mini-Sankalpas zu haben, die von Tag zu Tag benutzt werden können.
    „Heute bin ich konzentriert“, oder „Heute werde ich meine Meditation ohne einzuschlafen
    beenden“. Das ist der Weg zur ganzheitlicher Gesundheit für Körper und Geist.

    Einen Sankalpa formulieren
    Als ich in England war, ergab sich eine anregende und zum Nachdenken ermunternde
    Diskussion über das Formulieren des Sankalpas. Es ging um die Wahl der Zeitformen,
    Gegenwarts- oder Zukunftsform. Ich habe immer vorausgesetzt, dass die Gegenwart eine
    Affirmation dessen ist, was gerade ist und dass die Zukunftsform benutzt wird, um etwas zu
    erreichen, das wir erreichen wollen. Die Schwierigkeit liegt darin, dass wir für die Zukunftsform
    das Wort „werden“ benutzen, was zugleich auch Willenskraft (Anm. der Übersetzer: engl.
    will=werden) beinhaltet. Wenn ich also die Zukunftsform benutze, heisst das für mich, dass ich
    etwas tun werde. Ich werde es mit all meiner Willenskraft machen, und ich werde es erreichen.
    Es gibt für mich keinen Zweifel. Das ist es, was das Wort „werden“ hier beinhaltet; „Ich werde
    es tun!“ Ich benutze meine Willenskraft, und wenn ich meinen Geist zu meinem Ziel lenke, lasse
    ich es zur Realität werden.

    Um einen solchen Sankalpa zu formulieren, muss ich jedoch zuerst vieles nachforschen. Ist es
    weise, dies zu wollen? Ist es für mich möglich, es zu erreichen? Was muss ich dafür tun? Wenn
    ich einmal sicher bin, was ich will, formuliere ich den Sankalpa und stelle mich auf ihn ein. Die
    Wortwahl ist weniger wichtig für mich als das Gefühl und das Wissen, dass ich dieses Ziel
    erreichen kann.

    Die Formulierung des Sankalpas kann entweder in der Gegenwart oder in der Zukunftsform
    sein, was auch immer für dich stimmt. Ich komme aus der zukunftsorientierten Schule, denn
    das funktioniert für mich. Meine Haltung ist, dabei die Willenskraft zu betonen und nicht die
    Zukunftsform. Der Sankalpa erinnert mich daran, dass ich mein Leben so weit wie möglich
    innerhalb meines Dharmas führe und einem höheren Ziel entspreche. Als ich beispielsweise
    Medizin studierte, war mein Sankalpa „Ich werde mein Medizinstudium abschließen“. Ich habe
    nicht gesagt: „Ich schließe mein Medizinstudium ab“ oder „Ich mache momentan alles dafür,
    um mein Medizinstudium abzuschließen“. Das fühlte sich zu kompliziert an.

    Wenn das Wort „werden“ für dich nicht funktioniert, dann benutze das Affirmative und bringe
    den Sankalpa in die Gegenwart. Wir sollten vorsichtig sein, nicht plötzlich Regeln, wie „Benutze
    niemals die Zukunftsform“, aufzustellen. Manchmal, wenn die Leute ihren Sankalpa in der
    Gegenwart formulieren, zum Beispiel „Mein Immunsystem bekämpft den Krebs“, gibt es
    unterschwellig einen Zweifel, sie sind sich unsicher. Wenn das passiert, können sie ihren Willen
    nicht verankern und sich nicht mit ihrer Energie verbinden. Sie wiederholen nur hoffnungsvoll
    ihren Satz und hoffen, dass er wirkt. Daran glaube ich nicht. Sie haben den Sankalpa so
    formuliert, dass er sich nicht in ihre Psyche verankert und sich nicht mit ihrer Willenskraft und
    inneren Stärke verbindet. So kann auch kein tiefer Sinn für ihren Körper und für das, was sie im
    Moment benötigen, entstehen.

    Die Kraft des Sankalpas
    Die Kraft des Sankalpas erwacht, wenn wir uns auf unsere Bedürfnisse, auf das was wir wirklich
    wollen, einstimmen. Wenn Verwirrung und Zweifel auftreten, untergraben sie den Prozess, wie
    eine gefräßige Made. Die Formulierung des Sankalpas muss mit dem, was wir erreichen wollen
    und was wir fühlen, übereinstimmen, denn wir wollen uns von Verwirrung, Zweifeln und
    Konflikten lösen.

    Wenn wir anderen Menschen helfen, ihren Sankalpa zu finden, verfeinern wir ihn, bis er sich für
    sie richtig anfühlt. Dann können wir sehen, wie sich eine gewisse Energie aufbaut. Sie sind sich
    klar darüber, was sie wollen und wohin sie gehen. Vielleicht ändern sie den Sankalpa im Laufe
    des Entwicklungsprozesses, aber sie haben ein Gefühl der wahren Überzeugung. Experimen
    tieren und Individualität sind der Schlüssel. Finde deinen eigenen Weg damit.

    Ich bin sicher, dass wir alle schon Sankalpas kreiert und Dinge damit erreicht haben. Letztes
    Jahr habe ich einen bestimmten Sankalpa entwickelt, der sich erfüllt hat. Ich sagte, ich werde
    das machen und nun, ein Jahr später, geschehen diese Dinge. Ich war von Zweifeln über
    wältigt, aber ich sagte, ich werde es tun. Und das stimmte für mich. Was ich will, ist den Leuten
    zu helfen, ihre eigene Kraft zu erfahren. Und manchmal, wenn wir eine Formel auf eine
    bestimmte Weise kreieren, verursachen wir Verwirrung, weil es nicht für alle gleich funktioniert.
    Meiner Meinung nach tue, was auch immer für dich funktioniert. Und was funktioniert sollte
    spürbar sein und inspirieren.

    Wenn wir schon lange Yoga üben, kann eine Tendenz entstehen, gelegentlich gewisse Dinge
    schwammig werden zu lassen. Dann müssen wir uns fragen: „Was vergesse ich?“, und es ist
    meistens der Sankalpa. Es kann sein, dass uns das Leben an viele verschiedene Orte bringt,
    und manchmal scheint es, dass es uns für eine Zeit lang von Yoga fortführt. Wenn wir uns aber
    stets an unseren Sankalpa erinnern, praktizieren wir eventuell eine höhere Form von Yoga und
    sind ehrlicher zu uns selbst. Wenn du deinen Sankalpa aufrecht hältst, trägst du Yoga mit dir,
    wohin auch immer du gehst.

    Für Therapiezwecke kannst du einen Sankalpa wie „Ich werde stärker“ formulieren, „Ich werde
    gesünder sein“, „Ich mache mich stark und überwinde alle Hindernisse“, „Mein Immunsystem
    wird jeden Tag stärker“ oder etwas, das dir hilft, deine eigene Stärke zu spüren. Finde einen
    Sankalpa und wiederhole ihn jeden Tag. Alles kann im Leben versagen, nicht aber der
    Sankalpa, der mit Entschlossenheit, Willenskraft, Beharrlichkeit und Aufrichtigkeit realisiert wird.

