Category: Artikel von Swami Niranjanananda

  • Glücklichsein – das erste yogische Yama

    Aus Yoga Chakra 2: Cultivating Spiritual Samskara
    Vor vielen tausend Jahren fragte Parvati ihren Gefährten und Guru Lord Shiva: „In dieser
    Schöpfung, dieser manifesten Dimension, dieser Welt, dieser Natur ist alles vergänglich, nichts
    ist von Dauer. Es gibt hier so viel Schmerz, Leid, Angst und Frustration. Wie kann man damit
    umgehen?“ Shiva antwortete: „Es gibt Methoden und Übungen, durch die man den Schmerz
    und das Leiden überwinden kann und die im jeweiligen Zeitpunkt helfen, die Ursachen vom
    Schmerz oder dem Leiden zu erkennen und zu überwinden. Der beste Weg jedoch, um
    jeglichen Schmerz und jedes Leid zu verhindern, ist fröhlich und glücklich zu sein. Aus diesem
    Grund: Sei immer fröhlich!“ Auf diese Weise ist Glücklichsein zum ersten Yama geworden.
    Jeder negative Zustand des Geistes kann überwunden werden, indem man glücklich ist,
    lächelt und lacht. Selbst Depressionen können durch Glücklichsein bewältigt werden. Vielleicht
    wunderst du dich, wie du glücklich sein kannst, wenn du leidest, unglücklich und depressiv
    bist? Ja, du kannst es – denn Glück ist dein natürlicher Seinszustand. Es ist ein beschränktes
    Verständnis von Glück, wenn du denkst, dass du einen Grund oder einen Auslöser benötigst
    um glücklich zu sein, oder dass du nicht glücklich sein kannst, wenn die Umstände schwierig
    sind.

    Das kannst du besser verstehen, wenn du Kindern zuschaust. Sie weinen und werden auch
    wütend, wollen dies oder das nicht essen, aber dieser Zustand hält nicht an. Unmittelbar
    danach lachen sie mit der ihnen eigenen Fröhlichkeit, denn die äußeren Umstände sind nur
    oberflächlich und irrelevant für ihre Zufriedenheit. Denk an das Lachen von Kindern. Weshalb
    klingt das so wundervoll? Weil es natürlich ist und nicht die Folge von äußeren Umständen oder
    Scherzen.

    Fröhlichkeit, wie sie Kinder ausdrücken, bleibt ein Teil von dir. Doch vergisst du sie im Laufe
    des Erwachsenenleben. Mit dem Eintritt in die Teenager Jahre kommt die schlechte Laune.
    Medizinisch betrachtet, mögen die Gründe dafür die Hormone sein. Eigentlich ist es aber der
    Moment, in dem du beginnst, dich in eine andere Richtung zu bewegen. Dein Bewusstsein
    verbindet sich mehr und mehr mit den äußeren Gegebenheiten und diese beginnen dich zu
    beeinflussen. Spirituell zu sein bedeutet, in diesen natürlichen Zustand des Glücks ohne
    Ursache zurückzufinden. Das ist es, was du lernen musst. Lerne dich damit zu verbinden, ihn
    zu erfahren und auszudrücken.

    Glücklichsein ohne Anlass
    So lange du von einem Anlass, der dich glücklich macht, abhängig bist, wird dich dessen
    Abwesenheit unglücklich machen. Wenn du zum Beispiel einen schönen Kirtan singst, loben
    dich alle und du fühlst dich sehr glücklich. Am nächsten Tag singst du nicht gut und ein
    anderer singt viel besser und erhält das ganze Lob, dann fühlst du dich niedergeschlagen und
    unglücklich. Wenn du also, um glücklich zu sein, abhängig bist von äußeren Umständen, wirst
    du immer zwischen Zufriedenheit und Unzufriedenheit hin und her pendeln. Das ist Samsara.
    Um das Samskara zu entwickeln, das Gleichgewicht zwischen den Gegensätzen aufrechtzu
    erhalten und ein Yogi zu werden, musst du in die Positivität, die keine Ursache kennt und im
    Innern existiert, eintauchen.

    Wenn du lernst, bewusst in die natürliche Erfahrung von Glück und Fröhlichkeit zu wechseln, in
    eine Zufriedenheit, die nicht abhängig ist von irgendeinem Auslöser, wirst du in der Lage sein,
    deine Stimmung, das Verhalten deines Geistes, deinen Charakter, deine Eigenschaften und die
    ganze Persönlichkeit zu verändern. Deine Ängste, Anspannungen, Depression und Frustration
    werden sich auflösen.

    Das ist auch die Niranjan-Challenge. Sei 12 Stunden deiner wachen Zeit glücklich. Wenn du
    das schaffst, werde ich in dein Tagebuch schreiben, dass du Frieden im Leben erlangt hast.
    Wenn du das nicht kannst, wirst du immer und immer wieder zurückkommen müssen, nicht nur
    in den Ashram, sondern auch in dieses Leben, solange bis du deinen Frieden gefunden hast.

     

    Du findest das Original im Yogamag

  • Die Welt zu einem besseren Ort machen

    Aus Yoga Chakra 2: Cultivating Spiritual Samskara
    Namaskara heisst Gruß, und Grüßen bedeutet, dass man sich mit der anderen Person
    verbindet, sie respektiert und ehrt.

