Swami Satyananda: Versuche anderen Menschen gegenüber offener zu sein. Gib deinen wahren Gefühlen so oft wie möglich Ausdruck. Wenn wir versuchen, etwas zu sein, was wir nicht sind, und wenn wir versuchen, andere zu beeindrucken und unsere inneren Gefühle vor anderen zu verbergen, dann erleben wir umgehend mentale Spannung und Entfremdung. Dies verstärkt tendenziell unser Empfinden von “ich gegen den Rest der Welt”. Denke daran, selbst die unsensibelste Person kann bis zu einem gewissen Grad erkennen, wenn du versuchst etwas zu verbergen. Auch dann wenn du dein schlechtes Gewissen versteckst, denn auch sie könnte ein ähnlich schlechtes Gewissen zu verbergen versuchen.
Fragen für das spirituelle Tagebuch
• Konnte ich meinen Gefühlen heute Ausdruck verleihen? Bestimme einen Wert 1-10.
• In welchen Momenten trage ich eine Maske und stelle ein falsches Bild meines Innenlebens dar?
• Bei welchen Gefühlen gelingt es mir einfach sie zu zeigen?
• Welche Gefühle bereiten mir Schwierigkeiten sie auszudrücken?
• Mit welchen Menschen fällt es mir leicht meine Gefühle zu teilen?
• Wie fühle ich mich, wenn ich meine Gefühle/Emotionen mit Anderen geteilt habe?
• Spüre ich es auf körperlicher Ebene, wenn ich meinen Gefühlen/Emotionen keinen Ausdruck verleihen kann?
• Setze dich einen Moment still hin, schliesse die Augen und erinnere dich an eine Situation, in der du deine Gefühle nicht kommunizieren konntest. Stelle dir dann so real wie möglich vor, wie du in derselben Situation, mit vollem Selbstvertrauen deinem Gefühl Ausdruck verleihst.
Erinnere dich an Swami Satyanandas Worte: “Die Leitsätze, die wir formuliert haben, sind nicht belehrend gemeint. Sie sind ein Mittel zum Zweck. Um es nochmals zu betonen, es sind Vorschläge, mit denen du beginnen kannst, deine Einstellung zu Lebenssituationen bewusst zu ändern. Sie dienen dazu, dass du dich ausreichend entspannen kannst, um schließlich durch Meditationsübungen in deinen Geist einzutauchen und die tieferen, negativen Aspekte deiner mentalen Natur aufzulösen.
Die Leitsätze sollen nicht deinen Lebensstil ändern und wir raten dir davon ab, dass du sie dir ständig aufzwingst. Erinnere dich einfach in deinem Alltag an sie. Ihre Anwesenheit wird dich von innen heraus, sozusagen aus deinen unterbewussten “Einstellungszentren”, unterstützen.”
Quelle: Das Buch ‘A Systematic Course in the Ancient Tantric Techniques of Yoga and Kriya’ findest du auf satyamyogaprasad.net – der Artikel ‘Die Wissenschaft und Kunst der Entspannung’ beginnt ab Seite 29 und der Artikel ‘Die Grundursache von Anspannung’ ab Seite 58.