     

    Du findest das Original im Yogamag

  • Tantra

    Heute erleben wir das Wiedererwachen einer sehr alten Menschheitskultur. Das Ziel und die
    Basis dieser Kultur war, das individuelle Bewusstsein aus den Fesseln der weltlichen oder
    menschlichen Begrenzungen zu befreien und weiterzuentwickeln. Sie stammt aus einer
    vergangenen Zivilisation, die sich den tiefer liegenden Mysterien des Menschseins bewusster
    war. Statt die Geheimnisse der Materie zu entdecken, bevorzugten sie es, die Mysterien des
    Geistes und des Bewusstseins zu ergründen. Jahrhundertelang führten unsere Vorfahren
    dieses Wissen in ruhmreicher Tradition fort. In den letzten Jahrhunderten jedoch hat ein
    dunkles Zeitalter die Menschheit überschattet, in dem wir die materielle Seite des Lebens und
    der Gesellschaft entwickelten, dafür aber den spirituellen oder wichtigeren Teil unseres Lebens
    vollkommen vernachlässigt haben.

    Tantra und der Geist
    Diese alte Kultur basierte auf Tantra, jener Wissenschaft, die sich mit der Ausdehnung des
    Bewusstseins und der Loslösung dieses Bewusstseins von der Materie beschäftigt. So wie der
    Wissenschaftler durch einen Prozess der Spaltung und Verschmelzung Energie von Materie
    trennt, kann der Geist in Tantra durch den Prozess von Spaltung und Verschmelzung verfeinert
    werden. Die tantrischen Lehrer haben den Geist nie als „Gedanken“ definiert, haben ihn
    niemals als „Emotionen“ definiert; der Geist ist weder Gedächtnis noch Emotionen oder
    Gedanken, keine Kalpas oder Sankalpas, Gedanke und Gegengedanke. Der Geist ist nur
    Bewusstsein. Die Emotionen, das Gedächtnis, usw. und die sich verändernden Projektionen
    des Geistes sind nicht der Geist selbst.

    Es gibt zwei große Kräfte, die der menschlichen Existenz zugrunde liegen. Eine ist der Geist,
    die andere ist das Prana. Dieser Geist ist das zentrale Thema von Tantra. Es ist wichtig, dass
    der Geist, der die Eindrücke, das Wissen, die Samskaras etc. in sich trägt, befreit wird, um in
    seiner wahren Natur scheinen zu können. Durch den Weg der tantrischen Meditation können
    wir den Geist auf diese Weise erfahren. Die meisten von uns, die schon mal etwas über den
    Geist gelesen haben, haben eine gewisse Vorstellung von ihm, aber es ist keine Erfahrung, es
    ist nur ein intellektuelles Konzept. Die Yogis jedoch, die den Geist erlebt haben, konnten die
    Kraft erfahren.

    Gehen wir zurück zu Tantra. Die zwei Kräfte, die der menschlichen Existenz zugrunde liegen,
    sind als Shiva und Shakti bekannt. Shiva ist Bewusstsein und Shakti ist Energie. Bewusstsein
    plus Energie ist Existenz. Wenn Bewusstsein und Energie in Kontakt kommen und eine
    Interaktion zwischen ihnen stattfindet, beginnt die Schöpfung. Der tantrische Yogi versucht
    diese beiden Prinzipien, durch das Üben von Dhyana Yoga, aufzuspalten, und auf diese Weise
    ist er in der Lage, Kraft, Wissen und Erfahrung zu erschaffen.

    Natürlich sind Geist und Prana kosmische Kräfte, die in jedem menschlichen Wesen vorhanden
    sind. Sie sind verantwortlich, für das ganze Leben, Handeln und Wissen. Wenn nun Geist und
    Prana nicht ausgeglichen sind, dann ist das ganze Leben im Ungleichgewicht. Deshalb
    werden in Tantra zuallererst die reinigenden Übungen des Hatha Yoga betont und deshalb
    werden sie auch so klar in den tantrischen Schriften aufgeführt. Die Harmonisierung dieser zwei
    Prinzipien und deren Ausgleich, ist als das Gleichgewicht zwischen Ida und Pingala bekannt.
    Lasst mich die Bedeutung von Tantra den Schriften gemäß erklären. Das Wort Tantra ist die
    Kombination von den zwei Begriffen „Ausdehnung“ und „Befreiung“. Wenn wir über die
    Ausdehnung des Geistes sprechen, dann sprechen wir nur von der Ausdehnung des Geistes
    vom äußeren Horizont in die innere Welt. Wenn wir den Geist nach außen, zu den Objekten um
    uns herum, mit der Hilfe der Sinne ausdehnen, erlangen wir ein bestimmtes Wissen, das jedoch
    begrenzt ist. Es gibt andere Dimensionen unserer Existenz, das sind die inneren Ebenen, und
    diese sollten erfahren werden. Aus diesem Grund müssen wir unseren Geist ausweiten, wir
    müssen unsere Aufmerksamkeit für äußere Objekte zu innerer Bewusstheit ausdehnen. Dann
    kommt die Befreiung. Das Wort „Befreiung“ sollte nicht im religiösen Sinne verstanden werden,
    sondern als Befreiung von Energie. So, wie du zunächst in einem subtilen physikalischen
    Prozess Energie von der Materie trennst, auf die gleiche Weise befreist du in Tantra, nach der
    Ausdehnung des Bewusstseins, den Geist. Wenn der Geist von den Fesseln seiner
    Verbindungen mit der Materie befreit ist, wird er homogen. Dann arbeitet er nicht mehr nur
    durch das Medium der Sinne, sondern ist in der Lage, unabhängig und eigenständig zu
    agieren. Mit diesem homogenen Geist wirst du im Erkenntnisprozess weiterschreiten bis zum
    Erkennen der grenzenlosen Realität. Das Ziel von Tantra ist es, den Suchenden zu befähigen,
    die Realität zu erfahren. Es führt uns dabei an den Verwirrung des Intellekts vorbei, und
    berücksichtigt die praktischen Schwierigkeiten des Aspiranten.