    Du kannst einer anderen Person Beachtung schenken, lächeln und sagen: „Guten Morgen. Wie
    geht es Ihnen?“ Oder du kannst sie ignorieren und mit einem mürrischen Gesicht vorbei gehen.
    Es zeigt, dass du entweder bescheiden bist oder arrogant. Wenn du arrogant bist, dann sei
    bereit, die Konsequenzen deiner Arroganz zu empfangen, von Menschen, die deine Arroganz
    nicht akzeptieren. So entstehen Konflikte.

    Swami Sivananda sagt in seiner Autobiografie, dass er es sich in seinem Leben zur Regel
    machte, zu jedem, den er sah, „Om“ zu sagen. Wenn er auf der Straße spazieren ging, grüßte
    er jeden mit „Om“. Vor jedem Mann, jeder Frau und jedem Tier, das er auf der Straße sah,
    verneigte er sich innerlich. Dies war sein Bewusstsein und seine Haltung, durch die er Demut
    ausdrückte und nicht Härte oder Arroganz. Das war seine Inspiration. Es war kein intellektuelles
    Konzept; es war eine Inspiration, die von ihm gelebt wurde – und welch wundervolle Lebens
    weise das war!

    Begegne einfach jedem mit einem Lächeln, grüße, respektiere und ehre jeden. Namaskara ist
    ein Zeichen der Bescheidenheit. Wenn du Namaskara übst, dann wird Bescheidenheit ausge
    drückt und Arroganz tritt in den Hintergrund. Das Grüßen ist ein Ausdruck der Sinne, der dich
    mit einem Gefühl und einer Stimmung verbindet. Wenn du jemanden grüßt, wenn du „Hari Om“
    sagst und die Menschen ansiehst und lächelst, dann bringst du tatsächlich Freude in ihr
    Leben. Wenn du die Stirne runzelst und wütend bist, bringst du keine Freude. Was schadet es,
    wenn du jemanden anlächelst? Es kann tatsächlich Wunder bewirken.

    Wenn du auf der Straße spazieren gehst und einen vollkommen Unbekannten triffst, dann
    schaue ihn an und schenke ihm ein breites Lächeln. Diese Person wird für den Rest des Tages
    denken: „Wer war diese Person, die mich heute Morgen angelächelt hat?“ Und wann auch
    immer sich diese Person an das Lächeln erinnert, wird sie glücklich werden. Vielleicht lächelt
    sie am nächsten Tag jemand anderen an. Und diese dritte Person lächelt wieder jemand
    anderen an. Auf diese Weise, mit Respekt, Ehre und Bescheidenheit, wird die Welt zu einem
    besseren Ort werden.

     

    Du findest das Original im Yogamag

  • Die Koshas

    Jnana In der Yoga Lehre gibt es fünf Dimensionen, die Koshas, die sogenannten Hüllen.
    Verständnis über die Koshas zu erlangen und sich ihrer bewusst zu werden hilft uns, die Tiefe
    des menschlichen Geistes und schließlich Dhyana, Meditation, zu verstehen.

    Annamaya Kosha
    Die erste Dimension ist der grobstoffliche Körper, Annamaya Kosha. Anna bedeutet „Nahrung“,
    „manifestierte Materie“ und Maya bedeutet „gefüllt mit“. Es gibt kein größeres Wunder als den
    menschlichen Körper. Während der physische Körper aus wissenschaftlicher Sicht aus
    verschiedenen Organsystemen bestehend betrachtet wird, welche die Körperfunktionen
    kontrollieren, vertritt die yogische Lehre die Ansicht, dass diese Körperfunktionen nichts als das
    manifestierte Zusammenspiel von Energie und Bewusstsein sind. Wenn wir beginnen, die
    inneren Dimensionen zu erfahren, manifestieren sich Energie und Bewusstsein auf subtilere Art
    und Weise. Annamaya Kosha ist somit eine Erfahrungsebene, auf der wir Materie, die eine
    Kombination aus Energie und Bewusstsein ist, wahrnehmen.

    Pranamaya Kosha
    Die nächste Erfahrungsebene ist Pranamaya Kosha, die Bewegung oder der Fluss der
    pranischen Energie, die unsere physischen und mentalen Aktivitäten steuert. Diese pranischen
    Bewegungen finden in den Nadis statt, den Kanälen oder Energiebahnen, die von den sechs
    Chakras gesteuert werden. Mooladhara Chakra steuert das Ausscheiden von im Körper und
    Geist angesammelten Giftstoffen. Körperlich betrachtet wird das, was wir essen, schließlich
    ausgeschieden, doch so lange die Nahrung in unserem Körper ist, beziehen wir von ihr Nähr
    stoffe und Energie. Entsprechend gibt es einen Ausscheidungsprozess auf der mentalen
    Ebene, den wir jedoch nicht verstehen. Wir neigen dazu, Erfahrungen in Form der fünf Kleshas
    anzusammeln – angefangen mit der Ignoranz bis hin zur Angst vor dem Tod. Wir eliminieren sie
    nicht aus unserem Geist, sondern behalten sie in Form von Erfahrungen. Aufgrund eines
    weiteren Faktors, dem Ego, kreist das menschliche Bewusstsein ständig um diese
    Erinnerungen und Erfahrungen.

    Wir müssen lernen, diese Dinge aus unserem Geist zu entfernen und Ruhe und Gelassenheit in
    uns zu bewahren. Dies geschieht, wenn wir beginnen, mit Pranamaya Kosha zu arbeiten. Um
    das Verständnis des inneren Loslassens zu fördern, müssen wir uns mit Swadhistana Chakra
    beschäftigen, das den inneren Geist, das Unbewusste und den Speicher von Erfahrungen und
    Erinnerungen repräsentiert. Wenn Erinnerungen und Erfahrungen im inneren Geist gespeichert
    werden, spricht man von Samskaras oder Eindrücken. Samskaras können beseitigt oder
    verwandelt werden, wenn wir lernen, mit unserem Pranamaya Kosha auf der Ebene von
    Swadhistana Chakra zu arbeiten.

