Die sechs Freunde

Alle Interaktionen im Leben werden von einem der sechs Freunde geleitet und nicht von
menschlicher Weisheit (Anmerkung des Übersetzerteams: Die sechs «Freunde» sind: kama,
krodha, lobha, moha, mada und matsarya – Leidenschaft, Zorn, Gier, Verblendung, Arroganz
und Eifersucht). Das Ergebnis ist Negativität, die sich in der Persönlichkeit ausbreitet. Weshalb
wirst du mehr und mehr tamasisch? Es liegt daran, dass du dem Einfluss dieser sechs
Geisteszustände unterliegst. Das Ziel von Yoga ist, die sechs Zustände des Geistes zu
meistern und nicht nur die körperliche Verfassung zu bewältigen.

Menschen nutzen Yoga für Gesundheit und Wohlbefinden, was physiologisch ist und für Ruhe
und Entspannung, was psychologisch ist. Das ist gut so. Du solltest Yoga aber nicht nur darauf
beschränken. Übe Yoga, um deine Bedürfnisse zu erfüllen. Denke aber auch daran, dass es
das Bestreben des Yoga ist, die sechs Zustände des Geistes zu beherrschen. Es sind diese
Zustände, die dich in die Düsterheit des Leidens, der Unsicherheit, Ignoranz und der
Negativität führen.

Es spielt keine Rolle, wie gut deine Gesundheit ist und es ist egal, wie viel Geld du hast. Wenn
du diesen Zuständen zum Opfer fällst, dann erfährst du niemals Glück, Zufriedenheit oder
Erfüllung. Daher ist die Anwendung von Vidya, dem Verständnis, notwendig, um den Lebensstil
zu verbessern und um eine qualitative Veränderung der Wahrnehmung zu bewirken. Das ist die
Bemühung des zweiten Kapitel.
(Das Buch «Yoga: das zweite Kapitel» von Swami Niranjan ist unter diesem Link erhältlich.)

 

Link zum Yogamag (September 2020)