    Die Nadis – der Weg zur vollständigen Erfahrung
    Die Nadis sind das Medium für den Bewusstseinsstrom in der physischen Struktur des
    Menschen. Die geistige Energie, die pranische Energie und die spirituelle Energie durchfließen
    den Körper mittels des Mediums der Nadis. Die Nadis sind keine Nerven, wortgetreu bedeutet
    Nadi „Fließen“, so wie Strom durch Kabel fließt. So wie negative und positive elektrische
    Energie durch komplexe Kabelsysteme strömt, in der gleichen Art und Weise fließen Prana
    Shakti und mentale Shakti (Manas Shakti) durch die als Nadi bekannten Medien in alle Teile
    des Körpers. Von den 72’000 Nadis im Körper werden drei als die Wichtigsten betrachtet.
    Diese drei Nadis sind bekannt als Ida, Pingala und Sushumna. Das Ida-System ist
    verantwortlich für den Geist, Pingala ist der Kanal für den Pranafluss und Sushumna ist der
    Kanal durch den das spirituelle Bewusstsein erwacht. Nun wird das Bild klarer. Prana Shakti
    fliesst durch Pingala, Manas Shakti durch Ida und Atma Shakti durch Sushumna. Oder in
    anderen Worten: pranische Kraft, geistige Kraft und spirituelle Kraft. Diese drei sind die
    Grundbe-standteile unserer Existenz. Der Mensch ist nichts über diese drei hinaus. Wenn der
    Mensch sich selbst erkennen möchte, dann benötigt er Erkenntnisse über diese drei. Die Nadis
    werden durch den Prozess von Hatha Yoga gereinigt. In diesem Prozess reinigen wir die
    Prana-Kanäle und die Kanäle der geistigen Shakti. Zusätzlich reinigen wir durch das Üben von
    Asanas und Pranayam nicht nur die Nadis sondern auch die Drüsen.

    Es ist sehr einfach über die Verwirklichung des Absoluten zu sprechen, doch wir werden auf
    dem Weg mit so vielen Hürden konfrontiert. Mit der Reinigung der Nadis, der Drüsen und der
    ganzen physischen Struktur, leistet Hatha Yoga einen wesentlichen Beitrag um diese Aspekte
    zu erleichtern. Durch das Üben von Mudras und Bandhas sind wir in der Lage, eine
    Möglichkeit oder einen Raum zu schaffen, um die in uns innewohnende Kraft und
    Glückseligkeit zu erwecken. Lasst mich über ein oder zwei Mudras sprechen. Vipareeta Karani
    Mudra: Es ist sehr wichtig, dass wir in der Lage sind, die Shakti in uns zu sublimieren
    (umzuleiten). Gewöhnlich fließt die Shakti vom „Mond“ (Bindu Chakra) zur „Sonne“ (Manipura
    Chakra) wo sie aufgebraucht wird. Wenn wir aber durch die Übung von Vipareeta Karani
    Mudra fähig sind, den Fluss der Shakti umzukehren und zurück zu halten, sind wir in der Lage
    ein gesundes Leben zu führen und zu meditieren.

    In der Hatha Yoga Form von Khechari Mudra wird das Häutchen unter der Zunge tatsächlich
    durchgetrennt und die Zunge verlängert, damit sie in den Nasenrachen eingeführt werden
    kann. Dort stimuliert sie Lalana Chakra, eine Drüse, die sich in diesem Bereich befindet. Diese
    Drüse gibt eine Flüssigkeit ab, die als Amrit (Nektar) bekannt ist. Sie ist verantwortlich dafür,
    den Abbaustoffwechsel im Körper aufzuhalten um den Stoffwechselprozess zu verbessern. In
    Raja Yoga und in Tantra wird die Wurzel der Zunge nicht eingeschnitten. Die Zunge wird
    zurück an den weichen Gaumen gelegt, so dass sie langsam, mit der Zeit, die Drüse erreicht.
    Auch in tantrischen Meditationen, wenn das Bewusstsein erwacht, wird diese Drüse
    augenblicklich aktiviert, was denselben Effekt erzeugt.

    Wenn der Nektar zu fließen beginnt, tritt der Yogi in einen Zustand, der Unmani genannt wird,
    ein. In diesem besonderen Geisteszustand ist er sich weder des äußeren Bewusstseins gewahr
    noch schläft er. Er befindet sich in einem Zwischenzustand, in unvergänglicher Glückseligkeit.
    Der Nektar und der erzeugte „Rausch“ ist das erste Element im Tantra. In den modernen
    tantrischen Texten wird dieses besondere Element mit „Wein” übersetzt, obwohl es im Sanskrit
    nicht diese Bedeutung hat. Der Begriff Madya benennt alles, was in der Lage ist einen
    rauschähnlichen Geisteszustand zu erzeugen.

    Die Vereinigung von Shiva und Shakti
    Nach der Reinigung der Nadis durch den vollständigen Prozess von Hatha Yoga sollte man
    den Bereich von Kriya Yoga betreten. Ich persönlich finde, dass es keine bedeutendere
    spirituelle Übung gibt als Kriya Yoga. Du konfrontierst nicht nur psychische Probleme durch
    das Halten einer stabilen Körperhaltung, sondern mit jeder einzelnen Kriya Yoga Übung
    erweckst und stimulierst du gleichzeitig das tiefste Bewusstsein in dir. Kriya Yoga fällt unter die
    Kategorie von Kundalini Yoga, der Wissenschaft, die auf die Befreiung von Energie zielt.
    Wo ist diese Energie und welcher ist ihr Weg? Und was passiert, wenn sie erwacht? Gibt es
    überhaupt irgendeine Energie in diesem Körper? Oder ist dieser Körper bloß ein Bündel aus
    Fleisch, Knochen, Mark und Muskeln? Kundalini Yoga sagt, dass die Shakti schläft und dass ihr
    Sitz in Moolahara Chakra liegt. Aber sie schlummert nur durch unsere Ignoranz, weil der
    Mensch seinen instinktiven Karmas und Samskaras ausgeliefert ist. Sie kann erweckt werden
    und durch den Sushumna Kanal ins Sahasrara Chakra aufsteigen. Shakti residiert in
    Mooladhara, Shiva in Sahasrara Chakra. Shakti reist in Sushumna nach oben als würde sie eine
    Leiter erklimmen und vereint sich mit Shiva in Sahasrara. Das ist das Konzept von Maithuna,
    dem zweiten Element von Tantra. Es wird als sexuelle Paarung übersetzt und deshalb denken
    viele Leute, dass Tantra sexueller Yoga ist. In Sanskrit aber kommt das Wort „maithuna“ vom
    Wort „mithuna“, welches die Idee der Einheit von Zweien in Einem ausdrückt.

    Das Aufsteigen von Kundalini
    Die Shakti fließt durch die Wirbelsäule, entlang der Sushumna von Mooladhara direkt nach
    oben zu Ajna. Der zentrale Kanal enthält einen grauen Durchgang sowie die sechs Chakras,
    die sechs psychischen Zentren, die damit verwoben sind.

    Das Ereignis des Erwachens von Kundalini in Mooladhara ist keine Erfindung! Sehr viele
    Wissenschaftler arbeiten an diesem Thema. Ein Wissenschaftler, Dr. Motoyama aus Japan, hat
    ein kleines Gerät entwickelt, mit dem er in der Lage ist, die Wellen der Strömungen, die
    während des Erwachen von Kundalini in Mooladhara entstehen, zu messen.