    Manomaya Kosha
    Nach Pranamaya Kosha kommen wir zu Manomaya Kosha, die Dimension der mentalen
    Wahrnehmung. Diese mentale Dimension besteht aus zwei Qualitäten, Manas und Buddhi.
    Manas ist der Aspekt unseres Geistes, der rational, linear, sequenziell und aufmerksam ist.
    Buddhi bezeichnet die Fähigkeit zu differenzieren, welche dem Aneignen von Wissen folgen
    muss. Die Fähigkeit zu differenzieren bedeutet, dass Ignoranz, das Nicht-Verstehen, beseitigt
    wurde. Pratyahara-Techniken zielen darauf ab, die Natur von Manomaya Kosha zu erkennen
    und zu realisieren.

    Harmonie in Manomaya Kosha entsteht auch dadurch, dass Pranamaya Kosha ins
    Gleichgewicht gebracht wird. Wir können nicht sagen, dass Manomaya anders ist als
    Pranamaya, und Pranamaya sich von Annamaya unterscheidet; sie sind Erfahrungen und
    Gegebenheiten des Lebens, die nicht voneinander getrennt werden können. Jedoch, für unser
    Verständnis und um die Sequenz für das Üben festzulegen, haben Yogis die Funktionen
    Annamaya, Pranamaya und Manomaya Koshas getrennt voneinander definiert.

    Vijnanamaya Kosha
    Nun kommen wir zu Vijnanamaya Kosha. Jnana bedeutet „Weisheit“, „Wissen“; die Vorsilbe „vi“
    bekräftigt die Tiefe des Wissens, die nicht nur aus Erfahrungen und Erinnerungen aus diesem
    Leben stammt, sondern auch jene einschließt, die wir aus vorherigen Leben mitgebracht
    haben. In jedem von uns gibt es einen solchen Wissensspeicher, doch sind wir nicht dazu
    ausgebildet, diese innere Weisheit erfahren zu können.

    Die mentalen Aspekte von Chitta und Ahamkara stehen in Verbindung mit Vijnanamaya Kosha.
    Chitta ist die Fähigkeit zu wissen, Beobachter dessen zu sein, was gerade geschieht, in der
    Lage zu sein, die Realität zu leben und sich diese nicht nur auszumalen oder über diese zu
    mutmaßen. Ahamkara ist der Ego-Aspekt, nicht oberflächlich betrachtet, sondern im
    eigentlichen Sinne. Es ist das Wissen darum, dass ein “Ich” existiert, dass es die Identität des
    “Selbst” gibt. Dieses Verständnis wächst, wenn wir mit Vijnanamaya Kosha arbeiten.

    Unsere Arbeit fördert unser Verständnis für das “Ich”, die Identität des Selbst, das sich in der
    Welt als dritte Dimension manifestiert, in der wir Freude, Wohlbefinden, Kummer und Schmerz
    erleben. Durch diese Arbeit bewegen wir uns mehr und mehr in die Erfahrung von
    Anandamaya Kosha, die Dimension von Glückseligkeit, Glück und Freude, Vollkommenheit und
    Zufriedenheit.

    Umgang mit den Koshas aus yogischer Sicht
    Die Yogalehre beschreibt diese fünf Dimensionen des Seins, aus denen alle anderen
    Erfahrungen entspringen, seien sie körperlich oder emotional, oder auf der Ebene von Energie
    und Geist. Yoga bietet verschiedene Techniken, um jeden einzelnen Kosha zu entwickeln.
    Asana, Pranayama und Shatkarmas, welche die Reinigung und Entgiftung des Körpers
    unterstützen, helfen auszugleichen und ein Optimum an Gesundheit der verschiedenen
    Energien und Funktionen des physischen Körpers zu erfahren. Die Techniken von Pranavidya,

    Chakra Shuddhi, Kriya und Kundalini werden geübt, um mit Pranamaya Kosha zu arbeiten. Sie
    werden helfen, den Energiefluss im gesamten System auszurichten, um Prana zu erwecken
    und anzuregen.

    Um die Aktivitäten und die Unruhe auf der Ebene von Manomaya Kosha zu bewältigen, sollen
    Pratyahara-, Dharana-, Mantra-, Yantra- und Mandala-Meditationen geübt werden. Um die
    Macht und Kraft von Vijnanamaya Kosha zu erfahren, übe Dhyana-, Laya- und Nada-Yoga. Um
    den Zustand von Anandamaya Kosha zu erfahren, strebe den Zustand von Samadhi an, um
    Kundalini zu erwecken. Das gesamte Yogasystem hat sich um diese Konzepte, wie man mit
    den verschiedenen Dimensionen der menschlichen Erfahrung und Existenz umgehen kann,
    entwickelt.