    Kundalini ist die Shakti und das Erwachen der Kundalini bewirkt eine Veränderung in der
    Struktur des menschlichen Bewusstseins. Wenn die Natur des Geistes sich verändert,
    geschieht Mediation spontan. Meditation ist nichts, das man durch das Üben von Techniken
    erreichen kann, es ist einfach nur ein Entfalten dessen, was du wirklich bist. Die Natur des
    erkannten Bewusstseins ist Meditation. Ablenkungen werden uns aufgedrängt, Frustrationen
    werden uns aufgebürdet, Schizophrenie wird uns auferlegt. Sie sind nicht Teil unsere Natur, sie
    werden unserer Natur von Aussen aufgezwungen. Die wirkliche Natur unseres Geistes ist
    glückselig und ständige Meditation. Und es ist möglich, dies durch das Erwachen von
    Kundalini zu entfalten. Deshalb erreichen wir durch die Übungen von Hatha Yoga, Asanas,
    Pranayama und Kriya Yoga indirekt eine vollkommene Verwandlung der Struktur des Geistes.
    Es gibt viele niedrige Erscheinungsformen des Geistes, die verworfen werden müssen. Obwohl
    es viele niedere Ausdrücke und Erscheinungsformen des Geistes gibt, sollten wir auf gar
    keinen Fall dagegen ankämpfen, sondern diese transzendieren. Wenn du deine Augen schließt
    und versuchst, den Geist zu konzentrieren und gegen diese Tendenzen, Eindrücke und
    Samskaras anzukämpfen, wirst du damit wahrscheinlich dein ganzes Leben verbringen. Und
    viele haben genau das gemacht. In Tantra sagen wir, wenn gewisse Lebenssituationen den
    Geist rastlos machen können, dann können gewisse Situationen auch Samadhi herbeiführen.
    Es ist nur ein Frage, wie du die Probleme des Geistes angehst.

    Mit dem Geist kämpfen – was für ein seltsames Problem! Wenn du versuchst, gegen deinen
    Geist durch Konzentration anzukämpfen, dann bekämpft der eine Aspekt des Geistes einen
    Anderen. So spaltest du den Geist. Eine Spaltung erfolgt auf der mentalen Ebene, und wenn
    diese sich krankhaft entwickelt entsteht Schizophrenie. Die Art und Weise wie viele Menschen
    die Probleme des Geistes angehen, erzeugen noch mehr mentale Probleme. Aber Tantra ist
    damit sehr klar. Der Weg ist es die Kundalini Shakti zu erwecken, so wird dies zu einem
    wichtigen Geschehnis im Leben eines spirituellen Aspiranten.

    Die pranische Energie lenken
    Eine der Übungen im Tantra ist als Prana Vidya bekannt, das Wissen über Prana Shakti. So wie
    du in der Lage bist, deine Hand zu bewegen und deinen Körper zu bewegen, so solltest du in
    der Lage sein, Prana zu erhöhen, wenn er zu schwach ist und zu reduzieren, wenn er zu stark
    ist. Oder ihn zu dem Körperteil zu leiten, der krank ist. Prana ist eine Kraft, sie ist die Grundlage
    des Lebens und in Wirklichkeit ist der gesamte Körper ein Wunderwerk aus Prana.

    Ich werde nie das Wort „magnetische Kraft” für Prana verwenden. Ich versuchte es auf diese
    Weise zu übersetzen, habe dabei aber versagt. Einige nennen ihn Energie, andere nennen ihn
    Vitalität, doch im Yoga ist es Prana. Prana kann durch verschiedene Wege erhöht werden und
    dadurch unser Bewusstsein beeinflussen. Pranayama ist ein Weg, Prana zu erhöhen. Er wird
    gestärkt, indem mehr Ionen in den Körper eingeatmet werden. Die Yogis lieben es im Himalaya
    Pranayama zu üben weil im Gebirge, neben Flüssen, diese Ionen reichlich vorhanden sind.
    Und wenn du Pranayama dort übst, atmest du sie ein. Und es wurde beobachtet, dass das
    menschliche Bewusstsein auch durch eine andere Pranayama-Übung beinflußt wird. Diese
    Übung ist das Zurückhalten des Atems. Allerdings sollte diese Übung von einem Meister
    gelernt werden, weil sie das Erwachen von Kundalini stark beeinflusst.

    Wie du sehen kannst, ist Shakti in Tantra äußerst wichtig und alle Übungen, die in Tantra
    beschrieben wurden, nutzen diese Shakti um den Geist zu befähigen, die übergeordnete
    Realität zu verstehen.

    Ich spreche heute Abend über Tantra mit einer klaren Absicht und ich schäme mich nicht zu
    sagen, dass ich Tantra unterrichte. Tantra ist Yoga und Yoga ist Tantra, und jeder Yogalehrer
    lehrt auch Tantra. Um Tantra zu unterrichten, musst du deine Schüler nicht lehren, zu Trinken,
    Geschlechtsverkehr zu haben oder Fleisch und Fisch zu essen. Jeder kann das machen, wenn
    er das möchte, es ist sein Leben, aber es hat mit Tantra nichts zu tun. Tantra ist eine
    Wissenschaft durch die du in der Lage bist, deine Beschränkungen zu überwinden, und seit
    Jahrhunderten hat der Mensch genau das versucht. Er benötigt keine Wissenschaft für das
    Trinken, er benötigt keine Wissenschaft für Geschlechtsverkehr und wir benötigen keine
    Metaphysik um Fleisch zu essen. Dies ist einfache Logik. Was wir jedoch brauchen ist eine
    Wissenschaft, durch die wir das, was für uns bisher unerreichbar war, kultivieren können.
    Der Geist ist sich immer Raum und Zeit bewusst und wir wollen uns dem Absoluten zuwenden.
    Der Geist ist sich ständig Aktivität bewusst und wir wollen das Höchste erfahren. Seit Anbruch
    der Schöpfung ist dies das Problem des Menschen, doch heutzutage ist das Bedürfnis
    dringend. Aus diesem Grund ist Tantra die Wissenschaft unseres Zeitalters.

    Mantra – der Klang der Befreiung
    Ein wichtiger Aspekt von Tantra sollte nicht vergessen werden, und das ist Mantra. Tantra ist
    Mantra und Mantra ist Tantra. Ohne Mantra würde es kein Tantra geben. Tantra bedeutet ein
    Prozess von Ausdehnung und Befreiung. Mantra bedeutet ein Prozess von Einkehr und
    Befreiung.

    Mantras sind nicht die Namen von Göttern und Göttinnen. Sie sind in eine bestimmte Struktur
    gesetzte Klänge, Worte und Vibrationen. Sie sind subtiler als die eigentlichen physischen
    Wellen, subtiler als irgendeine Art von Wellen, die die Wissenschaft heute kennt. Mantra kennt
    keine Einschränkung, der Geist ist das Fundament von Mantra und Mantra kann durch den
    Geist freigesetzt werden. Das Hauptmantra, das des Höchsten, ist Aum. Es ist das
    ursprüngliche Mantra, der erste Samen der Schöpfung.