    Das Abschalten des äußeren und inneren Geistes
    Es kommt ein Moment, in dem wir unseren Geist, unsere Aufmerksamkeit und Achtsamkeit von
    den Dingen, die tagtäglich auf uns einströmen, lösen müssen. In den meisten von uns
    überwiegen die Qualitäten von Tamas und Rajas; den sattwischen Zustand haben wir noch
    nicht erlebt. Sattwa bedeutet nicht Einfachheit im Denken oder Leben, sondern es ist die
    Bewusstheit der wahren Natur unseres Selbst. Die verzerrte Wahrnehmung unseres Selbst
    erleben wir unter dem Einfluss von Rajas und Tamas. Wir befinden uns hier und versuchen den
    Zustand von Sattwa nachzuvollziehen und über die Konditionierungen von Rajas und Tamas
    hinaus zu wachsen. Die gesamte Erfahrung des Lebens lässt sich in Tamas und Rajas
    klassifizieren, nur Samadhi, nur das Erwachen von Kundalini, und nur die Erkenntnis des
    absoluten menschlichen Potentials ist der Zustand von Sattwa.

    Um den Zustand von Sattwa zu erreichen, ist eine Art Trennung oder sich loslösen von der
    Welt, in der wir leben, nötig. Wenn wir abends schlafen gehen, ziehen wir uns von der
    Außenwelt zurück und verbinden uns mit unserem inneren Geist. Das ist aber nicht genug.
    Wenn wir das wahre Selbst, den reinen Geist erleben möchten, müssen wir uns auch vom
    inneren Geist lösen. Der Ausdruck „innerer Geist“ steht für eine Aktivität, die wir im Moment
    nicht als bewusst wahrnehmen. Wenn ich sage: “Verbinde dich mit deinem Geist”, wirst du
    deine Gedanken, Gefühle und die verschiedenen Bewegungsmuster und Qualitäten, die sich
    im Geist manifestieren, wahrnehmen. Wenn wir tiefer gehen, werden wir auch Samsakras und
    Karmas wahrnehmen daraus schließen: “Das ist unser innerer Geist”.

    Den reinen Geist erfahren
    Was wir damit betrachten, ist der grobe innere Geist. Er arbeitet in der dritten Dimension, die
    den Gesetzen von Zeit und Raum unterliegt und ihre eigene Identität durch die Betrachtung
    verschiedener Formen, Ideen und Namen, erschafft. Das sind die Bereiche unseres inneren
    Geistes, auf die sich unser Geist projiziert. Gemäss Yoga existiert noch eine andere Form des
    Geistes – der reine Geist.

    Dieser reine Geist wird erfahren, wenn wir den Zustand von Anandamaya Kosha durch
    Samadhi und das Erwachen von Kundalini erreichen. Samadhi und Kundalini stehen für einen
    Seinszustand, in dem normale Lebensereignisse unser Verhalten, unsere Gefühle oder
    Gedanken nicht beeinflussen und gleichzeitig ist Harmonie in allem, was wir tun. Tamas und
    Rajas haben keinen Einfluss, nur das Erleben von Sattwa. Das ist das Ziel des menschlichen
    Lebens.

    Man muss vom Groben zum Transzendenten, von unreinen, verzerrten, verfärbten Eindrücken
    zur Erfahrung des kontinuierlichen Bewusstseins gelangen. Der Prozess ist sehr einfach,
    solange wir nicht von ihm abweichen. In Pratyahara beobachten wir die verschiedenen
    Erfahrungen des Geistes; und dies ist der erste Schritt, um den reinen Geist zu verstehen.

     

    Du findest das Original im Yogamag

  • Das nächste Kapitel von Yoga

    Heute ist das erste Mal seit dem Welt Yoga Kongress im Oktober, dass wir die Gelegenheit
    haben, uns alle zusammen zu treffen. Viele Dinge sind in Bezug auf Yoga und in Bezug auf
    Munger seit dem Kongress geschehen. Der Welt Yoga Kongress markierte einen äusserst
    wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Bihar School of Yoga.

    Die Verbreitung von Yoga
    Die Bihar School of Yoga hat eine 50-jährige Geschichte – der Kongress feierte das Goldene
    Jubiläum der Bihar School of Yoga. In dieser 50-jährigen Geschichte der Bihar School of Yoga,
    dem ersten Kapitel im Buch der Bihar Yoga Tradition, war der Fokus auf die Verbreitung von
    Yoga gerichtet.

    Von der Gründung der Bihar School of Yoga im Jahr 1963 bis 1983, als ich hierher kam, hatte
    Sri Swami Satyananda nur ein Ziel und eine Vision und Mission: die Verbreitung der yogischen
    Techniken als Wissenschaft und als Lebensstil. Um das zu erreichen, reiste er für mehrere
    Jahre unermüdlich durch alle Teile Indiens und der Welt und inspirierte Menschen, Yoga zu
    verstehen, zu erfahren und im Leben zu integrieren. Er wandte sich den Menschen aller
    Gemeinschaften rund um Erdball zu, lehrte ihnen die Grundlagen und Übungen des Yoga und
    gab jedem ein Ziel und eine Vision, die durch Yoga erreicht werden sollten.

    Als Ergebnis seiner Bemühungen, trugen die Menschen, die durch ihn inspiriert wurden, auf
    ihre eigene Weise zu seiner Vision bei. Einige wurden Yogalehrer mit eigenen Zentren um eine
    kleine Anzahl von Menschen zu unterrichten, andere schufen Schulungszentren, um Yoga
    Ausbildungen zu ermöglichen.

    Auf diese Weise wurden die Samen von Bihar Yoga überall auf der Welt von Sri Swamiji gesät,
    doch realisierten die Menschen nicht, was die wahre Absicht von Bihar Yoga war. Leute
    begriffen es bloss als eine Übung, die sie tun können um ihre Gesundheit zu verbessern:
    physisch, psychologisch und vielleicht auch spirituell.

    Yoga in die Gesellschaft bringen
    Dann kam ich 1983 an die Bihar School of Yoga und übernahm die Verantwortung, und für 25
    Jahre war der Fokus darauf gerichtet, Yoga in andere Bereiche der Gesellschaft zu bringen.
    Von 1983 bis 2008 wurde Yoga in viele verschiedene Bereiche der Gesellschaft eingeführt. Das
    brachte denen, die an diesem Prozess beteiligt waren, fantastische Erkenntnisse und
    Ergebnisse und auch den Menschen, die die Yoga Techniken in verschiedenen Situationen
    übten. Yoga ging zu Fachpersonen in der Industrie, im Militär, in der Bahngesellschaft, in
    Gefängnissen, in medizinische Hochschulen, Vereine und in Dörfer und ländliche Gebiete.
    Yoga fand ebenso Zugang in akademische und medizinische Gebiete und war an der
    medizinischen, wissenschaftlichen und physiologischen Forschung beteiligt.

    Das sind die Errungenschaften der letzten 50 Jahre. Der von Swami Sivananda an unseren
    Guru Sri Swamiji gegebene Auftrag „Verbreite die Botschaft von Yoga von Tür zu Tür und von
    Kontinent zu Kontinent“ ist erfüllt. Das Ergebnis davon war während des Welt Yoga Kongresses
    im Oktober 2013 in Munger zu sehen, einem Event, den die Welt so noch nie gesehen hat und
    der nicht wiederholt werden kann, selbst wenn wir es wollten.

    Das nächste Kapitel: das klassische, integrale System von Yoga erhalten
    Jetzt, nach dem Welt Yoga Kongress, hat sich meine Aufmerksamkeit und mein Fokus auf die
    Entwicklung von Yoga in den nächsten 20 bis 50 Jahren gerichtet; dem nächsten Kapitel. Zu
    Beginn des nächsten Kapitels von Yoga müssen von jedem einzelnen viele Dinge von altem
    Ballast befreit werden, um die eigene Aufrichtigkeit, Hingabe und Ernsthaftigkeit zu Yoga und
    zur Tradition zu bestätigen. Viele der Strukturen und Prozesse der Institution werden
    weiterentwickelt, um auf die zukünftigen Bedürfnisse und die sich verändernde Umwelt
    einzugehen. Viele andere Dinge werden neu abgestimmt, um unser Verständnis und unsere
    Verinnerlichung von yogischen Übungen und Prinzipien zu fördern. Lasst es uns kurz fassen;
    unsere Arbeit ist festgelegt, der Fokus unserer beständigen Arbeit in den nächsten 20 bis 30
    Jahre wird sein, die von Sri Swami Sivananda und Sri Swami Satyananda vergegenwärtigte
    Vision eines integralen Systems von Yoga zu erhalten und zu verbreiten.

    Wenn man sich die Geschichten aller Yoga Organisationen in Indien und der Welt anschaut,
    ihre Errungenschaften, ihre Tatkraft und Motivation der letzten 50 Jahre, oder von deren
    Gründung bis Heute, wird man entdecken, dass die Bihar School of Yoga heraussticht. Sie ist
    die eigentliche Institution, die dafür arbeitet, die klassische und traditionelle Wissenschaft des
    Yoga in der heutigen modernen Welt, in moderner Sprache und im heutigen Lebensstil zu
    erhalten, ohne die Grundsätze von Yoga zu verändern. Eine Vertiefung und Stärkung dieser
    Arbeit wird ein wichtiger Beitrag sein, in der Geschichte des Yoga und für die Zukunft.
    Ernsthaftigkeit, Aufrichtigkeit und Hingabe.

    Was ich Euch allen damit sage ist, dass unsere Arbeit nicht beendet ist. Im Gegenteil, der
    Gürtel muss noch enger geschnallt werden – nicht so sehr, dass wir nicht mehr atmen können,
    doch eng genug damit jeder das Bedürfnis, die Dringlichkeit und die Motivation verspürt, nach
    den Themen zu handeln, die während des Welt Yoga Kongresses definiert wurden: mit
    Ernsthaftigkeit, Aufrichtigkeit und Hingabe. Die Zeit ist beschränkt, es sind noch viele Schritte
    zu gehen, und die Reise sollte nicht unterbrochen werden. So wie Robert Frost schrieb:

    “The woods are lovely, dark and deep,
    But I have promises to keep,
    And miles to go before I sleep,
    And miles to go before I sleep.“

    „Die Wälder sind lieblich, dunkel und tief,
    Doch ich muss tun, was ich versprach,
    Und Meilen gehn bevor ich schlaf,
    Und Meilen gehn bevor ich schlaf.”

    Die Lieblichkeit der Welt sollte uns nicht mehr zurück halten. Es sollte die Entschlossenheit
    sein, etwas zu erreichen, die uns motiviert. Die Errungenschaft ist keine äußerliche, es ist eine
    innerliche.

    Checkliste fürs tägliche Leben: die sechs Freunde
    Als Individuum, Yoga Aspirant, Sadhaka und als Sannaysin muss man lernen mit den sechs
    Freunden umzugehen: Kama – Leidenschaft und Begierde; Krodha – Wut; Lobha – Gier; Mada –
    Arroganz; Moha – Verblendung und Anziehung und Matsarya – Neid, Eifersucht, Hass. Wir alle
    werden von ihnen beeinflusst. Wenn man sich als Sannyasin nicht durch seinen eigenen
    Irrgarten aus Problemen arbeiten kann, dann kann man weder Inspiration für sich selbst noch
    für irgend jemand anderen sein. Für alle spirituellen Aspiranten sollte dies zur Checkliste im
    Leben werden.