    Bitte denkt daran, ich spreche hier nicht über Hinduismus, ich spreche nur über Tantra. Aber
    während ich über Tantra spreche, spreche ich auch über das Fundament des Hinduismus.
    Tatsächlich kommen alle Religionen, die ganze Bandbreite an Philosophien der Vergangenheit,
    sowie jeder Aspekt von Metaphysik aus dem Tantra. Deshalb, wenn ich euch von Aum erzähle,
    dann spreche ich über die erste Schwingung, die verantwortlich für die gesamte Schöpfung ist.
    Wir wissen nicht genau, was der Klang Aum ist, aber von unseren Lehrern und Gurus haben wir
    erfahren, dass es eine spezielle Art von Vibration ist. Wenn dieses Aum von uns erzeugt wird,
    dann hallt es durch unsere physische, astrale und spirituelle Existenz. Es beeinflußt nicht nur
    die Alphawellen des Gehirns, es reinigt nicht nur die Nadis, es beinflußt nicht nur die mikro
    kosmische Struktur unseres Körpers, sondern es lädt auch die ganze Atmosphäre um uns
    herum auf. Und wir befinden uns in einem Zeitalter, in dem wir gute wissenschaftliche
    Erkenntnisse dazu vorliegen haben.

    Konzentriere dich auf Aum, verwandle dein Bewusstsein in Aum und dann übertrage die
    Vibration und die Strömung von Aum. Dein Sohn, deine Frau oder Mann im Raum nebenan
    werden es direkt empfangen, wenn sie dazu bereit sind. Die Kraft von Mantra ist größer als die
    Kraft einer nuklearen Waffe. Es gibt keinen Vergleich, denn die Kraft von Mantra ist eine
    konstruktive Kraft und durch das wiederholen von Mantra erwecken wir ungesehene Kräfte in
    uns. Diese Kräfte sind unendlich.
    Aum ist ein Mantra, und es gibt eine riesige Auswahl an Mantras. Die wichtigsten sind die Bija
    Mantras, die Samen Mantras. Wenn ein Yogi ein sehr hohes Bewusstsein erreicht, wenn er das
    physische Bewusstsein überwunden hat und auch das astrale Wesen, und wenn er die
    Schranken des Unbewußten durchbrochen hat, dann beginnt er die als Bija Mantras bekannten
    Klänge zu hören.
    Egal ob ein Mensch an einen persönlichen Gott glaubt oder nicht, ob er Theist oder Atheist ist,
    falls er einen gesunden Menschenverstand oder eine wissenschaftliche Auffassung hat, sollte
    er das richtige Mantra für sich auswählen. Die Wissenschaft von Tantra dreht sich um Mantra.

    Dann gibt es noch Yantra und Mandala, die andere Aspekte dieser Wissenschaft sind und ich
    werde diese ein anderes Mal besprechen. Erinnere dich an Mantra, Yantra und Mandala. Das
    sind die drei Pfeiler von Tantra, und Yoga ist die praktische Anwendung von Tantra im Leben.
    Tantra ist die Wissenschaft, die unsere weisen Ahnen lehrten und durch die sie sich der
    übergeordneten Realität und unendlichen Existenz bewusst wurden. Es ist eine ewige
    Wissenschaft, es ist die kraftvollste Wissenschaft und sie ist allumfassend. Tantra ist mit
    Sicherheit die Wissenschaft für das neue Zeitalter.

     

    Du findest das Original im Yogamag

  • Yoga und Religion

    Hinweis vom SYF Übersetzer-Team: Während den 20 Jahren, in denen Swami Satyananda
    Saraswati die Bihar School of Yoga in Munger aufbaute, reiste er auch unermüdlich um den
    Globus um Yoga zu verbreiten. Während unzähligen Vorträgen und Unterweisungen sprach er
    zu allgemeinen Themen des spirituellen Lebens und vermittelte Einsichten in die ursprüng
    lichen Philosophien und Wissenschaften des Yoga, des Tantra und der Veden. Die folgenden
    Zitate stammen aus Satsangs dieser Zeit, während denen er auf direkte Fragen von Schülern,
    in seiner unnachahmlich, spontanen Art, antwortete. Sie werden mit freundlicher Genehmigung
    des Yogamagazines übersetzt und veröffentlicht.

    Was ist das Ziel von Yoga?
    Das Hauptziel der Yogapraxis sollte sein, die verschiedenen Persönlichkeitsebenen zu
    integrieren und gleichzeitig das Bewusstsein weiter zu entwickeln, ein grösseres Wissen über
    sich selbst zu erlangen. Eine Person sollte nicht bloss als grobstofflich betrachtet werden, ohne
    spirituelle Neigung. In der Tiefe seines Seins sucht der Mensch nach Wahrheit und hat sich
    immer schon sehr bemüht Wahrheit zu erfahren. Yoga beseitigt Hindernisse und verleiht
    Bewusstseinsklarheit. Auf diese Art und Weise kann jede Person, überall auf der Welt, ihren
    lang gehegten Wunsch erfüllen

    Würden Sie sagen, dass Yoga keine Religion ist, aber dazu beiträgt ein religiöses
    Bewusstsein zu entwickeln?
    Yoga ist definitiv keine Religion, es ist eine Wissenschaft. Es basiert auf Fakten und Zahlen, und
    beschäftigt sich unmittelbar und ausführlich mit dem Körper und dem Geist. Gleichzeitig
    können jedoch Menschen, die eine innere Erfahrung machen möchten, aber fühlen, dass
    andere Techniken zur Selbsterkenntnis versagt haben, ihren Geist sehr wohl durch Yoga
    übungen reinigen. Yoga verleiht geistige Klarheit, und kontrolliert die Verhaltensweisen des
    Geistes in all seinen Ausdrucksformen. Auf jeden Fall kann jemand, der ein religiöses Leben
    führen will, sich den Segen von Yoga vollständig zu nutze machen. Für eine Person jedoch, die
    nicht religiös ist, und nichts für Religion übrig hat, und damit auch nichts im Geringsten zu tun
    haben will, die aber gleichzeitig sowohl einen Körper als auch einen Geist frei von Krankheit,
    voller Frieden, und dazu ein sinnerfülltes Leben haben möchte, für solch eine Person ist Yoga
    die Antwort.

    Mit Geldscheinen kannst Du, was immer Du willst, auf dem Markt einkaufen. Auf die gleiche
    Weise wirst du mit Geistesklarheit und Bewusstseinkontrolle in deinen Bestrebungen
    weiterkommen und dieses Leben in seiner Fülle leben. Yoga ist eine Wissenschaft.

     

    Du findest die Zitate im Original im Yogamagazin.  

  • Pranayama und Meditation

    Hinweis vom SYF Übersetzer-Team: Während den 20 Jahren, in denen Swami Satyananda
    Saraswati die Bihar School of Yoga in Munger aufbaute, reiste er auch unermüdlich um den
    Globus um Yoga zu verbreiten. Während unzähligen Vorträgen und Unterweisungen sprach er
    zu allgemeinen Themen des spirituellen Lebens und vermittelte Einsichten in die
    ursprünglichen Philosophien und Wissenschaften des Yoga, des Tantra und der Veden. Die
    folgenden Zitate stammen aus Satsangs dieser Zeit, während denen er auf direkte Fragen von
    Schülern, in seiner unnachahmlich, spontanen Art, antwortete. Sie werden mit freundlicher
    Genehmigung des Yogamagazines übersetzt und veröffentlicht.