    Hochfliegende Ideen einer abstrakten Spiritualität, wie sie von vielen Menschen präsentiert
    werden, ehrfürchtig zu bewundern, nützt nichts. Es ist viel wichtiger, dass man die Grundsätze
    lebt indem man sich selbst und seine eigene Natur, sein Verhalten und Reaktionen, die man im
    täglichen Leben äussert, verfeinert. Warum denn nicht einfach das natürliche Verhalten
    verbessern?

    Es ist wichtig danach zu streben eine Person zu werden, die auf vielen Ebenen ernsthaft,
    aufrichtig und mit Hingabe arbeiten kann: auf der persönlichen Ebene, auf der äußeren
    organisatorischen Ebene, auf der yogischen Ebene, der spirituellen Ebene, individuell mit
    Menschen, ohne Ehrgeiz, Neid, Gier oder Ego. Das ist in der Tat viel verlangt. Man kann nicht
    perfekt sein, aber man kann einen Anfang machen.
    Mit Selbstverpflichtung beginnen
    Ganz offen gesagt, trotz all der über die Jahre gehaltenen Satsangs, habe ich nur wenige
    Menschen gesehen, die die Verpflichtung eingegangen sind, einen Anfang zu machen. Die
    Menschen wissen was richtig und was zu tun ist, aber sie machen es nicht. Stattdessen
    erlauben sie Duryodhana in ihren Köpfen und Herzen zu sitzen. Und Duryodhana ist der König
    von Neid, Eifersucht, Hass, Gier, Arroganz und Negativität. In der Mahabharata sagt
    Duryodhana zu Sri Krishna, „Ich weiß was richtig und korrekt ist, aber ich bin dem nicht
    zugeneigt.“ Ein Beispiel dazu: Menschen schieben ihre Verantwortung auf andere und
    erzeugen ihnen Ärger und Probleme, anstatt mit ihnen zusammen zu arbeiten. Das ist
    Duryodhana, der im Kopf einer jeden Person sitzt, und es sind gleichzeitig die sechs Freunde,
    die die Menschen auf ihrem spirituellem Weg leiten und sie in die Irre führen. Menschen
    akzeptieren ihre Hilfe und ignorieren die Hilfe, die die Gurus ihnen in Form von Beratung und
    Anleitungen gegeben haben.

    Deshalb muss man sich die Mühe machen und Einsatz zeigen. Gib Duryodhana einen Tritt und
    erlaube den siegreichen Pandavas mit Krishna das Königreich zu betreten. Gewinne den
    Frieden zurück.

    Sannyasa Peeth, Paduka Darshan, Munger, 18th January 2014

  • Äußerer Yoga – Innerer Yoga

    Als Sri Swamiji die Bihar School of Yoga gründete, entwickelte er ein System des äußeren und
    inneren Yoga. Der äußere Yoga ist als Bahiranga Yoga und der innere Yoga als Antaranga Yoga
    bekannt. Äußerer Yoga wird geübt, um die Qualität von Körper und Geist, sowie den Ausdruck
    der Sinne und das Verhalten zu verbessern. Es ist die persönliche Bemühung, die man
    aufbringt. Innerer Yoga dagegen ist eine Haltung, die kultiviert wird und die Veränderung, die
    man in seine Ideen und in die eigene Wahrnehmung bringt. Diese Veränderung basiert auf
    persönlicher Erfahrung und Verständnis und auf der eigenen Praxis.

    Im äußeren Ausdruck von Yoga bereitet man sich vor, entwickelt sich und richtet sich aus.
    Sobald der äußere Ausdruck angepasst und Disziplin für Körper und Gedanken erlangt sind,
    und sobald die Emotionen durch eine Serie von nachhaltigen Übungen harmonisiert sind,
    erfährt der Geist ein neues Verständnis. Mit diesem neuen Verständnis beginnt man
    harmonisch, friedlich und kreativ zu leben. In dem Moment, in dem dies geschieht, wird das
    innere Selbst sanft. Es erfährt im radikalen Verhalten auf der Sinnesebene eine Veränderung
    und realisiert seine reine Natur auf seelischer Ebene. Der äußere Yoga erlaubt einem Disziplin
    über die Koshas zu erlangen und sich von der physischen, über die geistige, zur spirituellen
    Dimension zu bewegen.

    Sri Swami Satyananda definierte diese drei als Bahiranga Yoga: Hatha Yoga für Körper und
    Prana, Raja Yoga für den Geist und Kriya Yoga für mannigfaltiges Erwachen des eigenen
    Bewusstseins – um letztendlich die Strahlkraft des Selbst, von Bewusstsein zur Seele, zu
    erfahren. Hatha Yoga ist für Annamaya Kosha und Pranamaya Kosha. Raja Yoga ist für
    Manomaya Kosha, und Kriya Yoga für Vijnanamaya und Anandamaya Kosha. Diese drei Yogas
    bilden die Disziplin, welche die menschliche Natur, die menschliche Persönlichkeit und die
    menschliche Identität verwandelt.

    Auch wenn jemand nur diese drei Yogas übt, ohne über Jnana, Karma oder Bhakti Yoga
    nachzudenken, wenn jemand nur schon diese drei Yogas in sein Zuhause und sein tägliches
    Leben integriert, dann ist das genug. Eine angemessene, korrekte und anhaltende Praxis
    genügt. Hatha Yoga, Raja Yoga und Kriya Yoga bringen einen von Punkt A zu Punkt E, von
    Annamaya zu Anandamaya. Sobald Sanyam im Leben erlangt ist, das äußerlich, physisch,
    psychologisch und emotional ist, ändert sich das Verhalten des Geistes. Die natürliche Haltung
    wird reiner und unverdorben. Der natürliche Ausdruck des inneren, strahlenden Verhaltens ist
    als Bhakti Yoga, Jnana Yoga und Karma Yoga bekannt. Deshalb sollte man sich mit der
    Natürlichkeit des Yogas und der Natürlichkeit des Lebens identifizieren

     

    Du findest das Original im Yogamag.

  • Atmabhava

    Atmabhava ist die Fähigkeit, sich selbst in einer anderen Person gespiegelt zu sehen.
    Menschen sehen ihr Spiegelbild in ihrem Nachwuchs und sind mit ihnen verbunden, fühlen mit
    ihnen, lieben sie und glauben, dass das Kind ihnen gehört, weil es aus ihrem eigenen Leib
    geboren wurde. Sie sind fähig, eine Spiegelung der Natur ihrer Seele in diesem Kind zu sehen.
    Wenn sie jedoch fähig sind, ihr Spiegelbild in Allen und Jedem zu sehen, dann wird es Atma
    bhava genannt. Den anderen zu dienen geschieht am Besten, wenn Atmabhava vorhanden ist.

    Ein Ereignis im Leben von Swami Sivananda veranschaulicht was Atmabhava bedeutet. Eines
    Tages kam ein Pilger auf dem Weg nach Badrinath zu ihm. Damals gab es keine Straßen oder
    Autos, nur Ochsenkarren und des Pilgers zwei Beine. Dieser besagte Pilger war krank. Er kam
    zu Swami Sivanandas Apotheke, beschrieb sein Problem und Swami Sivananda gab ihm etwas
    Arznei, dann ging der Pilger seinen Weg weiter. Drei Stunden später empfand Swami
    Sivananda, dass das Arztneimittel nicht das passende gewesen war und er ihm stattdessen ein
    besseres hätte gegeben können. Er rief Swami Satyananda zu sich und sagte: “Finde den
    Pilger und gib ihm dieses Mittel, denn es ist die bessere für ihn.” Das war keine einfache
    Aufgabe für Swami Satyananda!

    Dies ist eine Geschichte von Atmabhava. Obwohl es nicht zwingend unnötig war, setzte Swami
    Sivananda dieses Zeichen des Mitgefühls. Er liess das Leiden einer Person niemals unbeachtet
    oder entzog sich seiner Verantwortung, seiner Verpflichtung, seinem Dharma, denn in jeder
    Person sah er die göttliche Präsenz.

    Seva
    Seva ist der einzige Weg, den Gott gegeben hat, um sicherzugehen, dass anderen geholfen
    wird. Seva heißt Zusammenarbeit. In der Natur existiert alles für Andere. Der Mensch ist die
    einzige Kreatur, die nur für sich selbst lebt. Erst wenn dieses selbstsüchtige, ich-bezogene
    menschliche Wesen die charakterliche Stärke hat und davon überzeugt ist, den Weg von Seva
    zu gehen, wird es fähig sein, irgendetwas zu erreichen.

    Seva ist die erste Ausdrucksform von Swami Sivanandas Yoga, der beginnt, wenn Rishi
    Patanjalis Meditationszustand und die Einsicht von Atmabhava erlangt ist. So wie der spirituell
    Suchende mehr und mehr dient, sich mehr und mehr mit den Menschen verbindet, reinigt er
    sein Inneres und eine bedingungslose Liebe beginnt aus seinem Wesen zu strahlen, die jeden
    berührt.

    Die Liebe eines erleuchteten Wesens ist universell und bedingungslos. So wie die Strahlen der
    Sonne auf jeden gleich scheinen, umarmt die Liebe, die von einem erleuchteten Wesen
    ausstrahlt, alle.

     

    Du findest das Original im Yogamag.

  • Sadhana

    Spirituelles Bewusstsein entwickelt sich, wenn man sich von Tamas löst und in Richtung Sattwa
    bewegt. So lautet die vorgegebene Definition von spirituellem Bewusstsein oder spiritueller
    Erkenntnis. Identifiziere dich nicht mit der wechselhaften und begehrenden Natur deines
    Geistes, sondern mit dem reinen, lichtvollen und friedlichen Zustand. Der spirituelle Weg ist die
    Entwicklung vom Tamas zum Sattwa Zustand. Das ist die Essenz und das Geheimnis des
    spirituellen Lebens. Der Prozess, der dich von Tamas zu Sattwa trägt, heisst «Sadhana».
    Normalerweise verstehen die Menschen unter dem Wort «Sadhana» eine spirituelle Disziplin
    oder eine spirituelle Übung. Sadhana bedeutet jedoch das Erreichen von Vollkommenheit in
    was auch immer du tust.

    Die Schulung des Geistes ermöglicht es, mentale Disziplin zu erlangen und dann den Weg der
    Sadhana einzuschlagen. Die Lenkung des Geistes und der Einstieg in die Sadhana beginnen
    mit der Kultivierung von Achtsamkeit und dem Erkennen: «Wie ist meine momentane
    Stimmung? Wie beeinflusst mein emotionaler und mentaler Zustand mein Verhalten, meine
    Handlungen und Reaktionen? Reagiere ich angemessen oder unangemessen? Ist mein
    Austausch mit anderen positiv oder negativ?». Als Erstes braucht es dieses Verständnis.
    Sobald man weiss, wie der Geist reagiert, kann man schrittweise beginnen, bestimmte Formen
    der Disziplin in die mentalen Verhaltensmuster zu integrieren. Durch diese Disziplin können das
    Denken, der Ausdruck und das Verständnis verändert werden.