    Welche Beziehung besteht zwischen kosmischer Energie und Pranayama?
    Kosmische Energie ist im Yoga als Prana bekannt. Es gibt Lebensenergie in der gesamten
    Atmosphäre, darüber hinaus jedoch gibt es eine unendliche Menge kosmischer Energie. Diese
    Energie ist überwiegend in den fünf Elementen vorhanden. Genauso wie wir sagen, Quellen
    von Protein seien Fleisch, Eier, Nüsse und Soyabohnen, in gleicher Weise sind die fünf Quellen
    von Prana Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther. Doch die beste Quelle für Prana ist die Luft,
    deshalb ist Pranayama eine so kraftvolle Übung.

    Der Atem, den Du ins Innere aufnimmst, ist nicht reines Prana, er ist Luft mit Prana. Letztendlich
    wird sie gereinigt und in positive sowie negative Ionen getrennt, in gewöhnliche Luft und Prana.
    Diese Trennung erfolgt während Kumbhaka, und während der Meditation werden diese Pranas
    aufgenommen. Deshalb muss ein Hatha Yogi, der Pranayama praktiziert, auch Meditation üben
    um das nun freistehende Prana aufnehmen zu können. So wird das kosmische Prana durch
    Pranayama und Meditation ein Teil des individuellen Pranas.

    Wird Konzentration auf den Atem als essentieller Teil von tantrischen Übungen
    betrachtet?
    Konzentration auf den Atem ist eine der kraftvollsten Methoden um den unruhigen Geist nach
    Innen zu richten. Die Ausübung von Meditation wird in vier Stufen unterteilt: Pratyahara oder
    das Nach-Innen-Kehren; Dharana oder Konzentration; Dhyana oder Meditation; und Samadhi
    oder Transzendenz.

    Konzentration auf den Atem fällt in die erste Kategorie. Während du dich auf den Atem
    konzentrierst, wird der Geist automatisch nach Innen gerichtet. Wenn dieser Zustand erreicht
    ist, musst du versuchen, deinen Geist auf einen ausgewählten Punkt zu fixieren. Wenn Du
    fortfährst mit dem Zurückziehen und Einwärtskehren, ohne den Geist auf einen Punkt zu
    richten, wird er vollkommen hypnotisiert. Deshalb, wenn du fähig bist den Geist bis zu einem
    bestimmten Grad nach Innen zu wenden, und plötzlich psychische Erlebnisse auftreten,
    beginne sofort mit der Übung von Dharana.

    Egal welchem System du folgst, die Techniken des Nach-Innen-Kehrens alleine werden dich
    nicht zum Erwachen führen. Sie sind nur dazu bestimmt, Passivität und Ruhe zu schaffen. Die
    Neigung des Geistes zur Unrast muss befriedigt werden. Das ist die erste Stufe. Die nächste
    Stufe, Dharana, bedeutet den Geist auf einen Punkt zu fixieren und den Bereich des Raumes
    zu reduzieren. Wenn der Geist auf einen Punkt fixiert ist und sich selbst konzentriert, wird das
    zu Dhyana und Samadhi führen.

    Was ist eine korrekte und systematische Methode als Vorbereitung für Meditation?
    Konzentration und Meditation fallen unter Raja Yoga, und bevor du Raja Yoga praktizierst,
    musst du den physischen Körper mit den Techniken von Hatha Yoga reinigen. Im Yoga
    glauben wir, dass die Ursachen von Gedankenprozessen so weit wie möglich zuerst über das
    physische Medium geklärt werden sollten. Zum Beispiel kann manchmal ein Gedanke die
    Folge eines verdorbenen Magens oder die Auswirkung einer Schilddrüsenfehlfunktion sein.
    Deshalb empfehlen wir die Reinigungstechniken von Hatha Yoga. Es gibt sechs Hatha Yoga
    Reinigungstechniken: Neti, Dhauti, Basti, Nauli, Trataka und Kapalbhati. Sie werden
    Shatkarmas genannt. Unter der Leitung eines erfahrenen Yogalehrers wendest du die Übungen
    deinen Bedürfnissen und deiner Belastbarkeit entsprechend an.

    Nachdem du die Shatkarmas für ein oder zwei Jahre praktiziert hast, wird eine innere Harmonie
    im parasympathischen und sympathischen Nervensystem erlangt, in Ida und Pingala Nadi. Die
    sind für Manas Shakti (mentale Kraft) beziehungsweise Prana Shakti (pranische Energie oder
    vitale Kraft) verantwortlich. Wenn eine dieser Nadis Störungen erfährt, dann erlebst du Krank
    heiten, die aus Manas oder Prana Shakti entstanden sind.

    Deshalb reinigen wir durch Hatha Yoga tatsächlich alle Ströme damit sie gleichförmig und
    ungehindert fließen. Sobald das vollendet ist, solltest du mit Konzentration beginnen, wofür ein
    kräftiges Nervensystem zwingend erforderlich ist. Wenn die Ströme Ida und Pingala einwand
    frei angeregt und ausgeglichen sind, wird automatisch der dritte Strom, Sushumna, aktiviert.
    Und dann geschieht Meditation spontan. Allerdings heißt das nicht, dass du nun nicht mehr
    Japa, oder sonstige Techniken weiterüben sollst. Du musst die Übungen weiterführen, doch
    wenn du beabsichtigst ernsthaft in Meditation einzusteigen, dann musst du es systematisch
    tun.

    Abgesehen von der Entspannung und den Vorteilen für die Gesundheit, gibt es tiefere
    Beweggründe für Meditation?
    Die Aufgabe von Meditation ist es ein höheres Bewusstsein zu entwickeln, welches sich um alle
    Angelegenheiten des Lebens kümmern sollte. Dieses höhere Bewusstsein soll den Alltagsgeist
    ersetzen, genauso wie der Präsident für alle Angelegenheiten des Staates die Verantwortung
    übernimmt, wenn das Kabinett nicht funktioniert. Ebenso, wenn wir wissen, dass der
    Alltagsgeist nicht fähig ist, die Aufgaben des Lebens angemessen auszuführen, wenn er Qual,
    Schmerz und Leid verursacht, dann sagen wir; “Nein, der Geist ist kein guter Chef”. Der
    beschränkte Geist muss durch eine Superkraft, das höhere Bewusstsein, ersetzt werden, doch
    das Problem ist, dass noch kein höheres Bewusstsein vorhanden ist. Um das zu entwickeln
    üben wir Meditation.