     

    Link zum Yogamag (Juni 2019)

  • Yogischer Lebensstil

    Das Konzept von “Yoga von Moment zu Moment” dreht sich um den Lebensstil. Bisher war
    Yoga für viele Menschen eine Reihe von Übungen, die man ein-, zwei- oder dreimal pro Woche
    in einem Unterrichtsraum ausführt um sich körperlich gut zu fühlen. Um Stress zu reduzieren
    und abzubauen und um tiefere Entspannung zu erreichen. Über dieses körperliche,
    psychische und geistige Wohlbefinden hinaus hatte Yoga keine weitere Bedeutung.
    Wenn es im Yoga um den Lebensstil geht, dann bedeutet das, dass du deine gesamte
    Tagesroutine zu einer yogischen Routine machst. Das heisst, dass du Yoga nicht nur während
    einer Stunde am Morgen ausführst, sondern Yoga jede Stunde und jede Minute lebst. Es
    bedeutet, Yoga entsprechend deiner Zeit und deinem Bedürfnis auszuüben.

    Diese korrekte Einstellung wird dich dahin führen, dass du deine Routine, deine Bestrebungen
    und deine Bemühungen im Leben neu ausrichtest. Es sollte Achtsamkeit von morgens bis
    abends, von Moment zu Moment, vorhanden sein. Es muss sich eine Bewusstheit entwickeln,
    die dir in jeden Moment erlaubt zu erkennen, was du tust und dir die Möglichkeit gibt, dich zu
    überprüfen und wenn nötig zu korrigieren. Das gelingt dir, wenn du deinen Lebensstil definierst
    und ihn genau betrachtest.

     

    Link zum Yogamag (September 2022)

  • Seva

    Seva bedeutet, anderen zu dienen. Es bedeutet, anderen mit Mitgefühl zu helfen, um sie zu
    erheben und nicht zur persönlichen Genugtuung. Wenn eine Handlung deine besten
    Gedanken und Gefühle, deine Liebe und Zuneigung, deine Sympathie und dein Mitgefühl in
    sich trägt und wenn sie andere erhebt, dann ist es Seva. Seva bedeutet anderen zu dienen, mit
    Mitgefühl und mit dem Besten, was man geben kann. Im Laufe der Zeit wird Seva zu einer
    Lebensweise. Für das Wohl anderer, anstatt nur für das eigene Wohl zu leben, wird zu einer
    Lebensweise.

     

    Link zum Yogamag (August 2020)

  • Sei glücklich und lächle

    Psychische Belastungen und Ängste, Unsicherheitsgefühle und psychologische Ängste fordern
    ihren Tribut vom menschlichen Geist. Es gibt viele Ängste und Irritationen, Phobien und Sorgen
    darüber, was morgen passieren wird. Wie gehen wir mit diesem Geisteszustand um? Der beste
    Weg, mit diesem Zustand positiv umzugehen, ist die Qualität des Glücklichseins zu kultivieren.
    Wenn du während deiner Wachzeit zwölf Stunden am Tag lächeln kannst, vermeidest du viel
    Stress und Ängste.

    Lächeln ist das Gegenmittel von Angst, Lächeln ist das Gegenmittel von Frustration und
    Lächeln ist auch das Gegenmittel von Depressionen. Deshalb: Lächle! Die Kunst des Lächelns
    ist im Yoga als Manahprasad bekannt. Manahprasad bedeutet das Geschenk für den Geist und
    das Geschenk an den Geist. Dies deutet auf eine positive und optimistische Wahrnehmung der
    Zukunft hin. Heute sind wir nicht so optimistisch in Bezug auf das, was morgen passieren kann,
    und Pessimismus ist die Ursache für Angst und Leid. Man muss Optimismus, Hoffnung und
    Positivität im Leben kultivieren.

    Optimismus, Hoffnung und Positivität können erreicht werden, wenn du lernst, die Momente
    des Lachens und Lächelns von ein paar Sekunden auf ein paar Minuten, von ein paar Minuten
    auf ein paar Stunden, von ein paar Stunden auf den ganzen Tag auszudehnen. Das nenne ich
    die «Niranjan Challenge». Ich fordere dich heraus, glücklich zu sein, und ich erwarte und hoffe,
    dass ihr alle meine Herausforderung annehmen werdet.

    Erinnere dich an den Moment des Glücks, indem du alles vergessen hast – alle Ängste,
    Spannungen und Frustrationen des Lebens. Du warst einfach nur glücklich, fröhlich und
    sprudelnd und hast dich frei gefühlt! Es ist an der Zeit, dich wieder mit diesem glücklichen und
    fröhlichen Selbst zu verbinden. Glück kann immer durch ein Lächeln ausgedrückt werden.
    Glück kann auch zu einem Zustand des Geistes werden, indem du frei von Stressoren bist. Du
    bist befreit von Schwierigkeiten, die die kreative Leistung des Körpers, der Sinne und den
    kreativen Ausdruck des Geistes und der Emotionen hemmen und einschränken. Der Akt des
    Glücklichseins ist also ein wichtiger Aspekt im Leben. Du verstehst oder erkennst es heute
    vielleicht noch nicht, aber bemühe dich, glücklich zu sein und zu lächeln.
    —22 August 2021, Online Nachricht zugestellt an das Forstamt, Bihar, Indien (Extrakt)

     

    Link zum Yogamag (November 2021)