    Ist die Position der Hände beim Meditieren wichtig? Wenn ja, welche ist die beste
    Position?
    Wenn der Fluss in den beiden Nasenlöchern ungleichmäßig ist, sollte die Handposition wie
    folgt sein: Lege die rechte Hand in die linke Achselhöhle und die linke Hand in die rechte
    Achselhöhle und übe Druck aus. Die Arme sollten entspannt sein. Das wird Swara Yoga Mudra
    genannt. Zum Zeitpunkt der Meditation muss der Atem in beiden Nasenlöchern frei fließen,
    wenn das nicht der Fall ist, dann bleibt ein Teil des Gehirns inaktiv und du kannst nicht richtig
    meditieren. Wenn beide Nasenlöcher frei sind, sind beide Gehirnhälften gleichmäßig aktiv, und
    Meditation kann ohne Schwierigkeiten erreicht werden.

    Wenn jedoch beide Nasenlöcher gleich frei sind, dann kannst du die Hände im Schoss
    platzieren, sobald du dich zum meditieren hinsetzt. Das wird Yoni Mudra genannt. Oder du
    kannst Chin Mudra anwenden, bei dem Daumen und Zeigefinger zusammengeführt werden
    und die restlichen Finger bleiben abgespreizt; das symbolisiert die Trennung deines Selbst
    (Zeigefinger) von den drei Gunas, Rajas, Tamas und Sattva, und die Verbindung zum höchsten
    Bewusstsein (Daumen).

    Beim Meditieren ist es sehr wichtig, dass beide Nasenlöcher frei sind. Wenn, zum Beispiel nur
    das rechte Nasenloch frei und das linke blockiert ist, dann wird der Geist hierhin und dorthin
    springen wie ein Affe. Wenn nur das linke Nasenloch frei ist, wirst du nach einiger Zeit
    anfangen zu träumen oder vielleicht setzt auch Depression ein. Wenn der Atem in beiden
    Nasenlöchern frei fließt, sind die rechte und die linke Hemisphäre des Gehirns ausgeglichen
    und beginnen in einer übergeordneten Dimension zu arbeiten. Auf diesem Weg kann
    Meditation erreicht werden.

    Wenn ich meditiere fühlte es sich an, als beginne in meinem Körper etwas zu hüpfen, und
    dann fängt der Körper an zu zittern. Was bedeutet das?
    Das ist vollkommen in Ordnung, doch verweile nicht bei diesen Geschehnissen. Versuche dir
    deines Konzentrationspunktes bewusst zu bleiben. Durch Konzentration können viele Dinge
    geschehen. Wenn der Geist durch diese psychischen Erfahrungen und körperlichen
    Symptomen beeinflusst wird, ist es eine Ablenkung vom Hauptzentrum. Wie auch immer,
    manchmal werden diese Störungen in einem Zustand von Meditation so mächtig, dass es
    sinnlos ist, sie zu bekämpfen. Es ist besser, den Grund ihres Vorhandenseins herauszufinden.
    Vielleicht hast du einige der vorbereitenden Bedingungen von Yoga nicht erfüllt oder dein
    Nervensystem oder die emotionale Struktur ist noch nicht stabilisiert.

    Manchmal gibt es beim Meditieren die Erfahrung, dass der Atem automatisch stoppt.
    Es gibt bestimmte Momente, in denen Prana und Geist aufeinander einwirken und sich
    zusammen bewegen. Wenn der Geist unter Kontrolle ist, halten die pranischen Kräfte inne und
    wenn die Pranas kontrolliert sind, hält der Geist inne. In Yoga ist dies als Kevala Kumbhaka
    bekannt, automatisches und spontanes Anhalten des Atems. In dem Moment in dem dein Geist
    aufhört zu arbeiten oder im Objekt der Konzentration aufgeht, muss der Atem automatisch
    stillstehen, weil diese beiden Vorgänge im Gehirn miteinander verbunden sind. Raja Yogis
    kontrollieren erst den Geist und stoppen dann den Atem. Hatha Yogis kontrollieren den Atem
    und damit die Bewegungen des Geistes. Wenn Kevala Kumbhaka entsteht, dann erlaube es
    ohne Widerstand, denn es wird im Erwachen gipfeln.

     

    Du findest die Zitate im Original im Yogamag.  

  • Kriya Yoga

    Hinweis vom SYF Übersetzer-Team: Während den 20 Jahren, in denen Swami Satyananda
    Saraswati die Bihar School of Yoga in Munger aufbaute, reiste er auch unermüdlich um den
    Globus um Yoga zu verbreiten. Während unzähligen Vorträgen und Unterweisungen sprach er
    zu allgemeinen Themen des spirituellen Lebens und vermittelte Einsichten in die
    ursprünglichen Philosophien und Wissenschaften des Yoga, des Tantra und der Veden. Die
    folgenden Zitate stammen aus Satsangs dieser Zeit, während denen er auf direkte Fragen von
    Schülern, in seiner unnachahmlich, spontanen Art, antwortete. Sie werden mit freundlicher
    Genehmigung des Yogamagazines übersetzt und veröffentlicht.

    Ist es falsch, die Kundalini ohne die Hilfe eines Gurus zu erwecken?
    Wenn du die Hatha Yoga Techniken, die Shatkarmas, hinter dir hast, und wenn du das vom
    Guru erhaltene Mantra regelmässig rezitierst, dann besteht kein Risiko, deine Kundalini direkt
    zu erwecken. Früher oder später wird die erwachte Kundalini das Schicksal der Menschheit
    sein. Die nächste Phase der menschlichen Evolution wird nicht kulturell oder politisch sein, sie
    wird spiritueller Natur sein. Wir werden weder unsere Arme verlieren noch werden zwei weitere
    dazukommen, und wir werden nicht größer oder kleiner werden, hingegen hat die Evolution nun
    eine Phase erreicht, in der spirituelle Bewusstheit wachsen wird. Kundalini-Erwachen ist der
    Begriff, der für dieses wichtige Stadium oder diese wichtige Phase der menschlichen Evolution
    zu verwenden ist.

    Wie entscheidet man, wie viele Kriyas man pro Tag machen sollte?
    Man sollte alle siebzehn Kriyas vom Guru oder von seinem entsprechenden Lehrer erlernen.
    Wenn du genug Zeit hast alle siebzehn Kriyas zu praktizieren, dann mache das, doch wenn dir
    die Zeit dazu nicht reicht, dann betrachte Maha Mudra, Maha Bheda Mudra und Naumukhi als
    die Wichtigsten. Falls du nach dem Üben dieser drei feststellst, dass noch Zeit bleibt, kannst
    du Vipareeta Karani Mudra praktizieren, und wenn dann immer noch Zeit vorhanden ist, kannst
    du Shakti Chalini üben.

    Sind die Kriyas in der gleichen Reihenfolge zu üben wie in ihrem Buch beschrieben?
    Nun, wenn du alle siebzehn übst, sollten sie in derselben Reihenfolge geübt werden, zumindest
    für ein paar Monate. Doch danach, wenn du deinen eigenen Ablauf gestalten möchtest, dann
    kannst du die Reihenfolge ändern.

    Weshalb wird die erste Hälfte der Kriya Yoga Übungen mit offenen Augen durchgeführt
    und die zweite Hälfte mit geschlossenen Augen?
    Wenn du am Anfang deine Augen geschlossen hältst, wirst du dir der meisten deiner mentalen
    Probleme und Sorgen bewusst werden. Wenn die Augen geschlossen sind, ist der Geist
    ruhiger und die unbewussten Kräfte beginnen zu wirken. Doch wenn du die Augen offen hältst,
    arbeitet das Gehirn stärker und die unbewussten Konflikte bleiben ausserhalb des Bewusst
    sein. In Kriya Yoga werden daher die ersten Übungen, die Pratyahara entwickeln, mit offenen
    Augen ausgeführt, aber nach Tadan Kriya beginnt Dharana, und dafür hältst du deine Augen
    geschlossen.

    Muss Kriya Yoga am Morgen praktiziert werden? Gibt es irgendeine Gefahr, wenn man zu
    anderen Tageszeiten übt?
    Die richtige Zeit Kriyas zu praktizieren, oder auch jede andere bedeutende Sadhana, ist am
    Morgen, wenn alles im Äußeren und Inneren vorteilhaft ist. Laut den Wissenschaften des
    spirituellen Lebens sind Übungen, die am Abend durchgeführt werden, als rajasische
    tantrische Sadhana bekannt. Die sattwischen tantrischen Übungen sollten am Morgen
    durchgeführt werden, zur Zeit höchster Bewusstheit, Brahmamuhurta, zwischen vier und sechs
    Uhr morgens.

    Sollten die Übungen vor oder nach Meditation ausgeführt werden?
    Wenn du Kriya Yoga übst, braucht du überhaupt keine Meditation, da du während Meditation
    den Geist kontrollieren musst, und in Kriya Yoga kontrollierst du den Geist nicht.

    Wie kann jemand herausfinden, wann er für Kriya Yoga bereit ist?
    Diesbezüglich bin ich sehr klar. Wenn du Hatha Yoga und Pranayama geübt hast, kannst du
    mit Kriya Yoga beginnen.

    Wie lange sollten wir mit den Kriya Yoga Übungen weitermachen?
    Nach drei Jahren regelmässigem Praktizieren von Kriya Yoga sollte mit dem ersten Teil, in dem
    du mit offenen Augen übst, aufgehört und der zweite Teil geübt werden. Wenn du in den letzten
    drei Kriya Yoga Techniken beständig wirst, kannst du die anderen Übungen komplett
    weglassen. Ab diesem Moment beginnst du die Erfahrungen zu machen.

    Was passiert, wenn wir bei den ersten (Kriya Yoga) Übungen stecken bleiben und keinen
    Fortschritt mehr machen können?
    Ja, ich kenne diese Schwierigkeit. Das passierte uns auch. Wir kamen gerade von Manchester
    zurück und plötzlich verlor unser Automotor an Kraft. Also fuhren wir auf einen Parkplatz und
    riefen den Pannendienst an. Ein erfahrener Mechaniker kam und erkannte, dass es kein ernst
    haftes Problem war, das Auto hatte kein Benzin. Es war nichts falsch mit dem Luftfilter, nichts
    mit der Kupplung oder den Bremsen und es war nichts falsch mit der Zündung, der Tank war
    leer, das war alles.

    Wann auch immer so etwas auftritt, musst du zu einem Guru gehen, und er wird dir das
    Problem erklären.

    Was ist die Beziehung zwischen Kundalini und Kriya Yoga?
    Kundalini Yoga ist keine Technik sondern ein System. Kriya Yoga ist eine Technik des Kundalini
    Yoga, nicht ein System.

    Anmerkung des Übersetzerteams: Unter den folgenden Links findest du die zwei wichtigsten
    Bücher von Swami Satyananda zum Thema Kundalini und Kriya Yoga.
    Kundalini Tantra (in Deutsch)
    Yoga and Kriya (in Englisch)

    Ich habe gehört, dass Menschen, die Kriya Yoga üben, nicht Rauchen, Trinken oder
    Fleisch essen sollten. Bitte erklären Sie dies.
    Da Kriya Yoga ein Teil von Tantra darstellt, kann ich versichern, dass Rauchen, Trinken, Fleisch
    essen oder sexueller Austausch kein Hindernis auf dem Weg darstellen. Obwohl ich selber kein
    Fleisch esse, muss die Wahrheit gesagt werden. Und gleichzeitig bedeutet es auch nicht, dass
    man, wenn man Kriya Yoga übt, Fleisch essen, Trinken oder Rauchen oder zu Frauen oder
    Männern gehen sollte. Das meine ich nicht damit, aber viele Menschen interpretieren Tantra auf
    diese Weise. Tantra sagt nicht „Ja“ und nicht „Nein“. Es besagt, wenn du etwas tun willst, dann
    tue es. Wenn du Kriya Yoga zu üben beginnst, und du siehst, dass sich Rauchen definitiv
    nachteilig auf deine spirituelle Entwicklung auswirkt, wird es an einem oder anderen Punkt
    automatisch wegfallen. Wenn Fleisch essen eine nachteilige Wirkung auf deine spirituelle
    Evolution hat, wird es automatisch wegfallen. Und wenn es nicht nachteilig wirkt, dann willst du
    vielleicht damit fortfahren. Schau, es ist sehr schwierig zu entscheiden was nachteilig für deine
    spirituelle Evolution ist, weil wir an Überzeugungen gebunden sind, die mit bestimmten
    Religionen, Kulturen, Sippen, Tabus etc. verbunden sind.

    Vaishnaviten essen kein Fleisch, Zwiebeln oder Knoblauch. Daher wird jedem Vaishnaviten
    gesagt: „He, du übst Kriya Yoga, iss keine Zwiebeln“, als wäre keine Zwiebeln oder Knoblauch
    zu essen ein Teil des Kriya Yoga Rituals. Wir müssen frei werden von diesen Tabus, die von
    Religionen, Kulturen, Sippen, im Osten, Westen, Norden, Süden, zentral und in allen Regionen
    erschaffen wurden. Wir müssen von dem ausgehen, was wir sind. Du bist eine Hausfrau, ein
    Vater, ein Sohn. Du hast deine eigenen Abhängigkeiten, deine Ängste oder Einschränkungen.
    Lass sie sein! Übe einfach Kriya Yoga und langsam, nach ein paar Monaten, wirst du sehen,
    dass die transformierte Qualität deines Geistes die Entscheidung treffen wird.

    Wie ich schon sagte, rauchte Paramahansa Ramakrishna auf der Höhe seiner Selbstver
    wirklichung Wasserpfeifen und Christus trank Wein. Du kannst nicht sagen, dass er das nicht
    tat, denn beim letzten Abendmahl trank er Wein und aß Fleisch, das heißt aber nicht, dass er
    keine grossartige Persönlichkeit gewesen wäre. Du musst alle diese Tabus aus spirituellen
    Ritualen entfernen. Wie auch immer, aus gesundheitlicher Sicht sollten gewisse Menschen
    nicht rauchen und andere kein Fleisch essen.

     

    Du findest die Zitate Original im Yogamag.